Band 
Vierter Theil S - Z.
Seite
207-208
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SCHADE

SCHADE

SCHIFFER

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zichung des gewesenen Residenten von Schade ver-siegeln. Dieser abcr wolte die Versiegelung selbst mitGewalt bewerkstelligen, und sich der Schrifften an-Massen. Darüber kam es zum Handgemenge/ undder Resident ward tödtlich verwundet, starb auch kurtzdarauf. Dessen hinterlassme Wittwe ließ folgendezwey Schrifften drucken : Relation verhalle de V hor-rible deteflable AJfafinat commis en la personne deMr.de Schade; einige Perioden aus den triefendes sel. Herrn Joh. de Schade. Weil aber die Mi-nister beyder Höfe darinne der Verrätherey beschuldi-get, auch der hohen Häuptern schuldige Respect nichtbeobachtet worden, so verbot man, beyde Schrifftenzu verkauffen. Gcetze.

SCHADE (Jo. Caspar), ein lutherischer Theologus,und Sohn des vorhergehenden Jacobi, gebohren1666, 13 Jan. zu Kühndorff, studirte zu Leipzig,wur-de zu Wittenberg Magister, hatte zu Leipzig'an demCollcgio philo-biblico, woraus nachgehends der sogenannte Pietismus entstanden, wie auch an andernBewegungen, so deswegen vorgiengen, grossen Theil,und wurde 1691 zum Diaconat an der Nicolai-Kir-che nach Berlin geruffcn. Er führte ein sehr exem-plarisch Leben, war ein eifriger Prediger, hielt vielauf das Catechisiren, und verfertigte viel erbaulicheBücher, welche er auf eigene Unkosten drucken ließ,und sie hernach an arme oder junge Leute verschenckke.Wegen der geistlichen Versammlungen, die er in sei-nem Hause hielt; wie auch wegen einiger harten Ex-preßionen, die er von dem Beicht-Stuhl brauchte,hatte er vielen Verdruß, welcher aucb mit seinem To-de, der 1698 den 25 Jul. erfolgte, nicht aufhörete, in-dem der Pöbel sein Grab den Abend nach der Beerdi-gung so zertreten und ruiniret, daß man kaum dieStäte darvon finden können. Er schrieb von derFrage, was fehlet mir noch? von der Frage: wasmuß ich thun, daß ich selig werde? Einleitung undAnweisungzu dem wahren Christenthum; Unter-richt, wie man die Bibel lesen soll; der LinderGottes geistliches Schatz-Lastlein; Anweisung zufruchtbarer Betrachtung der sechs Tage-wercke;herrliche Christ-Bescherung; Ehren - GedächtnißJesu; Betrachtung über den Himmel-fahrendenJesum ; Beicht-Büchlein; christliche Haus Lerche;predigten; Scnd-Schreiben; richtigen Wegwei-ser ;ur Seclen-Ruhe; hell-leuchtenden Glaubcns-Spiegcl; wie die Predigten anzuhören seyn; geist-reiche Schrifften über alle Sonn-Fest-und Feyer-tags-Evangelia, welche Gottfr. Arnold 1723, HerrJoh.Sim. Bucht« aber 1739, nebst Schadens Pre-digten auf die Apostel-Tage, 4 Büß- und 3 Paßions-Betrachtungen, und der Haus-Kirche zu Hof in 4ediret. Seine übrigen Schrifften sind 1722 seqq. zuLeipzig nebst dessen Lebens-Beschreibung in 5 Bändenin 8 zusammen gedruckt worden.

SCHADE (.so. Val.), ein Doctor Medicinä von Hom-burg in Hessen, wo sein Vater gleiches NahmensRaths-Herr war, studirte zu Marpurg, Straßburg

und Basel, promovirte an dem letzter» Orte 1673,practicirte hernach in seiner Vaterstadt, und schrieb

disp. inaug. de sterilitate mulierum ; obs. de fœmina,quae e scabie in desperatam inciderat melancholiam,fluxu lochiorum curata, die in Ephem. Acad. Nat.Cur. stehet. M@l.

SCHADE (Osias), cm Sohn Eli», von Straßburg,lebte zwischen 1617 und 1625, undschrieb: summumargentoratensium templum; straßburgisches Fachnachts-Lüchlein; Job. Sleidanum verum & ad nostratempora continuatum, d. i. Beschreibung allerley inGlaubeng-unS weltlichen Geschichten sichzugetra^gener Handel, in 4 Theilen in folio.

SCHADE, oder MoseUanus, (Ferrus), aus dem StifftTrier, kam 1517 a» Rich. Lroci Stelle als Professorder griechischen und lateinischen Sprache nach Leip-zig, wohnte auch 1519 der bekannten Disputation aufdem Schlosse daselbst bey. AIS die Universität 1519auf eine Zeitlang nach Meissen verlegt wurde, über-sitztr er daselbst Gcegorii Llazianzeni 5 Bücher deTheologia in die lateinische Sprache, schrieb auchsonst: ?Läo1o§i3m; notas in Aul. Gellii noctes atci-cas ; in Quintiliani institutiones ; in Claud. Mamertilibros 3 de statu animae ; scholia in Ce. Valla cate-goreniata ; versteuern latinam orationis Ifocratis depace; tabulas deschematibus & tropis, die Uein-Lorichius 1590 ediret; tr. de tempore studiis im*pendendo, der auch in All. Molnar f'ylleftis scholl"sticis stehet; Orat. de variarum linguarum cognitio*ne paranda, weiche phi!. Horst 1634 auflegen lassen;Orat. de ratione disputandi, prLlertim in re theo*logica, die er 1519 auf der Pleissenburg gehalten,und meistens in Seckendorffg Hist. Luth. Lib.I, sttrtvollständigsten aber in Val. Ernst Löschers Reforma-tions-Aetis l'cim. in zu finden. Er war klein vonStatur, hielt fleißig Eorrespondentz mit Luthers,blieb unverheyrathet, und starb 1524 den 17 Febr.inl31 Jahre. Vog. Ad. Seck.

SCHADLAND, siehe Soadland.

SCHADRENSIS, siehe Sciadrensis.

SCHAÌDLIN (Abraham), ein Clerieus von derBrü/verschafft Corporis Christi in Augspurg, lebte zwi-schen 1607 und 1611, und schrieb Rosen-Gartleinder gedachten Brüderschafft; Bericht von Joh-von Mervinia, wie er 1610 zu Londen wegen oe»^katholischen Glaubens ist gemartert worden.

SCHIEFER (August), ein Medicus zu Magdeburglebte um 1685, und schrieb: Saly-Proben.

S C H Ai F F ER (Car.), siehe SchefFer.

SCHAiFFER (Michael), ein würtembergischer 2^logus, gebohren 1573 zu Peter-Zell im Würtenibck)gischen, studirte zu Tübingen, allwo er auch diegister-Würde, und folgends eine Repetenten-Stt"erhalten; ward hierauf 1600 Diaconus zu /pach, 1601, nachdem er sich durch Predigen u"Disputiren hervor gethan, Pros. Lheol. extraoror^