944 Ideal-Münze
.Anweisung auf in den Verkehr kommende Güter, deren sinnlicherStoff in'einem, bloßen Blättchen Papier besteht. Aber riebt jedePapier - Münzt ist Pap irr- J'd e a l, Münze, 'letztere- ist sie viel,mehr nur in sen Fälle», wo da- Blättchen Papier, da« den sfln,lichen Stoff derselben bildet, eine unmittelbare Anweisung auf düin den.Verkehr kommenden Güter enthält. Ist' hingegen da«Blättchen Papier bloß eine mittelbare Anweiiungauf diese Gü-ter, dergestalt, daß dasselbe nicht anders als vermittelst eines be-stimmten Genußmittels, worauf es die besondere Anweisungenthält, den Dienst der Münze zu verrichten vermag, wie dies z., B-.be: den von einer Aettelbank ausgegebenen Roten der Fall istso ist die Münze keine Papier-Ideal-, sondern eine P apier-Sieal- oder Papier-Id eal-Real-Münze. — Der Charakterder Ideal- Münze ist lediglich darin zu suchen, daß ihr ein!Zdee zum Grunde liegt, auf der allein ihre Geltung beruht»während allen übrigen Arten von Münzen ein Körper, welcherzugl ich Taüschwerth besitzt, folglich ein wirkliches Genutzmittel ist,zum Grunde liegt, und entweder allein, wie bei der Real-Münze, oder wenigstens znm Theil, wie bei der Jdeal-Real-Münzc, zur Bürgschaft ihrer Geltung dient. Diese Idee ob-r istkeine andere als der Glaube, daß die Behörde, sie sen eine öffentlicheoder Privatbchörde, welche die Münzen ausgegeben hat, dieselbeals allgemeines Werth - AuSgleichungsmittcl im Verkehre werdeIgelten lassen wollen und können. Hierdurch wird der Raine,.womit diese Gattung von Münzen bezeichnet worden, vollkommengerechtfertigt. Die Bürger eines StaatS sind mit einander ver-eint zu gemeinsamer Vertheidigung und gemeinsamer Freiheit.So wie sie hierüber einig geworden sind, tonnen sie unstreitig auchübereinkommen wegenEinsührungeinerZdeal Münze, derenTausch-werth bloß auf der freien Übereinkunft beruht und keineswegs aufder Beschaffenheit irgend eines Stoffs. Die Regierung, in sich ver-einigend den Gesammtwillcn, wird erhalten können, daß kein Bür-ger sich weigert, ein bestimmtes Gepräge, gleichviel, von welcherArt der Stoff seyn mag, den es trägt, ob Papier, Pergament,Leder oder was sonst, anzunehmen nach einem bestimmten Maßstab«und dafür hinzugeben, was er in Überfluß besitzt, weil die Regierungihm Bürge ist, daß er dafür im Verkehre werde erhalten kön-nen, was er bedarf. — Wir verdanken die Erfindung der Ideal-Münze und namentlich der Papier-Ideal-Münze nicht, wie dieMeisten glauben, der Politik neuerer Zeiten. In China und Pek-ficn hat man sich derselben bereits im lZten Jahrhunderte zu derZeit, als dort die Mongolen als Eroberer herrschten, bedient.Es kommen davon bis in das izte Jahrhundert Nachricht«.»vor. Man verfertigte das Papier dazu aus Baumrinde, die nurBlätter von Papier zugerichtet wurde. Es gab große und klein«Stücke, runde länglicht - viereckige von schwarzer Farbe; jeder MVerfertigung desselben bestallte Staatsbeamte setzte sein Zeichendarauf und zuletzt fügte noch der vom Kaiser ernannte Borste»»einen Stempel mit rothem Zinnober hinzu, wodurch eä eigentliche.st Werth und Geltung erhielt. Baumwollenpapier, mit demRam-N des Regenten bezeichnet, war umlaufeude Landesinunze,worin dir Unterthanen ihre Abgaben entrichteten und die Besolde-te» ihren Eghalt empfinge». Abgenutzt» Papiermünz« konnte zu«