Band 
Erster Theil A - C.
Seite
309-310
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A L T I N G

309 A L T H O R S T ALTLNG

ALTHORST (Joh.), ei« £>oHfreittcr in der Mitte des17 Seculi, bat cin(t'uv$e jbeöucrion von geistlichenGütern zu Hainburg 164; in 4 airs Licht gcstellet.Mol.

ALTHUSIUS (Joh.), ein deutscher JCrus, welcherzu Ausgang des r 6 ,nnb Anfang des 17 Secnli gelesbet, war Professor Juris zu Herborn, und hernachSyndicus zu Bremen, schrieb policicam; jurlspru-

denriarn rornanarn ad lege; merhodi rame« contor-matarn; OicLologiam 3 de civil! converfktione undandere Sachen/ als Tr. de pccni8, rebnz bongibi-lihuz 85 jure recenripni; ; aphorifmos jurls civilis.B. Head.

ALTHUSIUS (Theodorus), siehe Zimmermann(Matth.).

ALTIERI (Mario), siehe de Alteriis.

ALTIL1US (Gabriel), eil!Poet, gebürtig aus Basislicata in dem Königreich Neapolis, brachte sich sons

• Verlieh durch seine lateinischen Verse in grosses Ansesheu, und an dem Hofe Ferdinandi zu Neapel so weitempor, daß der junge Printz Ferdinand seiner Unter-weisung anvertrauet wurde. Es scheiirt auch, daß erin StaatssSachen.mag gebraucht, und mit Iovianopontano nach Rom geschickt worden sey, einen Friesden zwischen dem Könige Fervinando und dem PabstInnocentio VIII abzuhandeln. Seine Poesie halffihm so viel, daß er An. 1471 das Bißthum Policasiroerhielt. Er starb um das Jahr 1501. Sein HauptsGedichte ist das epichalamium auf die Isabellam Ar-ragoniam, welches in den deliciis poëtarum Italo-rum, und in den earminibus illustrium poëtarumItalorum , die Joh. Matthäus Tofcauus heraus gegesbcn, zu finden ist. Seine Lamaina kamen 1719, undletztens 1731 zu Padua in 4 nebst des Gannaiariiseinen heraus, wiewohl sie noch vorher mit eben diesftn 1727 zu Amsterdam in 8 gedruckt worden. B.Jov. To.

ALTIMARUS (Donatus Anton), siehe Altomari.

de ALTIMURA (Scephanus), siehe Michael leQuien.

ALTING (Bernhard) , ein holländischer JCtus, gab1645 in seiner MuttersSprache Syndicum zu Grösningen in 4 heraus.

ALTIN G (Heinrich), ein rcformirter Theologus, gesbohren 1583 den 17 Febr. zu Embden, war des alskern Menso 2 llting« Sohn, wurde, nachdem er zuGroningen und Herborn den Studiis obgelegen, 1605Informator bey den Grafen von Nassau, Solms undJsenburg, die mit dem chur s pfaltzischcn Printzen zuSedan studirten. An. 1608 bekam er eben diese Stgstiou bey dem ietzt gedachten Churs printzen, gieng mitdemselben aufs neue nach Sedan, und An. 1612 nachEngelland. Das folgende Jahr bekam er die Professstvnem Locorum conununium zu Heidelberg und nahmdarauf den Gradum eines Doctoris in der Theologiean. An. 1616 ward er Director Collegii Sapientia,und wohnte dem Synvdo zu Dordrecht bey. Das

Zro

mahls hatte die Universität zu Leiden die theologischeFaeulcät eingehe» lassen,; dahcro Alting JohanncmPoiyandrum zum Liccmiato, Scultetus aber zum Dosctore nmchte. Bey der gewaltsamen Eroberung derStadt Hcydelberg saß er in seinem Cabinet, als nianihm die Botsthasst brachte, daß die Stadt geplündertwürde. Er riegelte hierauf seine Thüre zu, und waudste sich zum Gebet, aber einer seiner Freunde ließ ihmwissen, daß er sich durch dieHiuter-Thme zumCantzrler retiriren mochte, wo man eine gute Saloa-Gvarsdia hingelegt habe. Diesem Rath folgte er ; alleinder Obrist-Lieukeuant vom hohenzolîerischcit Licgiement, der in der Cantzley einen Posten hatte, redeteihn folgender Gestalt an: „ Mit diesem Streit s Kols„den habe ich heute loMenfchm gctödtet, und wenn„ ich wüste, wo D. Alting steckte, solle er der ejlfte seyn.Wer bist du ? Alting antwortete, er sey einer von destien, die im Collegio Sapientia docirek; damit verssprach ihm jener das Leben zu friste». Auf den Morsgen bekamen die Jesuiten das Haus, und der Officiermuste es so jähling räume», daß er nicht Zeit hatte,nach feinem Lehrer aus dem Collegio Sapientia zufragen. Alsmg. versteckte sich auf dem Boden, allwoihn ein churfürsilicher Koch, der indes Tillp Küchemit kochte, mit Speise und Tranck versorgte, und ihmdie Gelegenheit machte, daß er in sei-, Hans kommentonte. Hier traf er in seiner Studier-Stube einenEapitarn an, der ihni das beste Blich, das er sichnehmlich aus seiner eigenen Bibliothcc wehlen würsdc, zum Gefchencke anbot. Alting aber begab sich,ohne bis Erbieten anzunehmen, wieder hinweg. ImRückwege stund er tausend Gefahr aus, aber nach 3Tagen erhielt er vom Tilly Erlaubniß, daß er sichwegbegeben möchte. Er wandte sich nach Echornsdorff ins Würtembergifche, und als man ihn da alseiiren Heydelberger nicht leiden wolle, gieng er An.1623 nach Embden, und sprach dem verjagten Chursfnrsien im Haag zir. Dieser brauchte ihn nachgehendszur Unterweisung seines Printzen, und verhindertedadurch, daß er weder ju Embden die Stelle einesPredigers, noch zu Franeckcr die Stelle eines Prosfessons Theologia annehmen kunte. Endlich erhielter von feinem Churfürsten, daß er An. 1627 die Prosfeßiou zu Groningen aunchmen durffte, die er auchbis an fein Ende verwaltet hat. Au. 1633 sol e ernach Leiden, konte aber bey den Ständen von Grosningen feine Entlassung nicht erhalten. Air. j 634wolte er nach Hcydelberg gehen, um die Universitätdaselbst, anfAnhaltenPfaltz-Graf Ludwig Philipp«,wieder in Stand zu sitzen; er war auch bereits nachFranckfiirt gekommen, mäste aber drirch allerhandUmwege zurück, weil diese Anschläge durch die Nordslinger Schlacht wieder über einen Haussen fielen.An. 1639 starb ihm seine älteste Tochter, worüber erin eine starcke Melancholey verfiel, die sich-in ein Fiesber, lind zuletzt in eine beschwerliche Schlafs Suchtverwandelte. Dis Uebel war kam» gehoben, so vwslohr er An. 164; seine Frau, mit der er fast 30 JahrU 2 crue