Band 
Erster Theil A - C.
Seite
1115-1116
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BLAKWEL

BLAMBEKÍ A

BLANC

I Il6

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land bürtig, allwo sein Vater gleiches Nahmens Do-cker Theologiä war, hatte schon im iztcn Jahre eineausscrordentliche Kemstniß im Lateinischen und Griechi-sche», ward auch im 16 Jahre auf die Schule nachEdcniburg geschickt, ließ sich aber nicht bewegen , aufdasiger Académie zu bleiben, oder einen Gradmn an-zunehmen. Er hatte eine grosse Begierde die Weltzusehen, verließ im raten Jahre heimlich Edemburgund gicng nach Londen. Weil er aber nicht viel zu le-ben hatte, trat er bey einem Buchdrucker als Corre-ctor in Dienste, und lernte bey dieser Gelegenheit dieBuchdrucker-Kunst selbst. Er heyrathcte darauf,krieg-te mit seiner Frau Geld; verließ aber solche bald undgieng nach Franckreich, und darauf »ach den Nieder-landen und Deutschland; worauf er nach drcyjàhri-gen Hcrumschwcifcn wieder nach Londen gicng, undvon seiner Frau wohl empfangen wurde. Erlegteall-da eine Buchdruckerey an. Weil aber die andernDrucker solches nicht leiden wolten, ward ihm dasHandwcrck geleget; worüber er in grosse Schuldenkam, 1734 Bangvcrout machte, von einem seinerGläubiger in Verhafft gebracht, und darinne zweyJahr gehalten wurde. Seine Frau aber, welche einebesondere Fähigkeit zu mahlen hatte, zeichnete mcdici-nische Pflantzen und Kräuter nach der Natnr mit sol-chem Bcyfalle, daß sie dadurch viel Geld verdiente,und in den Stand kam, dieFreyhcit ihres Mannes zucrkauffen. Derselbe gieng ihr darauf an die Hand,setzte zu den Kräutern, welche sie gezeichnet, auch her-nach in Kupffer gestochen, und mit lcbhafften Farbenausgeschildert, deren Gebrauch und Nahmen in ver-schiedenen Sprachen. Als der ersteBand ihresKräu-ter-Buches fertig war, erlaubte man ihr , denselbender Académie der Wisscnschaffkcn persönlich zu präscn-tiren; welche Gesellschafft ihren Fleiß mit einem an-sehnlichen Geschencke belohnte, und ihr ein schrifftlichZeugniß ihres Beyfalls gäbe. Dieses Buch ist auchins Deutsche übcrfttzet, 1747 zu Nürnberg unter demTitel: Elisabeth Blackwcl auüerlesener, Krauter-Buch gedruckt worden. Blakwel legte sich daraufauf die Natur-Lehre und Artzney - Wisscnschafft, in-sonderheit aber auf die Verbesserung schlechter Lände-reyen. Wegen dieses Ictztern ward er von einigen ge-gen reichliche Ergotzlichkeit zu Rathe gezogen, und vondemHcrtzog von Chandos in Dienste genommen, undzum Ober-Aufseher über seine Ländereyen zu Camonsbestellet. In diesen Umstanden war er, als er dasBuch: A new mefhode es huproving cold, wi, andharren Lands , particularly clayey Grounds, voith theMänner nf burning Clay, Turz , and Mole Hills &c.heraus gab, welches Buch wohl ausgenommen, undvon dem schwedischen Gesandten an seinen Hof geschicktwurde; der hierauf Befehl kriegte, Blat'wellen schwe-dische Dienste anzutragen: welche derselbe annahm,nach Stockholm gicng, und von der Krone eine an-sehnliche Besoldung erhielt. Als er den König an ei-ner gefährlichen Kranckheit glücklich cnriret, kam er ingrossen Ruf, und ward unter die königlichen Leib-

Aertzte aufgenommen: wobey man ihn von solcherZeit an, einen Doccor ncnnete. Weil er sich aber insolche Dinge mischte, die der Krone gefährlich waren,so ward er bey dem Kopfe genommen, Und wegen einergeheimen Zusammenverschwörung, zu Wiedereinfüh-rung der Souverainität, und Vernichtung der festge-setzten Thronfolge 1747 den 9 August enthauptet.

Schm.

BLAMBEKIA (Agnes), eine Franciscaner - Nonnezu Wien, starb daselbst 1315. Ein ungenannter Mi-norât hat ihr Leben und gehabte Offenbarungen be-schrieben, welche Bernh.Pc; zu Wien 1731 in 8^ret. Fa.

B L A M P IN, oder Blancpain, (Thomas), ein Benedictr-ner von der Congrégation S.Mauri, gebohren 1640zu Noyon in der Picardie, wurde nach dex Hand Su-perstar in den Abteyen S. Nicasii und St. Rcmigii zuReims, woselbst er auch An. 168; die gewöhnliche Pro-fession abgeleget. Nach diesen bckam erAn.-i7v8dasAmt eines Visitatoris in Burgund, und starb in derAbtcy von S. Benoit -sur- Loire den 13 Febr. 17 ro.Man hat ihm eine neue Auflage der sämmtlichen Schrif-ten des heiligen Aügustlni zu daucken, davon der ersteTomus An. 1679, der eilfte und letzte aber An. 1700in fol. heraus gekommen; worüber in der frantzösi-schen Kirche ein heftiger Streit erreget worden,indemeinige ihn und scineOrdcns-Brüdcr beschuldigen wol-len, als ob sie darinne ihre Neigung, demJansenismoaufzuhelffen, nicht undeutlich zu erkennen gegeben.

Pez. Ce.

cle BLANASCO (Johannes),- ein Professor Juris zuBologna, aus Burgund, florirte 1256, und schrieb

Comrnenrar. super tit. de actionibus ; ordinem judi-ciarium; librum de fendis &homagiis &c. Panz. Fi.

BLANC, siehe Blondes, Blanchinus, Bianchi, Aldus,Blancus und Candidus.

le BLANC (Eudo ober Otto), ein gelehrter undin derMathematic wohl erfahrner Cardinal und Bifchoffvon Porto, sonst Aleranus genannt, von Casal, ausdem Hause dcr Marck Grafen von Montfcrrat,schriebeinige astrologische Tractate, und starb 1251 auf demGeneral-Concilio zu Lyon. Au. Ol.

BLANC (Franc.), siehe Bianca.

BLANC (Franciscus), ein Frantzos, aus Dauphinegebürtig, legte sich auf die schönen Wissenschafftcn, in-sonderheit aber aufdieHistorie und Kenntniß der Mün-zen, worinnc er es auch ziemlich weit gebracht. DerKönig Luvovicus XIV trug ihm auf, die Müntzcnvon Franckreich zu beschreiben, welchem Befehl er auchnachgekommen, indem er An. 1690 sein Traité histori-que des Monnaies de France depuis le commencem'ent dela Monarchie jusqu à pre/ent, ans Licht gkstellet. Erstarb sehr schnell zu Versailles im Jun. 1698 > undhinterließ noch eine disl'ert. fur quelques monnaies deÇharlemagne, de Louis Débonnaire , frappées à Rome ,

woraus er beweisen will, daß diese Könige das Rechtder Souverainität in der Stadt Rom gehabt. Mé-moires du cerns.

BLANC