6o8
Cycltsche Dichter
wo sie von Löwen und Panthern gesäugt, nachher von HirteiMi->Lern gefunden und aufgezogen wurde. Sie ward die Erfinden«!der Pfeifen und Trommeln, womit sie die Krankheiten der Thiere,so wie der Kinder heilte, trat mit dem Marsyas in vertrankFreundschaft, und fußte eine heftige Liebe zu dem Attys, eine»ebenfalls von seinem Vater ausgesetzten Königssohne» dessen Ent-mannung und Tod sie fast in Verzweiflung setzte. Ihn wiederzu-finden, durchirrte sie mit zerstreuten Haaren, und unter de«Lärm der von ihr erfundenen Trommeln und Pfeifen mehrn«Länder bis in den fernsten Norden zu den Hyperboräern. Mar-syas begleitete sie; nach dem für diesen so unglücklichen Welkstreit aber, Apollo selbst, der sie liebte. Während ihrer Llnvosrnheit entstand in Phrygien eine HUngersnoth, welche erst en-digte, als man auf Befehl d-s Orakels der Cybele görtlicheMerwies, und das Bild des Attys, da man seinen unbeerdiat gi-bt,'ebenen Leichnam nicht auffinden konnte, bestattete. Zum An-denken an den Attys waren die Priester der Cybele Verschnitten«;ihr Gottesdienst aber bestand in einem tobenden Lärm mit Znstr»-meuten und in Umherschweifen durch Felder und Wälder. W>«ihre Verehrung auf Creta sich mit dem dort schon Vorhand«»«»Dienste der Rhea vermischte, so ward sie auch mit der alte» la-teinischen Göttin OpS vereinigt. Was ihre Abbildung betriffso war ihre ürsprüngliche Statue bloß ein dunkler viereckig!««Stein. Nachher wurde sie gls Matrone mit einer Mauerkrone a>»dem Haupte abgebildet, womit auf die durch den Ackerbau ent-standene Cultllr der Menschen und die Städteerbauung hingedeutetwird. Ein gewöhnlicher Attribut ist auch der Schleier linidaiHaupt, der sich auf das Verborgene und Unbegreifliche in der Sta-tur bezieht. In der rechten Hand hält sie oft einen Stab altSymbol ihrer Herrschaft, und in der linken eine pbrygische Hand-pauke, welche auf die Art ihrer Verehrung und auf die Culturder Menschen durch Musik hinweis't. Bisweilen stehen Kornihr«»neben ihr; auch findet man die Sonne zu ihrer Rechten und dt»gehörnten Mond zu ihter Linken. Oft wird sie auch auf ih»«>»von Löwen gezogenen Wagen vörgestellt; oberste sitzt auf ein««Löwen, und hat, als die mächtige Natur, den Blitz in der R«Hten, oder ein Löwe liegt neben ihr; lauter Symbole ihrer Herr-schaft und der Cultivirung der rohen Menschen durch sie» .
Cyclische Dichter. So werden in der Geschichte der»tereN griechischen Poesie die Dichter genannt, welche die GeM»>tcr und Thaten der Götter und einheimischen Heroen mit eM«Nationalgesänge'N in eitlem gewissen Zusammenhange Und NachAeikfolge der Sage feierten, so daß sie sich einander erg-Mund gleichsam einen geschlossenen Kreis (xrlxXor) bildeten, dcr i 'lich etwas willkürlich gezogen ist. Wir müssen einen topp .Cyklus unterscheiden. Der erste universelle Cyclus, melch"vorzugsweise bet epische oder mythische Cyclus genanntumfaßte die ganze mythische und heroische 3"'t vön der Uma m -dcs Himmels und der Erde, vbm Ursprünge der Götter uWelt an bis auf den trojanischen Krieg, welcher dann s ,^selbst einen eigenen tvotschen Cyclus bildet. Zu demCyclus gehören also die Lheogonien und CosmogomkN, «nvlnachien» z. B. des EUmelUs von Corinth, die Gigant "
B. des Aretinus von Cvrjnrh, die Argonaütlca und llm i