Vorrede.
man den Raum zu sparen, gedachte morgenlandische Titel bloß in lateinischer oderdeutscher Sprache angezeiget. Jedoch bey Haupt-Wercken sind weder die rabbini-schen noch griechischen Ueberschriffren weggeblieben, ob man gleich nicht nöthig odernützlich befunden, mir den übrigen morgenländischen Büchern ein gleiches zu thun.Ich bekenne aber dabey aufrichtig, daß ich mit keine!; Amckeln dieses Buches wenigerzufrieden bin, als mit den rabbin ischen. Weil ich es, nach dem was uns Bartolocciund Wolf vorgearbeitet, für sehr leicht ansähe, gedachte Arrickel zu entwerfen, soüberließ ich die Verfertigung derselben einem Freunde, der in dergleichen Beschäffri-gung nicht ungeübet ist. Allein es ist dieselbe nicht nach meinemWunsche ausgefallen ;und da ich solches, was den gegenwärtigen ersten Theil betrifft, zu spat inne worden;so sehe ich mich genöthiget, in den Supplementen auf die Verbesserung gedachter Ar-
tickel Fleiß zu wenden. '
x.
Die dritte von meinen Haupt-Absichten bey dieser neuen Ausgabe ist dahin ge-gangen/ dre noch mangelnden Nahmen gelehrter Männer, nebst der Nachricht vonihrem Schicksal und Schrifften beyzubringen; ingletchen diejenigen hinzu zu fügen,welche seit dem letzten Abdrucke zu ihrer Ruhe gegangen. Ich war anfangs gesin-net, das Buch nicht eher unter die Presse zu geben, bis ich alle Gelehrte welchendarinne ein Platz gebühret, zusammen getragen. Ich sahe aber endlich wohl, daßdas Ende meiner Tage / wenn die göttliche Vorsorge solches auch weit hinaussetzte/ ehe da seyn würde/ als ich dem Wercke die abgezielre Vollständigkeit geben kön-re. Jedoch dieser Verzug war dem Wunsche des Verlegers gar nicht gemäß: undich entschloß mich endlich, den vorhandenen Vorrath demstlben zu übergeben. DasWerck ist ohnedem auf mehrere Bande angewachsen, als ich vermuthete, und ichwerde dem darinne sich äußernden Mangel schon auf andere Weise abhelffen, davonich hernach etwas zu sagen gedencke. Ich verbitte also zum voraus den Vorwurf,daß man viele und zum theil beträchtliche Schrifftstetter vergebens darinne suche.Dieses weiß ich sehr wohl, hoffe aber es solle und könne mir nicht zur Last geleget wer-den. Denn einmahl würde ich, wie ich das Bekenntniß bereits abgelegt, sehr spätzum Schlüsse gekommen seyn, wenn ich so lange warten wollen, bis mir gar keinergefehlet, der in dieses Verzeichniß gehört. Nechstdem ist es aller angewandten Müheohngeachtet, unmöglich gewest, von gewissen Personen die sich in Schrifften her-vorgethan, zulängliche Nachricht zu erlangen. Es haben einige derselben das Schick-sal/ daß man ihr Gedächtniß weder durch einen Lebenslauf oder Progrgmma, nochdurch andere Mittel auf die Nachkommen gebracht. Wer wolle nun von mir ver-langen/ daß ich nach vielen Jahren das bewerckstelligen solte, was diejenigen vernach-
läßiget