V I E Y R A
159Z
bey seinen Ordens-Brudern dergestalt verhast, daßauch einige riethen, man solte ihn aus der Societätflössen. Bey solchenUmständen lag der König demVieyra noch eifriger an, daß er ein Bißthmn anneh-men solte; es war aber derselbe nicht dahin zu bewe-gen, sondern setzte sich vielmehr 1652 mit einigen an-dern Jesuiten zu Schiffe, um mit denselben nach Ma-ragnan abzusegeln. Allein der König ließ ihn auchvon dar wieder zurück holen, und entließ ihn uichteher, bis er sahe, daß derselbe von seinem Vorsatz nichtabzubringen sey. Jmmittelst war er kaum bey seinerMißion in Maragnan angelanget, so schickten ihnseine Obern i6;z schon wieder nach Portugall, umvon dem Könige einen Befehl auszuwircken, daß diePortugiesen, welche sich in Brasilien niedergelassen,mit den eingebohrnen Brasilianern künfftig nicht mehrso grausam, als bishero verfahren durfftcn. Er er-hielt auch alsobald von seinem Printzen alles, was erbegehrte; nur das einige nicht, daß er nach Brasilienzurück kehren solte. Nichts destoweniger kam er ei-nige Zeit hernach wieder dahin, und machte in weni-ger als 6 Jahren in einem Strich Landes von mehrals 600 Meilen fast eben die Einrichtung, wie in demKönigreich Paragvay. Man fieng auch in demselbenan, gute Künste zu treiben; und die dortigen Ein-wohner lebten nicht nur wie Menschen, sondernübtenselbst die Regeln der ihnen beygebrachten christlichenLehre aus. Die in Brasilien wohnende Portugiesenaber konten durchaus nicht vertragen, daß diese Leute,welche sie insgesammt vorher als Sclaven gebraucht,der Freyheit gemessen solten. Als nun der Hof zuLissabon i6ß> mit andern Dingen beschàfftiget war,hoben sie in Maragnan den Vieyra samt seinen un-ter ihm flehenden Gehülffen aus, und schickten solcheauf einem Schiffe nach Portugall, unter dem Vor-wande, daß sie nebst ihren neubekehrten Brasilianernden Anschlag gefasset, mit Beyhülffe der Holländeralle Portugiesen aus Brasilien zu verjagen. Ohnge-achtet aber Johannes IV indessen gestorben, so fanddoch Vieyra und seine Gehülffen so viel Gehör an demHofe, daß sie ihre llnschuld völlig erweisen konten,und seine Mitbrüder in die Collcgia und andere Woh-nungen zu Maragnan wieder eingesetzet werden mu-sien. Er selbst aber blieb zurück, und verfertigte 1662auf Verlangen der Regentin, und des Staats-Minirfierii eine sogenannte Remonstrance an den KönigAlphonsum, wegen der in dem Staat einreissendenUnordnungen; womit aber dieFavoriten desKönigsso übel zufrieden waren, daß sie 1663 alle, welche dasInteresse der Königin und des Reichs zu erhalten ge-sucht, nach und nach ins EMum schickten, und mitdem Vieyra den Anfang machten. Sie schickten ihnalso erstlich nach Porto, wenige Zeit aber daraufnachCoimbra, woselbst sie ihn um seiner desto sicherer undgewisser los zu werden, der Jnqvisition in die Händelieferten. Man beschuldigte ihn, daß er aufder Canzeleines unddas andere gesagt, welches die Portugiesenzu hören ungewohnt seyn ; wieauchchaßer in einem ge-
VIGACHOAGA 1594schriebenen Briefe, den man erst bey dieser
drucken ließ, den Landarra angeführet, w'^ ä-Mann ist, der sich nach Art des frantzösischev 7 ^,ichdami aufs Prophezeyen gelegt. Jedoch m» ^deder Credit vorgemeldter Favoriten gefallest/ 'Pieyta wieder 1667 von der Jnqvisition F jfyiJiistn, und nach Lissabon zurück geschickt, wobey ( i(ftlweder bey dem Auto da Fe sich gegenwärtigjf#»noch etwas im geringsten abschwören unddurffte. Das einzige wurde von ihmer weiter nicht predigen sollte; welches V*ro ^ ^auch aufgehoben wurde, als ihn der Infant ^öto, als damaliger Regent des Königreiche /Königin Maria Isabella von Savoyen J ptfwolten. Hierauf berief ihn der Generaldens 1669 nach Rom, allwo er vorder KoMS hejMstina von Schweden predigte, und derselbenders gefiel, daß sie ihn nicht nur zu den ^einlud, welche von einigen Gelehrten ingehalten wurden, sondern ihn selbst zum & Averlangte. Da ihm aber die dasige Lust "'^chl>e>"bekam, begab er sich wieder nach Lissabon,ihn zuvor der Pabst Clemens X gleichsam »Erstattung wegen des von der Jnqvisition■ Perlittenen Unrechts, 1675 ein Breve orthE/'er von aller Gerichtsbarkeit der portugies>>n..^§o^sitorum vollkommen befreyet, und der rowil^^,n<>'gregarioni Cardinalium, die bey dem hohender Jnqvisition prästdiren, unmittelbar « Christowurde. Unterdessen ließ obbemeldteKoMg .-„chen,na noch nicht ab, den General der Jesuiten àdaß er den Vieyra von neuen nach Romund zu Annehmung der Beichtvater-Steue . yg,Person bewegen solte. Dieser schrieb ihm twwegen 1678, stellte ihm aber frey, w^î" * .j„e #< 'schliessen wolte; da denn Vieyra die Sack!lang verzögerte, und so bald er sich ^ geilerlügr aufs neue nach Brasilien segelte. ,,
Alters halber nicht mehr im Standenen in Maragnan, wovon er so lange ®perior gewesen, wie ehedem vorzustehen,noch übrige Lebenszeit mit Revidirung stz.,,/t>evten, und in der Bereitung zu seinem Tode z m <endlich zu Bahia 1697 den i8 Jul- erstösein Leben beynahe auf 90 JahrchemBegängniß wurde mit vieler Praul^lEwie denn selbst der Vice-Re, dessen Sohm bvon St. Thomc, und überhaupt die vorsigen Personen den Sarg getragen. £[ te , h i>^iL nhalte» ihn vor den trefflichsten Scribenm^^,.,ffkemals in ihrem Daterlande gehabt. Se Qp«sind zu Lissabon von An. 1679 bis 1718 m j? (t wBänden heraus gegeben worden wovon j»t|K r Llauter Predigten, der letzte aber ^uch f.^Abh^
tionen,Uebersetzungen und andere derg" ;
lungen in sich hält. AI. Nie. ... r FtPA,,-VIGACHOAGA (Casp.), ein spafU^!ftl„eSner zuSglamanca, war einst Prastctu -e>