Pedant 112z
res) Brkef ober Befehl: besonders ein''solcher, welcher als Urkundeeiner Beförderung ausgefertigt ist (z. B. Offizierspatent), oderwodurch dem Inhaber gewisse Vorrechte ertheilt werden; in Eng-land besonders der Alleinhandel mit gewissen neuerfundenenoder verfeinerten Waaren, die daher Patentwaaren heißen,wcßhalb auch das vorgesetzte „Patent" eine gewisse Vorzüglich-teir der Waare anzeigen soll, welche sie jedoch nicht immer hat.
Pedant sst der, welcher steif an einer gewissen ^beschränktenForm, Regel oder Ansicht hängt, und mithin der Freiheit desGeistes im Beurtheilen und Handeln keinen Einfluß gestattenwill. Pedanterie oder P ed an ti smu s ist daher das ängst-liche Hangen an gegebenen Formen oder Ansichten. Der, sagtKant, dessen Verfahren mit dem, was er gelernt hat, den Zwangder Schule (also Mangel der Freiheit im Sclbstdenken) verräth,ist der Pedant, er mag übrigens Gelehrter oder Soldat, odergar Hosmaun seyn. Dies und die Erfahrung, daß in dem Kreiseder Gelehrten die Pedanterie am häufigsten anzutreffen ist, undnamentlich unter Schulmännern und Sprachforschern, deren Wir-kungskreis die meiste Mikrologie zuläßt, am leichtesten einheimischwird, scheint uns der Grund zu seyn, warum man jenen Aus-druck im Deutschen durch Schul fuchs übersetzt, und unter ei-nem Pedanten vorzugsweise einen gelehrten Pedanten zuverstehen pflegt. Der angefühlte Denker sagt sehr schonend vondem letzter», er sey noch der erträglichste Pedant, weil man dochetwas von ihm lernen könne, dahingegen die Peinlichkeit inFormalicn (Pedanterie) bei jenen (d. i. bei Hoflcuten oderSoldaten) nicht allein nutzlos, sondern auch wegen des Stolzes,der dem Pedanten unvermeidlich anhängt, obencin lächerlich wer-de, da es der Stolz eines Ignoranten sey. Indessen ist es dochtraurig, eine solche Berkrüppelung des Geistes an denenwahrzunehmen, deren Aufgabe die geistige Ausbildung ist,und ein änastliches Hangen an der Form gerade da zu finden, woFreiheit und geistige Selbstthätigkeit am meisten erwartet wird.Wenn ferner auch der gelehrte Pedant kein Ignorant ist,sa schadet doch seine Beschränktheit öfters mehr, als all sein Wis-sen nützen kann. Auch braucht man nicht vag und in seinemWissen oberflächlich zn seyn, um dem Tadel der Pedanterie zuentgehen. Gelehrter Pedant ist aber nicht nur der, welcherden Gegenstand seines Wissens nur nach der strengen Regel be-treibt (Formalist), sondern auch derjenige, der überhaupt alleGegenstände nach den beschränkten Ansichten seines Fachs betrach-tet, und zu formen sucht, auf andere Gegenstände und Wissen-schatten von dem Standpunkte der seinigen vornehm und stolzherabsieht, oder in blinder, selbst gutmüthiger Eingenommenheiti«r die Gegenstände seines Wissens, die freie Unbefangene Wür-digung anderer verloren hat, so wie endlich auch derjenige, derseine Schulgclehrsamkeit auskramt, wo sie nicht hingehört; be-sonders in dem gesellschaftlichen Leben, und da, wo es nicht demWissen, sondern der eigentlichen Darstellung gilt. Einseitigkeitbis zur Mikrologie und Geschmacklosigkeit, Ängstlichkeit bis zumMechanismus, steife Bedächtigkeit im Handeln bis zur lächerlichenllnbeholfenheik in schwierigen und überraschenden Fällen, Stolz,Eitelkeit, und festgewurzelte Borurtheile gegen alles Fremdartigesind die gewöhnlichsten Züge des Pedanten; dagegen Liberalität