Band 
Erster Theil A - C.
Seite
903-904
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BEC K MANN

B E C M A N N

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und dedickrte solche Carl IX in Schweden, von demer 1667, als er kaum vor 4 Tagen nach Stockholmzurück gelanget, unter Vermittelung des Grafen vonOrcnstirn, zum Professor Juris zu Lunden in Scho-nen ernennet ward. Er heyrathete, als er eben Re-ctor der Académie war, eine geringe und berüchtigteDirne die fönst bey der Königin als Wäfcher - Mäd-gen in Diensten gestanden, uird mit der er sich Zeitseines erster» Aufenthalts allda versprochen hatte. ImJahr 1671 ward ihm, weil er allerhand Unruhen ge-stifftet, und die königlichen Jntraden dadurch, daßer eine Handmühle in seinem Haufe angeleget, ge-schmälert, iOo Thlr. Strafe zuerkannt und sein Sa-larium eingezogen, muste auch,weil er dem Zoll-Einneh-mer, der ihn verklaget hatte, allerhand Dinge Schuldgegeben, aber mit nichts erweisen können, demselbeneine schrifftliche Ehrcn-Erklärung thun. Als hernachpufendorf als Professor Iur. Nat. nach Lunden kam,und ihm die meisten Studenten zufielen, verdroß die-ses den Bcckmann dermassen, daß er allerhandSchrifften wider denselben ausfliegen ließ. Wie ernun deswegen actionirt werden folte, begab er sicheiligst nach Stockholm, und hielt um feine Dimißionan. Es war aber allda schon beschlossen, ihn beymKopff nehmen zu lassen, welches er noch in der Zeiterfuhr; daher er sich zur Nacht 167z aus dem Stau-be machte und nach Ceppenhagen begab, wo er dempufendorf ein Cartel zu einem Duell bey Hamburgim December-Monat zuschickte. Der academischeMagistrat zu Lunden fällere ihm 1675 das Urthcl,daß er ewig rclegiret und seine Schrifft: Index novi-tatum in Sam. Pufendorfii libris de J. N. & G. con-tra orthodoxie fundamenta contentarum , obgleich

>f. Schwary um die Wunden Christi willen vor-bat, öffentlich durch den Henckcr verbrannt werdensolte, welches auch, als die Confirmation desselbenvoin Hofe eingclauffen, und Bcckmann die vorge-schlagene Bedingungen nicht annehmen wollen, alsovollzogen wurde. Er veränderte darauf feine Reli-gion, und ward beym Kayser und Cardinal zu Ba-den kurtzweiliger Rath,auch Cantzley-Director indemSt. Michels.Kloster bey Bamberg, legte aber seinenHaß wider Pufendorfcn im geringsten nicht ab, son-dern stifftete vielmehr seinen Schwager, der in däni-schen Diensten stand, dahin an, daß er ihn ermordensolle. Wenn er endlich gestorben, ist unbekannt.Ausser den bereits ermeldten Schrifften hat man vonihm libellum contraPufendoriium, unter demNahmeNVeridici Conßantis : Dostrinam juris ; Apologiam con-tra Pufendorfii calumnias ; ausführlichen Berichtvorn seligen Gebrauch desRosenkranyes. Mol. Bo.

BECKMANN (Nicpl.) , von Tundern in Hollstein,ein Bruder Dcthlev Leckmanns, begab sich auf des-sen Rath nach Endigung der acadcmifchen Studiennach Franckfurt am Mayn zu I). Spcnern, tindnahm von ihm in der practifchcn Theologie noch einJahr durch Unterricht an, kam darauf nach Hamburg,und starb daselbst im December 1689. ° Man beschnl-

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diget ihn, daß er einen irrigen Concept von der Voll-kommenheit der wahrhafftig Wiedergebohrnen und derihnen möglichen vollkommenen Gesetzes-Erfüllung ge-habt, und deswegen das Hamburgische Ministeriumzu grossem Unwillen wider sich gereitzet habe. Er hatan 2 speuerischen Schrifften, die er in dem franckfur-tischen Pietäts-Collegio dem Spener nachgeschrieben,dieser aber nachgehcnds revidiret und heraus gegeben,starcken Antheil, nemlich am Tractat vom innerli-chen und geistlichen Frieden und an der Natur undGcnade. Mol. '

B E C M A N N (Christianus), ein reformirtcr Theologus,gebohren 1580, 20 Scpt. zu Borne in Meisscn, warzu Naumburg, Mühlhausen, Amberg, woselbst er sichzur reformirten Religion bekannt, und Bernburg Re-ktor, worauf er zur theologischen Profeßion und Su-perintendur nach Zerbst beruffen worden. Er starb1648, 17 Mertz, und hinterließ manuduct. ad lat.linguam; origines latine lingue, exercitationestheologicas contra Socinianos; anatomiam universa-lem triumphantem, welche ph. Althofcr rcsutiret;bchediafrna philologicum; apologiam pro e.odem;de usu logice; Comparationum logicarum libros 4,die Andr. Lramer ediret; exegefm piiilmi 91 ; ora-tionem lecularem de barbarie; orationes ; episto-las ; poëmata ; dist'. de barbigenio hominis meremaris. Fr. Be. a.

BECMANN (Joh. Christoph.), einSvHn des vorigen,und gleichfalls berühmter reformirrer Theologus, ge-bohren zu Zerbst 1641, studirte zu Franckfurt an derOder, wurde daselbst 1661 Magister, und kriegte vondem Churfürsten von Brandenburg eine Pension, da-für zu reisen, und sich sonderlich auf die Historie zulegen; worauf er eine Reise durch Deutschland, Hol-land und Engelland that, 1667 zu Franckfurt gräcäLingvä, i67O.Historiarum extraordinarius, 1676 ordi-narius Professor wurde, 1672 den Gradum DoctorisTheologiäannahm; ferner 1687dieProfcßionemPoli-tices, und 1690 Theologiä erhielt,auch achtmahl RectorMagllificus wurde. Er schrieb Historiai« orbis terra-rum jineditarionespoliticas ; commentariumde eque-stri johannitico ordine ; notitiam uni verfitatis franco-furtensis; anhältische Historie; Historiarn franco»furtanam ; notitiam dignitatum illustrium ; analectahistorica; difputationes 24 academico-politicas ; ca-taloguai bibliothece fraseofurtane ad Oderam; li-neas doctrine moralis de natura moralium variisqueeorum calibus; Bericht von denen An. tögo ausdenen Blattern derer Bäume häufig gefundenenGchlangen-Gcstaltcn; Dill de cognominibus prin-

cipnrn; de judiciis Dei; Streit-Schrifften mit II.J. Maiio unter dem Nahmen ck>ubertus Nlosanus rc. ;gab seines Vaters Anatomiam triumphantem unterdem Nahmen Lh. Müssonius in 4 Theilen; H- Gr°-tiuw de jure B. & P. cum variorum & fuis notis;Jobsts Beschreibung der Stadt Franckfurt an derOder; Aug. Lchrbcrgers Abriß der Stadtnigsbcrg mit Anmercküngen heraus, hinterließ IM

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