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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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MOND DER VENUS.

Nach diesen Beobachtungen wurde der Venusmond seitseinem Erscheinen bis zum Jahre 1764 von zwölf Beobachternwahrgenommen, die Angaben derselben über die Gestalt und denDurchmesser sind sämmtlich übereinstimmend.

Anmerkungen:

Zur 2. Beobachtung. Cassini entdeckte den 23. December desselben Jahresmit Fernrohren von 35 bis 70 Fuss den dritten Saturnstrabanten.Zur 3. Beobachtung. Zwei Jahre später im März entdeckte derselbe Astro-nom wiederum mit Fernrohren von 34, 47, 100 und 136 Fuss denersten und zweiten Saturnsmond, mithin war dieser Gelehrte inder Aufsuchung solcher kleiner Satelliten sehr geübt.

Zur 4. Beobachtung. Short beobachtete diesen Mond unter Anwendungverschiedener Vergrösserungen eine ganze Stunde lang, der Trabantblieb stets auf derselben Stelle am Himmel.

Zur 6. Beobachtung. Venus war vom 3. bis 11. Mai 1761 in ihrem schein-baren Laufe 2° fortgerückt, der Mond erschien von ihr stets 20 bis25' süd- oder nordwärts.

Zur 10. Beobachtung. Vom 3. bis 29. März 1764 legte Venus in ihrer Bahn31° am Himmel zurück, der Mond erschien allemal sehr nahe beiseinem Hauptplaneten, den 4. März 6 U. 26 Min. sah B,ödkier zuKopenhagen den Abends zum ersten Male wahrgenommenen Mond, zum zweiten Male. Eine Stunde später, da er diesen Mond (wie erglaubte, wegen eines damaligen Nordlichtes) nicht mehr erkennenkonnte, fand er in der Nähe der Venus zwei Sterne, deren eineram Anfänge unseres Jahrhunderts von Dr. Koch in Danzig fürden Uranus gehalten wurde. Es war nämlich von einem ungenann-ten Mathematiker in einem Schreiben vom 10. November 1781 anBernoulli der Gedanke geäussert worden, dass vielleicht durchverschiedene Zusammenkünfte des Uranus mit der Venus jenereinst die Aufmerksamkeit auf sich wendete und durch seine immernur kurze Zeit dauernden Erscheinungen die eines Venustrabantenhervorgerufen habe.

In Folge dessen unternahm Dr. Koch eine Untersuchung desLaufes jenes Planeten und fand für den 4. März 1764 den Ort desUranus nur lö 1 ^ von der Venus entfernt. Diese Entfernung über-triff't den oben mitgetheilten Abstand des Venusmondes zu ebenderselben Zeit bedeutend, also damals hat man nicht den Uranusfür einen Nebenplaneten gehalten. Die von Rödkier am 4. März1764 bei der Venus gesehenen Sterne waren, wie ich mich durcheine beiläufige Untersuchung über den damaligen Lauf diesesPlaneten überzeugte, zwei Fixsterne, die auch inMeyer’sZodiakal-Sternverzeichniss Vorkommen, deren Positionen für 1800 folgende

waren: