Band 
Erster Theil A - C.
Seite
809-810
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BARROS

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verneur zu S. George de la Mina auf den africani-scheu Küsten ernennte/ auch nachdem er 152; wiedernach Lissabon gekehret, zunr Schatzmeister von Indienmachte. Weil er aber an einer Historie von Indienmit außerordentlichem Fleiß arbeitete, und dieses Amtihn daran hinderte; so legte er solches 1567 nieder,und gieng nach Pompal, allwo er ruhiger arbeitenkonte, ist auch allda 20 Octobr. 1570 gestorben. Sei-ne Lchrissten sind: Afia, dos feitos qne os Portuezesfezerano no dej'cobrimento e conqttißa dos mares e ter-ras do Orienta, welche Historie hernach von Diego deLouto fortgesetzt, auch in die lateinische und italiäni-sche Sprache gebracht worden, in welcher es auch iny. B. Rtimujii Raccolte delle navigationi & viaggiTomo I stehet; Chronica do Emperador Clarifmundo,so ein Roman ist; Rhopiea Pnevma, so ein Gesprächzwischen Verstand und Willen ist; Grammatica por-tuguej'a. - Unter seinen noch ungedruckten Wcrckenbefinden sich : a virtuos a vergonba; problemas morais ;exclamaçaon çontra os vicias in Versen; panegyrico aInfanta Donna Maria; esfera de inßruBura das cou-sus, darinne von der Architektur gehandelt wird; geo-graphia universalis und' historia Tamerlanis. Ant.Nie.

de BARROS, oder Barrios, (Johann), ein Spaniervon dem Orden de Mercede, war des Kaysers Ca-roli V Historiographus und Rath, lehrte auch zu To-ledo die Theologie. Er wurde zum BischoffzuAssum-tion in America An. 1550 ernennet; doch weil seineGesundheit nicht litte, diese Stelle anzutreten, bekamer das Bißthum Cadix, starb aber bald darauf zu To-ledo. Er schrieb eine Historie Ferdinandi Catholiciund der lsabel lœ, welche ihm soll seyn entwendet, undvon einem andern heraus gegeben worden. EinigeExcerpta davon stehen in Mattbai analectis veterisœvi Tom. III. Ane.

de BARROS (Thom.), ein portugiesischer Jesuit vonCoimbra, trat zu Goa 1610 in die Societät, lehrte dieschönen Wissenfchafften und die Theologie eine gerau-me Zeit, wrirde Rector der Mißion ins Mogulische,wie auch von verschiedenen Collegiis, starb dein; April1658, und hinterließ annuas literas ex /Ethiopia an-ni 1621. AI.

de BARROVIO (Petrus), siehe Petrus.

BARROW (Isaac) , ein englischer Mathematicus undTheologus, gebohren im October 1630 zu Londen,aus einem alten Geschlecht in Suffolk, wurde anfangszu Londen in die Schule ihr CartHeuser-Kloster ge-schickt, wo er mehr Hcrtzhafftigkeit als Lust zum Ler-nen blicken ließ, indem er sich imnier ntit Herumschla-gen belustigte, andere seines gleichen zusammen hetzte,im Lernen aber wenig oder nichts that. Sein Vaterbrachte ihn also nach 3 Jahren nach Felsted in Eisex,wo er zu dessen Verwunderung gantz umgekehrt wur-de, und in dem Studircn guten Fortgang hatte. 1645gieng er nach Cambridge, allwo er als Pmsionariusin das Dreyfaltigkriks-Collegium aufgenommen, nach

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zwey Jahren zum Studenten in diesem Collegio er-wehlet, 1648 zu einem Socio desselben ernennet, undnoch in diesem Jahre zum Baccalaureo Artiunr ge-macht wurde. Weil er sahe, daß die damahligen Um-stände den Geistlichen von der Royal-Partey, welcherer anhieng, nicht günstig waren, so rutsch lofs er sich,die Artzney-Kunst zu studiren, brachte es auch in eini-gen Jahren in der Anatomie, Botanik und Chymieweit genung. Weil er aber überlegte, daß sich dieseProfeßion zu dem Eide nicht wohl schickte, den er alsein Socius des Dreyfaltigkeits-Collcgii abgelegt, soverließ er dieses Studium völlig, und legte sich gantzauf die Gottesgelahrheit, wobey er für sich die Ma-thematic mit grossen» Eifer triebe, und ohne andererAnweisung bloß durch seinen Fleiß und Fähigkeit einMathematicus wurde. 16;3 erlangte er die Magi-ster-Würde zu Oxford , und kam auf die Gedan ckrn,Reisen zu thun. Weil es ihnr nun an Gelde fehlte,so verkaufftc er seine Bücher, gieng 1655 nach Franck-reich, von da nach Italien, ferner nach der Levanteund Constantinopel, und kam 1659 über Venedig,Deiitsisslaud und Holland zurücke. Er ließ sich dar-auf zum Predigt-Amte ordiuiren, erhielt zu Cambrid-ge d.c Profeßion der griechischen Sprache, ward Bac-calaureus Theologiä, 1662 Professor der Geometriean dem greßhamischen Collegio, 1663 ein Mitgliedder königlichen Societät der Wissenfchafften, und nochin eben diesem Jahre zn der erst von Heinrich Lucasgestiffteten mathematischen Profeßion zu Cambridgeberuffen, die er auch im folgenden Jahre, nach nieder-gelegter greßhamischen Profeßion, antrat. Er tratnach einiger Zeit gedachte Profeßion an den Newtonab, ward 1670 Doctor Theologiä, und nach zweyJahren von dem Könige zum Präsidenten des Trini-tatis-Collegii gemacht; wobey er die Stelle einesCaplans bey König (Latin II verwaltete, der im Schertzvon ihm zu sagen pflegte, er sey ein unhöflicher Predi-ger, weil er feine Materie immer erfchöpssce, und an-dern nichts mehr zu sagen überliesse. Nachdem erauf diese Weise versorget war, legte er die Pfründe inWalles und die Präbende an der Kirche zu Salisburynieder, zu denen ihm sein Vetter, dcrBijchoffvonSt.Asaph, und der Bischoff von Salisbury, gleich nachDerlassung der lucanischen Profeßiongeholffen, derenEinkünffte er zu nichts anders als Wercken der Liebeangewendet hatte. 167; ward er Vicè-Cantzler derUniversität: 1677 aber, als er nach Londen beruffenworden, die Paßions-Prcdigtcn in der Gmlohall-Ca-pelle zu halten, starb er allda, nachdem er die erste Pre-digt gehalten den 4ten May. Er rauchte starck Ta-bac, welchen er zu nennen pflegte, und

sich einbildete, daß er ihm diente, seine Gedancken inOrdnung zu bringen. Er ließ sich niemahls überre-den, für einem Mahler zu sitzen: dessen Freunde aberfanden ein Mittel, ihn ohne sein Wissen mahlen zulassen, indem sie ihn mit Gesprächen unterhielten, dieihn zu einer starcken Aufmercksamkeit brachten. Sei-ne Predigten pflegte er wohl vier- bis fünffmahl an-Cee z ders