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Der Venusmond und die Untersuchungen über die früheren Beobachtungen dieses Mondes / von Dr. F. Schorr
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UMLAUFSZEIT DES VENUSMONDES.

den Wahrnehmungen von 1764, dass die Beobachtung vom 15. Märzin Bezug auf ebendenselben, beinahe die Stelle einnimmt, welchedie des 3. März hatte, woraus eine Umlaufszeit von 12 Tagen sichergeben würde. Diese Bestimmung würde indess nur sehr an-nähernd sein und es müsste ein kleiner Fehler hierin, bei deranderweitigen Berechnung auf mehrere Jahre denselben sehr ver-grössern. Durch eine andere später zu erwähnende Beobachtungdieses Nebenplaneten zu urtheilen scheint es, dass derselbe inseinem aufsteigenden Knoten oft sehr glänzend ist, während er inseinem muthmaasslich niedersteigenden Knoten nur als dunkeleGestalt wahrgenommen wird. Es erinnert diese Veränderung anW. Herschels Untersuchung der Trabanten des Saturns, die vorherbereits Seite 50 mitgetheilt wurde. Auch im gegenwärtigen Ver-zeichnisse der Beobachtungen von 1764 ergiebt sich dafür einiger-maassen eine Bestätigung, denn am 3. März war der Satellit inder Nähe eines seiner Knoten, vermuthlich des aufsteigenden undbefand sich damals in grosser Entfernung von der Erde. Der ersteBeobachter desselben, Rödkier, macht in Bezug auf die Bezeich-nung seiner Gestalt die Bemerkung:schwaches Licht aber deut-lich, geht man von der soeben angeführten annähernden Um-laufszeit von 12 Tagen aus, so ergiebt sich, dass nach 6 Tagen derSatellit in dem jenem erstem entgegengesetzten Knoten seinerBahn sich befinden müsste. In dieser Zeit beschreibt die Gestaltdieses Mondes Horrebow alszweifelhaft und später machtLambert in Bezug auf diese Beobachtung die Bemerkung:DieBeobachtung vom 10. März 1764 wird von Horrebow selbst alseine solche angegeben, woraus er nichts Gewisses schliessenkonnte. In der That reimt sie sich, sowie die des 11. März mitden übrigen sehr wenig zusammen. Von der letzten Beobachtungmacht derselbe Beobachter die Bemerkung:Die Gestalt warklein und sehr blass.

Obgleich gegenwärtig bei einer sehr geringen Zahl von Beob-achtungen mit Gewissheit nichts zu bestimmen ist, so glaubte ichdennoch, da sonst keine Anhaltspunkte bei denselben vorliegen,die grosse Verschiedenheit in der Helligkeit besonders zu berück-sichtigen. Nimmt man an, der Trabant sei während seines erstenErscheinens in den verschiedenen Jahren stets in der Nähe desaufsteigenden Knotens seiner Bahn gewesen, so würde man hier-aus eine mittlere Periode dieser Erscheinungen auffinden könnenund zwar nach derselben Methode, die in früherer Zeit Wurmanwandte, um jene der veränderlichen Sterne Algol, r] Anti-nous u. a. m. zu ermitteln. Würde man also die erwähnte Hypo-