Band 
Erster Theil A - C.
Seite
1511-1512
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izir BUSCHÈ

testen Leuten bekannt machte. Hierauf wurde er zuHeidelberg Magister, und als er nach Cöln kam, ge-rieth er mit Jacobs Hochstraten und Arnolds SeTungris in Streit, weswegen er diesen Ort verließ,und durch gantz Deutschland reisete. Als er wiederin sein Vaterland gekommen, erhielt er einen Platzan dem Hofe des Bischoffs zu Münster; gieng aberbald von dar nach Frankreich. Nach seiner Zurückekunfft suchte xv in Deutschland die Reinigkeit der la-teinischen Sprache auszubreiten, docirte auf Veran-lassung Hermanni, des Grasen von Neuenar, zuCöln, muste abèr von hier wegen der Theologen,so ihm gehäßig waren, weggehen, da er denn zu Hamin Westphalcn, Münster, Oßnabrüg, Bremen,Ham-burg, Lübeck, Wißmar, Rostock, Greiffswalde undFranckfurt an der Oder verschiedene Aurores classi-cos erplicirte. Ob er gleich zu Franckfurt, weil derChurfürst von Brandenburg eine Universität daselbstaufzurichten willens war, bleiben solte, so gieng erdoch nach Erfurt, und-von dar An. i;o6 nach Leip-zig, da er viel Auditors hatte, und die-Barbarey ver-sagte. Ums Jahr iziOwurdeer nach Wittenberg be-ruffen, weil er aber mit Strulio, einem Poeten ausItalien, wegen des Applausus in Streit gerathen,gieng er wieder nach Leipzig, von bannenerAn. 1511durch Anstifften Hieronymi Emseri vertrieben ward.Hierauf begab er sich nach Magdeburg, und woltedaselbst lesen. Weil es ihm aber nicht zugelassen wur-de, gieng er nach Braunschweig und Hildesheim,und legte Proben seiner Gelehrsamkeit ab. Nach die-sem besuchte er seine erbliche Güter in der GrafschafftSchauenburg, und nachdem er gewisse jährliche Ein-kommen davon erhalten, reisete er nach Holland undEngelland, und suchte an allen Orten die Etudia zubefördern. Hierauf beruffte ihn Hermann, GrasvonNeucnar, wieder nach Cöln. Weil er aber mit Or-tuino Gratio zerfallen war, mnd.es mit Reuchlinohielte, auch an den epistolis obscurorum virorumTheil hatte, so wurde er wieder von Cöln vertrieben,zu Wesel im Clevischen aber 1518 zum Rector ge-macht. Als nun damahls Luther!, Melanchtho-nis und Bugcnhagii Schrifften heraus kamen, läseer solche, wie auch die heilige Schrifft und die Pa-tres fleißig, gieng »ach Wittenberg, und erklärtePrudentii und Boethii &c. carmina. Er wurde hier-auf von Luthers und andern dem Landgrafen von' Hessen recommendiret, der ihn zum ProfessoreHistv-riarum zu Marpurg machte/ woselbst er noch in sei-nem Alter An. 1527 hcyrathete, auch einen SohnHieronymum zeugete, der aber kurtz vor ihm starb.Unterdessen entstunden die Streitigkeiten mitdenWie-dertäuffern, da er sich nach DrW», einer Stadt imBischoffthum Münster, woselbst er einige Güter hatte,begab, und hernach nach Münster beruffen wurde,mit den Wiedertäiiffern zu conferiren. Als er abereinsmahis hierüber gantz matt worden , und der Ge-gentheil ihn deswegen verspottete, eilete er nachDu-l»r zurück, und starb daselbst An. r;z4vor Verdruß.

BUSCHERE BUSCHER 1512

Er ist ein guter deutscher Poete gewest, und hat Com-ment:. in Denatum; annorationes in Si/ium Italicmn;diiputationem de paedo-baptismo ; Commentariumin LaBanttt hymnum de resurrectione Christi ; scho-lia in /Eneida Virgilianam ; 2 Bücher de aurorirareverbi Dei; Liplica, sep sylvam de lande culcuve ur-bis lipsienlis, worüber Pbil. Noveßanus scholia ge-macht ; notas in Perfium , die Ioh. Murmel!»« kdi-ret; triplex hecatostichon de Mari« psalterio,

welches sich in der mayerischen BibliotHeck im Manu-script befunden; epigrammarurn libros z; oestrumpoeticum contra Tilem. Heverhngium ; Comment, inClaudìanum de raptu Proserpinas ; decimationes plau-tinas; annotationes in librum I Martìalis , pbícœ-nis carminibus rejectis ; notas in Juvcnalem ; artemmemorativam ; vallum humanitatis ; hypanticonversibus heroicis ; orationes ; Carmina varia geschrie-ben, davon die meisten in den deliciis poetarnmGermanise stehen. Sein Leben hat Herm. Hamcl-mann in einer Oration weitläufftig beschrieben, wel-ches in Bob. Gocjii opufculis de W estphalia variis, undÌN Cbriß. Henrici vitis Eruditorum siehet. So hatauch Jacob Burckhard, als er 1719 das vallum hu-manitatis des von Busche wieder zu Franckfurt amMayn ediret, solchem eine umständliche Nachricht vondem Verfasser beygefüget. Ad. Hend. Sw.

BUSCHE R E, siehe Silvius (Petrus).

BUSCHER* (Heizo), cirt Magister Philos. und Rectorzu Hanover, florirte am Ende des 16 Seculi, und

schrieb de ratione solvendi sophismata ; fafciculumquaastionum controversarum ; harmoniam logictephilippo-ramtcx ; arithmeticam vulgärem, über wel-che letztere JohBothvidus Noten geschrieben.

LUSCHE R (Stars), ein Magister Philofophiä und lu-therischer Prediger, Heho Buschers Sohn, vonHanover bürtig, studirte zu Tübingen, Giessen, Ro-stock und Marburg, ward erst zu Stade, und hernachzu Hanover Rector, 1626 aber an dem letzten OrtePrediger an der Egidien-Kirche. Als er in seinemBuche cryptp-papismus novœ théologie heimstadi-ensis die helmstädtischen Gottcsgelehrten grosser Irr-thümer beschuldigte, und Hertzvg Georg zu Braun-schweig und Lüneburg eine Untersuchung der Sacheverlangte, wolte Buscher dabey nicht persönlich er-scheinen, sondern sich schrifftlich rechtfertigen; wes-wegen er seine Gemeinde verließ, nach Stade zu sei-nem Bruder zohe, darauf zu Hanover feines Amtesentsetzet ward, und 1641 den 14 Februar, zu Stadestark Seine Schrifften sind: Me Haupt-Artickelchristlicher Lehre in gewissen Definittonibus und Dij'tributionibus durch Frage und Antwort vorgetra-gen; SS. Theplog^ synopsis methodica ; christli-ches und nothwendiges Bcdenck'en,wic die Stadia derlieben Jugend;u Ehren Gottes und der Mensche"XVohlfahrt solle» gerichtet.werden; disquilitiorecta juventutis scholasticae institutione ad'verarnhumanitatem & pietatem christianam, dagegen derr Rector