Band 
Vierter Theil S - Z.
Seite
1541-1542
JPEG-Download
 

154 *

V E R N I A

dadurch den Weg zu der Stelle bahnte, die er 1676in der Académie des Sciences erhielt. Als manhierauf vor gut befand, dem Dauphin einige Erkennt-niß in der Natur-Lehre beyzubringen, wurde Verneyauserfehen, daß er ihn in anatomifchen Dingen un-terrichten fistle, da er denn allezeit die Präparata nachVersailles, oder auch nach St. Germain zu führe!»pflegte, wo er solche erstlich vor dem Dauphin, sodannaber noch einmahl bey Mr. Bossuet in Gegenwartdes gantzen Hofes demonstriren muste. Hiernächstwurde er 1679 Pros Anatomiä in dem königlichenGarten, und machte allda eine so vortreffliche Ein-richtung, daß man gar bald eine Menge Schüler umIhn sahe; wiewohl er wegen einer Beschwerung ander Brust nach einiger Zeit nicht mehr im Stande war,die Demonstrationen und Erklärungen zugleich aufsich zu nehmen, sondern bey den erstern einen ge-schickten Chirurgum zum Gehülffen nehmen muste.Unterdessen ward er auch mit Mr. De la Hire erst inNieder-Bretagne, sodann aber an die Küste von Bayon-ne abgeschicket, da er denn seinen Orts die Fischezergliedern muste, dc la -Hire aber eine andere Ver-richtung hatte. Wenn er zu Paris war, pflegte ergemeiniglich erst die Cadavera in seinem Cabinet zuuntersuchen, nach diesem aber gicng er in die Hospi-täler, lind bekümmerte sich daselbst um diejenigeKranckheiten, welche ihm zu mehrerer Einsicht in derAnatomie dienen tonten. Sonst nahm er gar keinePraxin an, weil er glaubte, daß ihn dieselbe nur anseinem Haupt- Wercke hindern würde. AIs er zuletztum seiner Schwachheit willen, den Versammlungenber Académie nicht mehr gehörig beywohnen konte,ließ er sich darinne zn einem Vekerano erklären, undstarb den 10 Scptembr. 1730. Man hat von ihm:traité de V organe de l'ouye, welches Buch nachmahlslateinisch zu Nürnberg 1684 in 4 gedruckt, und kurtzdarauf der ßibliothecae anatomicx des Llerici undMangeti einverleibet wurde. Er gerietst mit Mr.Mery in anatomische Streitigkeiten, verließ auch ver-schiedene andere anakoniische Abhandlungen, welchetheils in den mémoires der Académie lies sciences,theils auch in dem Journal des Sçavans befindlichsind. Man muß ihn nicht mit petro du Vcrnay, ei-nem geschickten Chirurgs und Anatomico vermengen,der ebenfalls ein Mitglied der Acad. des Sciences ge-wesen, und 1728 mit Tode abgegangen. Hist.

VERNIA (Nicohus), einPhilosophusund Medicus,von Vicenza, oder wie Toppi will, von Chieti gebür-tig, legte sich ziemlich spät auf die Studien, brachtees aber nochmahls ich denselben so weit, daß er aufverschiedene Universitäten zum Professors verlangetwurde. Wiewohl er nun dafür hielt, daß ein Phi-losophus niemand dienen müste, so nahm er doch end-lich den Beruff zu einer philosophischen Profcßionnach Padna an, und verwaltete dieselbe zu Ende des15 Scculi sehr rühmlich, ausser daß er einstens, wie-wohl nur auf surfte Zeit, wegen einiger gefährlichenLehren, verdächtig worden. Er war hiernechst ein

VERNON VERNULiEUS

grosser Liebhaber der Astrologie, und prop^nsiMter andern denr Patriarchen von Aqvileja. S-ft - t(0 {(Grimani, den Cardinals.Hut, welchesfen. Ob er aber auch selbst dach Canonicat, ^ihm der Patriarch auf diesem Fall verfprow^^ g>'wovon er schon zum voraus in seinen SaM'wehnung gethan, nachgehends erhaltenbekannt, immassen man keine Nachricht hat, XpertdasJahr i;oo gestorben, oder sich um dststwlA M»Padua anders wohin begeben habe. Seistk u Aj[ O s0'

sind: de imftiortalitate animx ; de partition e P 00 . i«phiasnaturalis; de pluralitace intellects, . ng . anoirines Anßotelis lifar. de physica auscult» r ijj. ^medicina nobilior sic & prxstantior jure civ 1 t g islt^”iliones contra Averreis opinionem üe uniralectus. To. Pap. .^(fd

VERNON (Franc.), von WcstMÜnster, ^)l

Lust zu reisen, und that, ob er wohl langtvon den See-Räubern war aufgefangen u ' ^se j»Zeit übel gehalten worden, doch noch et, JL en er^ 11Persicn, allwo er von einigen Persianern, oeenglisches Federmesser, daß sie gern Habe" .versagte, um 1677 in Stücken zerhauen 1 ï en tic>schrieb: Oxonium poema; einen Srwj?. O 0,G^ e 'Gldenburg von seiner Reift ; Eitreras all I 1&c. Wo.

de VERNOY (Jo.), ein Amtmann zu Lomsmo

reich im 16 Seculo, schrieb: Abrege duCr. Ve.

VERNUL/EUS (Nicolaus), ein fi

Philologus, hieß eigentlich De -vermile,Robelmont, einem zum Gebiete vonVirthon gehörigen Dorfe in dem Hcrtz°Mubürg, den 10 Apr. i;8, gebohren. 77 . Aigie gf,-Humaniora zu Trier und Cöln, die , og iptfj;zu Löven, und wurde folgends daselbst ^Rhetoricä in dem Collcgio porcensi, SA.donck genannt, ingleichen i6n Pr»f. 7: ic ’ a ticO ftsogenannten Schola publica Artiurw p ,

nonicus an der Collegial-K-rche zuner i6i8 Licentiatus Thcol.und 1619Collegii von Myle, wozu er nach <lo>

de 1646 auch die Historie und Polstu » ^^her Lgio trium Lingvarum zu lehren bekam- . ^ .

fts war er noch Kayftrs FcrDrnanDi 111nigs von Svanien Philippi IV Historwst AÍstarb zu Löven den 6 Jan 1649- .%* *Z§ « f( íchcrschrciben eine so besondere Fcrtigke»/ Psp/'.Gcdancken ohne Schwierigkeit svgle'w - ^tbrachte, und darrnne weiter dasdem durffte; zu einem Redner ärnicht zum besten, weil er eine heisere und ie asme Stimme hatte. Seine SchriW» 1 _', lb 4; y

dicendi lib. 3 ; Insiicutionum politic ar u usl i <f ustiturionum moralium libri IV; Instnunornicarum lib. 2; disterrarionum P° ^ Cojf -.jcas 1 & 2 ; observationum politicaruin pe