Band 
Zweyter Theil D - L.
Seite
361-362
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Z6r

EPtíRÉM

E PH R E M, oder Ephraem, oder EfFrem, mit dem Bey-nahmen Syrus, weil er von Nisibe in Syrien gebür-tig war, lebte in dem 4 Seculo, und wird zuweilenDostor orbis, ein Lehrer der Welt, und der SyrerProphet genennet. Nachdem sich Ephrem von Ja-cobs, dem Bischofs von Nisibe, in der christlichen Re-ligion unterrichten lassen, und sodann auch von dem-selben getaufft worden, gieng er nach Amida und vonvannen nach Edesst in Mesopotamien, wo er einigeZeit als ein Mönch mit heiligen Uebungen und Stu-fen zugebracht. Hierauf besuchte er die nitriensischeWüste, und hielt sich 8 Jahr in Egypten auf. Weiler aber langst gewünschet, den heil. Basiiium zu se-yen, that er von dar eine Reise nach Cäsarea, undtourde allda von gedachtem Bischofs zum Diacono ge-deihet. Als ihn ungefehr 4 Jahr hernach derselbe<iuch zum Bischoff creiren wollte, und deswegen eini-ge Männer in geheim abschickte, die ihn von Edessa,î?o er sich die letzten Jahre aufhielt, zu ihm bringensollen, stellte er sich unsinnig, bis die Gesandten wie-der heimgezogen. Er starb im Junio 3 7 3 odertote andere wollen 378, und hat viel in ungebun-dener und in gebundener Rede geschrieben. Alstr wahrgenommen, daß -Harmonius, des beruffe-Jtott Ketzers Lardesanis Sohn, mit seinen Lie-. iedoch meistens nur durch deren Annehmlichkeitr» der Music, viele Leute eingenommen und verfüh,trt, nahm er eben diese Melodien und verfertigte dar-iu andere und geistliche Gesänge, die nichts irriges^tthielten; wodurch er zuwege brachte, daß jenes sei-«e bald vergessen wurden. Er hat, wie die Syrertoelden, 12000, oder wie die Copten wollen, 14000^t'mina, und nach Sozomein Bericht in allemZvOoooo Verse verfertiget. Nach einiger Meinung,toll er auch 14022 Sermones geschrieben haben; da-^ngegen phorius die Zahl derselben nur etwas übercvQQ sitzet. Er hat auch noch über die meisten Bü-toer der heil. Schrifft commentarios hinterlassen,^•titge von seinen Wercken sind annoch in der syri-toyen Sprache, darinne er sie selbst verfasset, bis aufà ^o.wmen, andere aber in arabischen, griechischen»d lateinischen Uebersctzungen vorhanden. Seineà'^lltnken Wercke hat Gerh. Joan. Vosiius grie-rfj-J5J) und lateinisch 1616 in foi. ediret, gantz grie-Jto) aber sind sie am besten 1729 zu Oxford in fol.<£ ^^cht getreten. Seine Sermones hat Ambrosiusà^l^ànsis ins Latein übersetzt; zwey Sermonessein" Je S ' Cœna í )at Hf. Js. petr. L.ohl zuerst 1729Introductioni in historijm & rem literariam» inprimis sacram, beyfügen lassen. Diesandigste Aussage aller feiner Schafften ist dieje-weirt Affemann zu Rom heraus gegeben, vonder erste und andere Band syrisch und lateinischìyj ""d 1740 an das Licht getreten, der 6te aberbuna ^ Werck geschlossen. Seine Lcbens-Befchrei-in sm s!i, unter andern auch von einem ungenanntenÜibli I, ® prslc *> e aufgesetzt, und von Ajjhnam inC p? Ac°i ienr - u 1 heraus gegeben worden. Ast'.

' ^ a. eid. Pho,

EPICADÌUS ÈPICTETUS 36 a

ËPICADIUS (Cornelius) , ein Freygelassener desSylla, dessen Annales er nach seinem Tode zu Standegebracht hat, lebte 657 nach Erbauung der StadtRom, und verfertigte auch etwas von heroischen Ver-sen und Zunahmen. Sve. Vo.

E P I C H A R M U S, ein Poete, Medicus und pythago-rischer Philosvphus von Eos, war Thyrsi Sohn, undMetrovori, eines Medici, Vater, kam, als er kaum 3Jahr alt war, nach Syracusa, woselbst er erzogen wor-den, daher er insgemein für einen Sicilianer gehaltenwird,erfand die zwey griechischen Buchstaben Sund x,verfertigte auch: "Ovoioox^itixù ; commentarios denatura renim atque de mediciha, welche noch in dirvaticanischen Bibliothek zu Rom im Manuscript lie-gen sollen; 52 Comödien in Versen, darinne er dieLehren des Pychagorä vorgetragen, deren 40 demTitel nach von den Alten angeführt worden, von denenauch einige Fragmenra in Stephani, Gvil. Mo-relli, Jac.-Herrelü und-Hug.Grotü Collectionen, wieauch in H.Stepbani poesi philosophica zu sindcn. Ei-nige machen ihn, wiewohl ohne Grund, zum Verfas-ser der Carminum Pytbagora aureorum ; so soll auchCbryfbgonus «7» , oder koMtimv unter Epi-

charmi Nahmen bekannt gemacht haben, so aber nichtseine Arbeit sind. Weil ihm die Philosophie öffentlichzu lehren, von dem Tyrannen -Hierone verboten wor-den, retirirte er sich nach der Insel Eos, und starb im97 Jahr. Laer. Fa. Laie. Plin.

EPICRATES, ein Comodien-Schreiber von der mitt-lern Comédie, aus Ambracia in Epiro gebürtig, leb-te in der 103 Olympiade, und schrieb verschiedeneDramata, als da (Ulb *Afi»£ov(sj ’A»ríX«2'r; A íttxuç*

1 ros ; ’'Ef*iro S os; xoçòs, von welchen wir nur noch eini-ge Fragmenta beym Herrelio und Grotio übrig ha-ben. Er pflegte es dem Plaroni und Speusipps alseinen Vorwitz auszulegen, wenn er sie die Natur derThiere und Gewächse untersuchen sahe. Ar. 8. Fa.

E PICRATES, ein Redner zu Athen, der gewohntwar, einen sehr langen Bart zu tragen, der ihm diegantze Brust bedeckte. Plato hat daher Anlaß ge-nommen, ihn in einer Comödie unter dem NahmenSacesphorus durchzuziehen , welcher so viel als einSchildträger heisset. 8.

EPICTETUS, ein stoischer Philosophas, von Hie-rapolis in Phrygien, lebte zur Zeit der Kayser Nero-nis, Domitiani und Trajani, und lehrte zu Rom undNicopolis die Moral-und Vernunft-Philosophie mitgrossem Applaus», welche aus den Wörtern: ‘A Axwv&j ani X av, Ietöc und meide, bestanden, und war einbesonderer Widersacher Epicuri, ward aber vom Do-mitiano, in der 216, oder 217, oder nach andern inder 218 Olympiade, nebst andern Philosophis zwey-mahl vonRom verjagt, da er sich denn nach Nico-polis wandte, und unter dem Nerv« wieder nachRom kam. Er war anfangs ein Sclave bey einemMinister des Nero, ward aber endlich freygelassen,Mb bekannte von sich, daß ihm nichts gemangelt, ob3 Z rr