Band 
Erster Theil A - C.
Seite
681-682
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AZPILCUETÄ

AZZOGUIDU

BAART 68r

68 r

Dec. zu Varasayn, einer Stadt in dem KönigreichNavarra, nahe bey Pampelona, daher er insgemeinDostor Navarra hieß, wurde Priester und Canonicnsregularis St. Augustini, von der Congrégation vonRonceval, studirte zu Alcala die Philosophie und Theo-logie, und in Franckreich die Rechte, lehrte auch sol-che hernach zu Toulouse und Cahors Nach seinerZurückkunft in Spanien, brachte er zu Salamancadas canonische Recht wieder in Gang, so man bishernicht geachtet, und wurde der erste Professor in dem-selben. Nachdem er 14 Jahr allda gclchret, wurdeer von dem König Johanne nach Coimbra beruffen,allwo derselbe eine neue Académie gestifftet hatte. Alser 16 Jahr allda docirt, lebte er i2Jahr alseinPri-vatus inCastilien, und war dabey Beicht-Vater derverwittwcten Printzeßin,Johanna von Portugall. ImLosten Jahre gieng er nach Rom, den Ertz -Bischoffzu Toledo, Larthol. Laranza, zu vertheidigen, wel-cher der Kctzerey war beschuldigt worden. Daselbstkam er in ausserordentliches Ansehen, der Pabst piusV gab ihn dem Dice-Pönitentiario, dem Cardinal Al-ci«to, zum Beysitzer, undGrcgorius XIII paßirte nievor seiner Thüre vorbey, daß er ihn nicht ruffen ließ:wie er sich denn manchmahl Stunden-weise mit ihmauf der Strasse unterredet. Er war das gemeineOraculum nicht nur der Stadt Rom, sondern auchanderer Orte, und nahm vor die vielen Consilia, dieer iedermann willig gab, niemahls etwas. Gegendie Armen war er sehr gutthätig, und wenn er denTag über in seinem Hause gearbeitet, so that er aufden Abend den Armen im Hospital Gutes. Ja manerzehlt, daß er sich zu Rom eines Maul-Esels bedient,welcher so gewöhnt gewest, daß er von sich selbst stillegestanden, wenn ihm ein Bettler begegnet, der seinenHerrn um etwas angesprochen, und nicht eher wie-der fort gegangen , bis solcher ein Allmosen gekriegt.Er schlug alle geistliche und weltliche Bedienungen,die man ihm antrug, aus, und starb zu Rom 1586den 2i Junii, im 95tenJahre. SeineSchrifften sind

Consiliorum f. responsorum libri V ; manuale liveEnchiridion confessariorum & pcenirentium ; de ho-ns canonicis & oratione; Mifcellanea centum deoratione; commentarius de lilenrio in divinis offi-pis, pnelertim in choro servando ; Commentariusm caput : inter verba XI quxst. III ; de regularibuscommentarii ; de alienatione rerum eccleiiastica-rum ac de spoliis clericorum ; Commentarius refo-Jutivus de ufuris ; de reditibus benesiciorum eccle-fiashcorum ; apologeticus pro libro de reditibus ec-'delusticis ; Commentarius in Cap. humanae aures^Xil quaest. V ; de finibus humanarum actionum ;Commentarius in Zeptern distinctiones de pœniten-tla ’ Commentarius de anno Jubilseo & indulgentiisOmnibus; Relectiones de rescriptis; commentariusin rubricam de judiciis & relectio de iisdem j rele-ttto de restitutione spoliatorum ; relectio in cap. ita^ U ~ run ^ am üe Judxis ; commentar. de daris & pro-' mu «s pro justitia vel gratia obtinendis ; de cam-

biis; de simonia mentali; de furto notabili j dene-ceslitate defendendi proximum ab injuria ; de homi-cidio cafuali ; de incompatibilitate benesiciorum ;de eleemosyna; de lege pœnali. Diese Wcrcke sindverschiedene mahl, und am vollständigsten 1602 zuVenedig in 6 Tomis in folio zusammen gedrucktworden. PoiTev. Tom. Er. Ant. Theis. Ghil. Nie,Fa.

de AZZOGUIDU (Thom.),ein JCtus zu Bologna,lebte um die Mitte des i4Seculi, und schrieb quxstio-nes juridicas. Fa.

AZZOGUIDUS (Marcogn. ), ein Juriste ausBologna, hat izoy fiorirt, und viele quxstionesedirt. X.

AZZOGUIDU8, ein Juriste, hat izyo gelebehundlibrum opinionum in jure magis acceptarum ge-schrieben. H.

AZZOLINI (Johann.), ein Clericus regularis zuLecce, von Mcssaxia, bey Otranto gebürtig, schrieb2 Theile geistlicher Reden , und paradoxa rhetoricain italiänischer Sprache; übersetzte auch einige Wer-ke Luvov. Liesst in dieselbe, und starb 1655z» Sor-rento. To.

AZZ 0 EINI ( Isidor. Ugurgieri ), ein Dominicanervon Sicna aus einer vornehmen Familie, war einguter Humaniste, Doctor Theologia, Consultor St.Officii, vorher» Lector Theologiä zu Pisa und RectorStudii generalls zu Siena. Er verstand sich sehr aufdie Historie seines Vaterlands und auf die Antiquitä-ten , war auch ein Academicus Filomatus, schrieb

Sanstiones reformatas ; le pompe Saneji overo relazio-ne délit huomini e donne illuflri di Siena e fuo ftato ;monumenta patrum theologorum Senenlium. Obaber diese letztere auch gedruckt sind, ist unbekannt,und starb in seinem Proscß- Hause zu Siena 1665.Ech.

AZZOLINI (Laur. ), aus Fermo gebürtig, wurdei6zo Bischoff zu Ripa Transona und Secretarius S.Consulta, dann 1632 Bischoff zu Narni, würde auch,wo er nicht bald hernach gestorben, Cardinal wordenseyn. Er ist ein Vetter des Cardinals DeciiAzxolinigewesen, und hat einige Satyren in italiänischer Spra-che geschrieben. Er. Ug.

B.

AAHDIN Mahomed Gebel Ameli, ein persiani-scher Lehrer, ist der Verfasser des Compendii Ju-ris civilis & canonici, so man gemeiniglich die Sum-mam des Mbas nennet, weil er sie nemlich auf Befehldes Königs in Persien Abbas I aufgesetzet. Es be-stehet dieser Auszug aus 20 Büchern, worunter die 5ersten von ihm selbst, die übrigen aber nach seinerVorschrisst und Eintheilung von einem seiner Schülerausgearbeitet worden. Chardin voyages.

BAALAR D U S, stehe Abœlard (Petrus).

van BAARLAND, (Adrian), siehe Barland.

BAART (Amoldus), ein Rechtsgclehrter, lebte in der2 Helffte des 16 Seculi, und gab anfänglich einen Ad -Uu ) vocaten