DIDYMUS
DIECK
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ward er zu Wittenberg Magister, und 151z Priester,lehrte darauf mit grossem Beyfall, und ward einerder berühmtesten Prediger seiner Zeit. 1521 verließer das Kloster, und fieng an, sich dem Pabstthum mitNachdruck zu widersetzen. Er nahm darauf an Larl-stavtsBiidcr-Stürmerey Antheil, und trieb dieselbe soeifrig, daß sich die Anhänger dieser irrigen Lehre vonihm, als ihrem Urheber, Gabrieliten nenneten: wur-de aber durch Luchcrumbaldwiederzurechtegebracht.Er wurde darauf nach Zwickau gesandt, und hielt da-selbst an dem Johannis-Feste eine so bewegliche Pre-digt, daß die Anwesenden, weil sie ihn seiner schwa-chen Sprache wegen nicht allenthalben vernehmen kon-ten, aus den Stühlen gelauffen, an die Cantzcl getre-ten, und ihm mit der grösien Andacht zugehöret. Erverkündigte darauf das Evangelium zu Düben, undkam 1522 aus Luthcri Recommendation als M' ersteevangelische Prediger nach Altenbnrg, allwo er aberwegen des Hasses der Römisch-Catholischen in keinemGvtkes-Hause lehren konte, sondern unter einer gros-sen Linde bey dcmHospital seinen Gottesdienst zuhal-ten genöthiget wurde; weil er aber von den Catho-licken viel Verfolgung erdulten muste, und einst bey-nahe gar wäre gesteiniget worden; so nahm er denBeruf an, als ihn der Churfürst 152z zum ersten lu-therischen Pfarrer und Superintendenten nach Tor-gau setzte. Er lehrte allhier bis 1549, in welchemJahre er seines Dienstes, weil er sich dem Interimhefftig widersetzte, erlassen, gefangen genommen, undnach Wittenberg auf das Schloß gebracht wurde.Nun erhielt er zwar nach einiger Zeit seine Freyheitwieder, muste aber zu Torgau für sich als ein Priva-tus in grosser Armut leben, bis er endlich 1558 den7 May verstarb. AI. Johann Georg Terne hat1737 zu. Leipzig in 8v. Versuch einer sufficientcnNachricht von des Gabriel Divpmus fatalen Ae-bcn heraus gegeben. Seä. Un.
DIDYMUS (jacob«s), ein Fricßländer im 16 Sc-cnlo, war ein guter Poet, stand mit Franc. Modio invertrauter Frcundschafft, und schrieb poemata varia,welche zu Colin in 8 zusammen gedruckt worden.Sw.
DIDYMUS, ober Zwilling, (Paul), ein Sohn Ga-'bricl Divpmi, gebohren den 6 Nov. -547 zu Torgau,siudirte zu Grimma unter Avant Sibern, und her-nach zu Wittenbech, ward allda 1572 Magister, 157gaber auf der neu errichteten Académie zu Jena Pro-fessor Philosophiä und Poeseos, verfiel aber durch all-zu fleißiges Studiren in ein schwindsüchtiges Fieber,ließ sich, um die Lufft zu verändern, nach Torgau inseine Geburts-Stadt bringen, und starb allda den 6Nov. i;8i an seinem Geburts- und Copulations-Ta-ge. Seine Schriffren sind: Eibb. VIII Joscphia-dos totam Geneíin complectentes; Sionia ilve me-letemata ex evangeliis dominicalibus. Z.
DlEBOLT, siehe Gerlacher (Theodor.).
Dieck (Joh.), ein hamburgischer Studiosus Theolo-gia^welcher von dem geistlichen Ministerio die Frey-Gelehrt. Lexic. T. II.
heit zu predigen erhalten, solcher aber- als er sein Ge-sichte verlohren, wieder verlustig worden, beschwertesich dahero darüber, und gab 1702 eine kurye undwahrhaffcige;ur Befrievigung Vcs Gewissens ab-ziclense Relation dessen, was zwischen Sem Mini-scerio zu Hamburg unv ihm vorgegangen, betref-fenO Sie ehemahls theuerft versprochene, hernach-mahl« aber abgeschlagene Vergünstigung zu predi-gen, heraus. Er lebte noch 1719. Mol.
DIECMANN (.säe.), ein lutherischer Prediger, ge-bohren 1618 zu Anclam, war erstlich Prediger zuNeuhausen, hernach Diaconus bey der St. Cofmä-und Damiani-Kirche zu Stade, endlich Pastor da-selbst, ließ unterschiedene Leichen-Predigten herausgehen, und starb den 10 Febr. 1683, im 65 Jahr.W, d.
DIECMANN (Johann), der ältere, ein lutherischerTheologus, war Jacobi Bruder, und des jüngcrnJo-hannis Vater , gebohren 1611 zu Anklam in Pom-mern, studirte zu Stettin, Lübeck und anderer Orten,ward 1644 Pastor zu St. Marien in Stade, und starbden 24 Junii i68l. Seel.
DIECMANN (Johann), ein lutherischer Theologus,des fürhergehenden Johannis Sohn, gebohren den30 Junii 1647 zu Stade, gieng im 17 Jahre auf dieUniversität Giessen, 1666 nach Jena, und 1670 nachWittenberg, an welchem letzten! Orte er auch 1671den Gradum Magistern erhalten. Anno 1672 gienger nach Hause, und 1675 wurde er Nector des Lyceizu Stade; 1683 aber General-Superintendens derHertzogthümcr Bremen und Verben; worauf er zuKiel in eben diesem Jahre den Titel eines OoctorisTheologiä annahm. Als 1712 die beyden Hertzog-thümer mit Krieg überzogen wurden, muste er aufBefehl der Obern die Flucht ergreiffen, und zu Bre-men ins 4W Jahr im EMio leben. 1715 wurde ervon der königlichen groß-britannischen nach Stadeverordneten Regierung aufs ncüe zur General-Su-perintcndur beruffen, welchem Beruf er auch gefolget,und in solcher Station den 4 Jul. 1720 gestorben;nachdem er 13 Kinder gezeuget, von denen er 8 leben-dig hinterlassen. Als er 1712 war todt gesaget wor-den, hat er folgendes in seinem Calcnder aufgezeich-net: In diesem October-Monat bin ich zu Hamburg,Berlin und Leipzig in den gedruckten Avisen, auchsonst verschiedentlich in Briefen todt gesaget worden.GOtt gebe, daß, da ich durch seine Genade noch lebe,ich von nun an destvmehr mich befleißige, der Sündeabzusterben, und sie in mir zu todten, damit mein JE-sus desto kräfftiger in mir, und ich in ihm unverrückthier zeitlich im Glauben, und dort ewig mit ihm inSchauen leben möge, Amen. Er schrieb de natura-lismo turn aliorum, turn maxime Johannis Bodini ;specimen gloslarii latino-theotisci MSti,quod Raba-no Mauro inscribitur; dillercationes deipsrsioneflo-rum unter Joh. Lonr. Dietrichs Vorsitze, unter des-sen Nahmen sie auch des Nicolai tr. de PhylloboliaS> einver-