DIE NEBENPLANETEN.
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unternommen waren, fügte Herscliel hierüber neue Argumentedenjenigen hinzu, die er schon veröffentlicht hatte; dieselben be-ziehen sich auf die eigene Bewegung derselben vier Sternchen, dieer von 1790 bis 1794 beim Uranus entdeckte. Man sieht indesssehr klar, dass seine Absicht dahin ging, sich in dieser Hinsicht inden Grenzen der Wahrscheinlichkeit zu halten.
In Betreff der beiden im Jahre 1787 zuerst entdeckten Mondevervollkommnete Herscliel in seiner Abhandlung von 1815 dieTheorie derselben und nur durch eine mühsame Untersuchunggelangte er zur Auffindung ihrer synodischen Umlaufszeiten, dieer früher nur in Bruchtheilen des Tages mitgetheilt hatte. Erfand für dieselben:
8 Tge. 16 St. 56 Min. 5 Sec.
13 Tge. 11 St. 8 Min. 59 Sec.
Den aufsteigenden Knoten der Bahnen bezeichnet er in165° 50', dagegen ihre Neigung gegen die Ekliptik 78° 58'. End-lich erneuerte er in Bezug der Richtung der Bewegung dieserMonde seine Behauptung von 1797. Ohne Doppelsinn veröffent-lichte er ein Resultat, das uns besonders als einzige Anomaliefür die Bewegung im Sonnensystem bemerkbar wird, wenn mandie Kometen davon ausschliesst: „Die beiden Monde des Uranusbewegen sich um denselben in rückgängiger Bewegung oder, wasdasselbe ist, diese Monde beschreiben den nördlichen Bogen ihrerBalm, der zwischen den auf- und niedersteigenden Knoten liegt,durch eine Bewegung, die von Ost nach West gerichtet ist.
Nach Herschel’s Meinung wäre unstreitig der erste Mond,der nächste am Planeten lichtstarker als der andere, wovon ersich bisweilen überzeugte. Doch später änderte er hierüber seineAnsichten, denn indem er unablässig diese beiden Monde beob-achtete, glaubte der unermüdete Entdecker gefunden zu haben,dass ihre verschiedene Lichtstärke vergleichungsweise sich sehrändere, und der zweite Mond hierin nicht selten den ersten über-treffe.
Diese Veränderungen entstehen, nach Herschel’s Meinung,durch ihre Rotation, woraus sich das Resultat ergiebt, dass wäh-rend eines jeden Umlaufs um den Planeten diese kleinen Sterneuns allmälig die verschiedenen Tlieile ihrer Oberfläche zuwenden,die ohne Zweifel ungleich beleuchtet sind. Waren aber diese Ab-wechselungen der Lichtstärke nicht regelmässig, so entstehen siedurch die Atmosphäre, welche allmälig einige mehr oder wenigergrosse Tlieile der unten dunkelen Körper bedecken oder frei-