Band 
Vierter Theil S - Z.
Seite
1281-1282
JPEG-Download
 

1 2 8 1 T OURNEFORT

ein außerordentliches Vergnügen an Kräutern; wieer denn öffters seine Stunden beydenIesuicen zuAsrversäuinte, und dafür auf das Feld, oder in einigeGärten botanistren gieng, ohngeachtêt er deswegenvon seinem Vater gemeiniglich sehr scharff gezüchtigetwurde. EinigeZcit hernach traf er in dem ZimmerftinesVaters des Lartesii Philosophie an, welche ihmweit besser gefiel, als diejenige,so ihm von seinen Lehr-meistern vorgetragen wurde; allein sein Vater ver-wehrte ihm auch dieses Studium, und that ihn in eintheologisches Seminarium, weil er ihn zum Dienstder Kirche gewidmet hatte. Jedoch Tournefort fön-te auf keine Weise von seiner Neigung zur Botanic ab-geführet werden, gieng auch bald öffentlich, bald aber,wenn er sonst nicht dahin kommen konnte, verstohlnerWeise in allerhand Gärten ; da er aber einst von denBauern vor einen Spitzbuben angesehen, und fast todtgeschlagen wurde. Endlich qvittirte ergantzundgardieThcologie,gieng,nachdem sein Vater r677gestorbenwar, 1678 durch die Gebirge inSavoyen und Dau-phine, und brachte von da eine grosse Anzahl vonKräutern mit sich. Im folgenden Jahr aber verfügteer sich nach Montpellier, setzte sich allda in derAnato-mie und Medicin ziemlich feste, und gieng hernachwiederum 1681 in den pyrenäischcn Gebirgen mit eini-gen StudiosisMcdicinä botanistren, da er iedoch vie-leGefahr ausstehen muste, und nicht nur einstens vonden räuberischen Miqvelcts ausgezogen, sondern auchaus seinem Rückwege, nicht weit von Perpignan, un-ter die Ruinen eines Hauses, welches, da er sichindcm-selbigen befand, auf einmahl eingefallen, 2 Stundenlang begraben wurde. Hierauf kehrte er 1631 wiedernach Montpellier, und gieng von dar nach Orange,ferner nach Aix, und endlich in die Alpen - Gebirge,woselbst er abermahlsmit grösterMühe vieleKräutersammlete. Mittlerweile wurde sein Fleiß und Wißen-fchafft auch zu Paris bekannt, und ihm nach seinerZuruckkunft, auf Veranlassung des vornehmsten kö-nigliche» Medici, M.Fagon ibgzdie botanische Pro-fcßion in dem königlichen Garten aufgetragen. Umnun diesen Garten mit noch mehrern Gewachsen zuversehen, that er ferner eine Reise nach Spanien,Portugall, Engella»d und Holland, machte sich auchindem letzten Lande so beliebt, daß ihm der damahli-ge Professor Botanices zu Leiden -Hermann,seine Stel-le abtreten, und bey den Staaten eine jährliche Besol-dung von 4000 Livres verschaffen wolte, so er aber,obschon seine Einkünfte zu Paris gar schlecht waren,nicht annehmen wolte. Als er wieder nach Franck-reich gekommen, ward er 1692 ein Mitglied der Aca-démie des Sciences, auch bald daraufMedicinäDo-etor, und reisete folgcnds 1700 auf königlichen Be-fehl mit einem in der Botanic sehr wohl erfahrnendeutschen Medico, Nahmens Gundelöheimer, wieauch mit einem künstlichen Miniatur - Mahler, An-briet, nach Griechenland, Asien und Africa, um dieKräuter, Steine und andere Gewächse, ingleichcn dieGeographie, Religion rc. in diesen Landen zu beobach-

11P

TOURNELY

ten, wovon ernachgehendscine sehr i/ oJ

schreibung an Tag gegeben. Als er nach vI ^ dirzu Paris wieder angelanget, wartete er JPrapin als auch dieProfeßionem MedicmaniglichcnCollegio,so ihm aufgetragen wurorig ab, und that sich dadurch nichtan seiner eigenen Gesundheit; wiewohlnicht dieses, sondern ein besonderer 3"^ , ;?

nahm. Denn als er einstens nach der Ue ^

Fusse durch die Strasse gieng, wardeines Wagens,welchem er nicht ausweinst"der Brust so hefftig wider eine Mauer gchr"anfänglich Blut auswarf, und darauf m %' 8 te»?"Wassersucht befallen wurde, woran er 1/December unverhcyrathet starb. Ervermc^fr^nem Testament sein Cabinet, welches am?zösische Pfund geschähet wurde, dem

tanischen Bücher aber dem Abt Bigncm.^" If c«*’teil sind : elemtns de botanique, ou wtb°*mitre les plantes inzTomis in 8, die er u ^ gjoii- 1 '*selbst vermehrter in lateinischer Sprache4 heraus gegeben, und darinne ein nembor-nicum aufs Tapet gebracht, auchrem planrarum von der Beschaffenheit der ,

Frucht herzuleiten gesucht; ferner/--/^-qui naijfent aux environs de Paris, avec ‘ yifi 1 ’*!.

la medecine, welche Bernard vc JußieU ?7mehrter herausgegeben; epistoladeoprun w

instituenda in re herbaria, darinne er J ."„(tefl 1 ' 1 ",,,!

nem Engelländer, welcher sein Systems liejb

geantwortet: corollarium institution»ri®, in qno plane® 1356 in orienralibu^ -N0H-7 .observât® recensentur, welche Schrill^ ^lalst^jus seiner bikìori® planrarum i7O4beydl yjitidrSchola botanica ; relation dim voyage da ^ ttirdre du Roi, contenant l’ histoire afíC J. ù

a. 1,1., j* r Âvrbiiìtl. de

par on _, _ J

derne de plusieurs Isles de VArchipel, dedes côtes de la mer noire, de VArménie y ^mutiere médicinale, welches erst nsttf) K* j. ° e j

druckt worden. Ausser diesem hat er seicwservationez in die histoire de 1’ académiemit einrücken lassen. Hist. Jour. Mem-

TOURNELY (Honorar.), einTheologus, gebohren zu Antibes in ^ daös-'^t

nst";

den 28 August, studirke zu Paris, würd«^und die Gescllschafft der Sorbonne ausS ^^ey stutferhielt daselbst 1686 de» Doctor - H"?.' fsssorrhernach erwehlte ihn der König zum ^ ^ruffew ^logia. Anno 1692 ward er nach Par 0ses Amt in der sorbonnischen Schule î»ches er auch 24 Jahr verwaltete. 2m mêar'Jtfer sein Amt nieder, damit er Zeit gewmne Schrifften in Druck zu geben- ,M e aion? s i »t'

r6OctawBändcn, und heißen alle kr di^^,logic®, als de gratis Christi, de De ^tributis, de ecclesia Christi &c. „Lr

von feiner Theologie zum Gebrauch juns