BARBARUS
BARBARUS
769
ris &c. inglcichen tr. Je reiidentia epifcoporum,Welíche Wercke abcs, weil darinne verschiedenes wider dieMeinungen des S. Thom« eingestoßen, noch im MS.liegen. .Ech.
BARBARUS (Daniel), ein erwehlter Patriarch zuAqvileja, gcbohrcn i;iz oder 1514 den 18 Febr.war Hermslai Bruders Sohn, und befand sich alsvenetianischer Ambassadeur in Engclland, als ihnder Pabst Paulus IV zum Coadjutor des Patriar-chen Grimani ernennte. Er legte sich auf die Ma-thematic und Philosophie. Nachdem er aber diegeist-liehe Würde erhalten hatte, trieb er die Theologie.Lriftocelcm schätzte er fast über alles, so daß er aufdenselben würde geschworen haben, wenn er nichtein Christ gewesen. Auf dem Concilio zu Tridenthielt er die Partey des Pabsts starck, und widersetztesich denen eifrig, welche auf den Gebrauch des heil.Abendmahls unter beyderley Gestalt drnngen. Erstarb endlich zu Venedig An. 1574, im 61 Jahre.Man hat von ihm Uornmentariurn in Vitruvium;la pratttca délia perjpeéíiva ; carenam grecorum pa-trum in 50 psalmos latine verfarn ; CommentariumÜber die quinque voces Porphyrii ; Comment, überdie g, Bücher der rhetoricorum Ariflotelis ad Theo-dectem, welche Hermolaus Barbants ills lateinischeübersetzt hatte; inglcichen eine Ausgabe der dialo-gor. des Speronis Speronii. Einige machen aus die-sem Daniel zwey Personen, welche mit einanderver-wandt gewesen, und zu einer Zeit gelebet. B. Pap.Uoetre.
BARBARUS (Francisons) , ein Nobili di Venetia,>Hermolai Groß-Vater, und Gouverneur zu Brcsciaam Anfange des i;Seculi, ist Lhrysolorä Schülerund in der griechischen und lateinischen Sprache wohlerfahren gcwest, hat de re uxoria'2 Bücher, welchevon LlauS.Joly ins Frantzösifche und von Aid. SLoüioins Italiänische übersetzt,'zuletzt aber lateinisch zuAmsterdam 1639 aufgelegt worden; Episteln und Ora-tiones geschrieben, auch einige viras von dem plutar-cho ins Lateinische übersetzt, und ist 1454 als Procu-rator von S. Marco gestorben. Er war ein ungemei-ner Redner, blieb aber in einer Rede an Hcrtzog Phi-lipp von Mayland, nach öfftcrer Wiederholung derWorte: magnum eil noinen tuurn princeps maximein universa rerra, stecken, und konte nichts weiter sa-gen. Sein Lchen, welches Evang. Menelmus be-schrieben, hat Poh. AnVr.Astezatus zu Brestia 172gin 4 heraus gegeben. B. Ghii. Ea. Crinitus de honeiladisciplina. Nie. Pap. '
BARBARUS (Hermolaus) , ein gelehrter Mann, gu-ter Grieche und geschickter Poete, war ein Enckel desörancisci Darbari, wurde zu Venedig 155g den 21May gcbohren, und schon in seinem 8ten Jahre nachRom geschickt, brachte es auch allda unter Anführungpompoirü LLn so weit, daß er im 18 Jahre seinesAlters einen Tractat deCelibatu schreiben konte; wie-wohl er denselben niemahls drucken lassen. Hier-auf studirtc er zu Padua die Rechts - Gelehrsamkeit,Gelehrt. Lexic. T. /. ‘
' 77 °
ward auch An. 1477 Doctor,ingleichen Professor Mo-ralium, und kehrte sodann An. 1479 in seine Vater-stadt, zurück, da er denn gar bald zu unter,chiedenenEhrcn-Stellm, welche vor die jungen Nobili bestim-met sind, befördert wurde. Dabey arbeitete er be-ständig an seinen Uebersetzungen, las auch, da er An.1484 um der Pest willen aus Venedig weichen müssen,den Studirenden zu Padua über einige griechische Red-ner und Poeten, und erklärte folgends die aristoteli-sche Philosophie in seinem Haust, zu Venedig mit sogrossem Beyfall, daß er dadurch viele Eifersucht er-weckte. Nach diesem wurde er An. 1486 nach Brüg-ge an den kayserlichen, An. 1488 aber andenmaylän-dischen, und ferner unter Punocentio VIII an denpäbstlichen Hof als der Republick Ambassadeur ver-sendet. An diesem letzteren befand er sich, als derCardinal und Patriarch zu Aqvileja, Marc. BarboAn. 1491 in dem Martio das Zeitliche gesegnet. Erberichtete solches unverzüglich an den Rath, erwar-tete aber nicht einmahl die Zeit, da derselbe, wie ge-wöhnlich, iemand andern hatte in Vorschlag bringenkönnen, sondern schriebe so gleich zum andern mahl,daß er selbst zu dieser Würde vom Pabst erhoben wor-den , und auch allbereit dieselbe angenommen habe.Weil aber solches den ausdrücklichen Gesetzen seinerRepublick entgegen lief, ward er von derselben nichtnur selbst verbannet, und seine Güter eingezogen, son-dern man bcdrohcte ihn zugleich, daßwoferne er nichtalsobald von diesem Amt abstünde, man auch seinenVater, der damals als Procurator von St. Marcoin besondern! Ansehen lebte, seiner Ehrenstellen ins-gesammt entsetzen, und dessen Güter gleichfalls con-fisciren würde. Als nun Barbar»« auf diese Artden Ernst gesehen, legte er auch, ohngefehr nach einemMonate von seiner Nomination gerechnet, diese Wür-de nieder; wiewohl dem ohngeachtct der an seiner stathierauf ernennte Patriarch, Danato, nicht eher, alsbis nach -Hermolai Tode von seiner Kirche Besitz neh-men können. Es durffte aber Hermolaus nach derHand nicht wieder nach Venedig kommen, dahero erin Rom die Zeit mit Studiren zubrachte, bis er end-lich An. 149z in demJulio auf einem unweit Rom ge-legenen und dem Cardinal Laraffa zugehörigen Land-Gut , an der Pest sein Leben eingcbüssct. Er über-setzte Themißtum Uttd Diofcoridem, wie auch Arißote-lis libros rhetoricos aus dem Griechischen ; gab überPlinü historiam nararalem commentarios ; einen Tra-ctat von Uebereinstimmung der Astronomie mit derMedicin; compendium feiende naturalis ex Ari-stotele; einen Brief contra Jo. Pici Mirandulani de-, fensionem phijosoplicrum barbarorum.i. e. scholasti-
corum, welcher sich bey der wittenbergischen Auflagevon 157c der elementomm rhetoricoruni Melancbto-nis befindet; summam torius philosophie, welche D.Joh. van Oer wapen im AIS. gehabt; commentar. inGilberti Porretani principia; de cœlibam lib.2; ca-stigationes in Pomponium Melam ; de re uxoria pqe-ma; de fide catholica; orationes ; epistolas ; poe-Ccc mata
' \ •