Hamburgs neueste Geschichte 9 l 5
-«in, die wenig Schaden thaten, als weil man jeden Augenblickeine Landung und einen Sturm vermuthete. Und mit Einschlußder dienstfähigen Bürgergarde waren kaum 5000 Mann Fußvolkund wenige« Geschütz vorhanden, und keine Hülle von Bedeutungi» der Nahe. Dennoch war Aller Sinn nur auf den hartnäckig-sten Widerstand gerichtet, wer noch keine Waffen hatte, suchte sichsolche auf jede Art zu verschaffen. Und eS verfloß die Nacht undder folgende Lag und die zweite Nacht ohne einen unmittelbarenAngriff, »ssid am Atzend der zweiten Tage« (Ltstea Mai) rücktenzwei Bataillone Schweden mit Geschütz in die Stadt, zwei anderehielten Bergedorf besitzt, und er' kam die Nachricht, der Kron-prinz von Schlbeden sey zu Ctraliund ongekomnnn,. u'nd habe so-gleich dar gänze Heer gegen den Feind in Bewegung gesetzt. Nunmochte der^eind die Stadt fortdauern- mir Feuerkugeln ängstigen,er mochte mehrere Angriffe versuchen/ die dänischen Lruppen dro-hende Stellungen einnehmen, und die Nachrichten von den neuangeknüpften Verbindungen zwischen Dänemark und Frankreich im-mer bestimmter lauten — Hamburgs Bürger hielten fest am Ver-trauen zur guten Sache, kein Schuß des Feindes blieb unerwie-dert, kein Versuch desselben unbemerkt und ungestört — da verlie-ßen am Listen Mai auch die Schweden die Stadt, und «r wurdebekannt, daß der Kronprinz den bedrängten Bundesgenossen nichthatt« Heiken wollen. Hamburg war nun seinen eigenen Kräften,und denen der wenig»» B>rbündeten, die in ihm und in seinerNäht standen, allein überlassen. Aber hier that nicht mehr einjeder seine Pflicht, Misjoerständniffe und Mißtrauen waren herr-' fchend geworden unter denen, die an der Spitz« standen I — Die» Rüstung der Homburgischen Bürgerschaft hatte von Anfang herniemand eifriger betrieben, olS Herr von Heß, unglücklicher Weiseaber damit einen Plan verbunden, dessen Ausführung gar vielBedenkliches hatte. Er wollte die Berfassung der Stadt durch dieHülse des russischen Heerführers ändern. Dies mißglückte, grdß-tentheil« durch die Festigkeit des SenarS in Behauptung derGrundeinrichtungen, auf welchen die freie Verfassung Hamburgsberuht. Nun wurde dem General Lettenborn der Senat als eineKörperschaft beschrieben, welch« mit pedantischem Schildbärgersinne' an alten Formen hange,-des Schwungs, so die große Zeit erfo-^ der«, nicht fähig sey «. s. w. So entstand bei dem General Miß-trauen gegen den Senat, er erlaubte es sich, diesen als seine Un-tergebenen zu behandeln, Befehle und Drobungen waren etwassehr gewöhnliches, manche Nachrichten, welche die gemeinsamenAngelegenheiten betrafen, wnrten ihm gänzlich vorenthalten rc.Dem Senate aber fehlte es weder an hinlänglicher Kenntniß, nochan richtiger Beurtheilung der Dinge, Er wünschte (wie Preußen)alles, was als eine thätige Kriegserklärung gegen Frankreich aus-sähe, bis dahin ausgesetzt, wo es nicht mehr an Waffen und Trup-pen zu einer ernstlichen Vertheidigung dieser Gegenden fehlenwurde. Es hatte aber bis zum Zten Mai die Bürgergarde, welched>« auf 7200 Mann gebracht werden sollte, nur vierhundert brauch-bare Gewehre, erst da würden sooa unter sie vertheilt, und am, I 2 ken Mai bemächtigte sie sich anderer tamo, an Schwßdedarf fürdas grobe Geschütz sehtte es eben so sehr. Lettenborn schien mitw nchen dieser Verhältnisse ganz unbekannt zu seyn. Herr vrnerhielt ihn vom ryten bis zum Lüsten Mai in dem Walln«,
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