28 Afrika
Daher hat Gezwungen«; denn was bei ihm zufällig, bei seinem Är
Muster aber natürlich ist, sucht er durch künstlich herbeigeführte str
Umstände zu erreichen. Da nun edlö Einfalt in den Sitten und der
in dem Betragen eine« Menschen herrscht, wenn derselbe in alle» der
Umständen nach einem wahren und richtigen Gefühle ohne Um» in
schweife auf dem geradesten Wege so handelt, wie sowohl seine alt b «
der Sache Natur e« mit sich bringt: so wird Affectation, als das sich
Gegentheil, dasjenige Betragen eines Menschen seyn, wo er aus sich
einem unwahren und unrichtigen Gefühle mit Umschweif durch eine her
unnatürliche, künstlich erzwungene Nachahmung den Mangel gewisser der
Eigenschaften ersetzen will. . ian
* Afrika. Dieser Theil unser« Erdkörper« würde eine In- den
sei seyn, wenn er nicht durch die Landenge von Suez mit Asien spr
zusammenhinge. Sein Continent erstreckt sich von o Grad bis wis
gegen 70 Grad östlicher Länge, und 34 Grad südlicher bis 37 Grad der
nördlicher Breite, mit einem Flächenraum, der in einer runden 7^Zahl 530,000 Q. M. beträgt.— Der tiefforschende, geistvolle Geo- dergraph Zeune sagt, daß unter allen Erdtbeilen der alten Weit die- desscr am meisten durch Überschwemmen zertrümmert worden sey; uu>das ganze Binnenland, ls weit man cS kenne, bestehe aus Trüm- Hitmern eine« zerklüfteten Kalkgebirges, und Zeune's Combinationen ichüber die frühere Gestaltung des Erdbälle« (wenn sie auch nichtganz unbestritten geblieben sind) scheinen allerdings der Wahrheit densehr nahe zu kommen. — Bon Afrika sind un« übrigens bis jetztnur die Küsten bekannt und alles, was man über da« innere Land °a>weiß, ber» r mehr oder weniger auf Vermuthungen, ungeachtetder vielfachin Bcmuyung-n und Nachforschungen, um welche vor- swzüglich die brittische Akrican Loeretzr und ihr berühmtes Mitglied ^leMungo Park sü große Verdienste haben. Die Alten kannten vom deninnern Afrika nur die nördliche Hälft«, welche drei Haupt- h°rtheile, nämlich das Küstenland längs des Mittelmceres(jetzt die Barbarei), dann das herodotisch« thi erreiche Afrika Uch(Dattelnland, Biiadulgerid) und die Sandwüste (Zahara, dieSahra), mit den Strömen Nil und Niger enthielt; die LänderAlt-Afrika'«, das damals bei den Griechen Libyen hieß , da dieBenennung „Afrika" ihnen unbekannt war, hießen: Ägypten, ^LthioPien, Troglodytice (die Küste am arabischen Meerbusen),Cyrenaica (Theil des heutigen Königreichs Barcan), Marmaricamit dem Hafen Petras, Libyen) da« Gebiet von Carthago (^kric» 8^in in 01, jetzt Tunis und Tripolis), Numidien (Theil von Algier) ^und Mauritanien (F-.tz und Marocco rc.) — Selbst in der Gränz-bestimmung des Erdtheils war man sehr schwankend, indem manÄgypten bald zu Asien, bald zu Afrika rechnet«. — Bei den --Römern bedeutete Lirika oft auch nur die römische Provinz diese« 'Namens, welcher sodann noch das Btiwort propria oder ininor » °zugegeben war, und die all« Eroberungen der Römer von den Sar- .thaginensern in sich begriff. Die Fruchtbarkeit dieser Provinz, bei 2.,einer sorgfältigen Cultur des Bodens, und große HandelSverbin- - .düngen, machten sie zu einer der wichtigsten Besitzungen Roms-— Das heutige Afrika ist nun aber noch immer das alte Wun-derland, dar nach so langen Zeiträumen «och viele »„aufgelöseteFragen und Räthsel darbietet.— Vielleicht wird die Untersuchung ^über den Laufund die Mündung desNigers bald gern-bet, vielleicht dann mit ihr zugleich so manche Ausgabe gelös't. -