142 VORÜBERGÄNGE DER VENUS VOR DER SONNE.
Sonne, so dass man mit blossen Augen die Sonne sehen konnte. St
Einige der Zuschauer sahen auch nicht nur die Venus, sondern ha
sagten, dass sie noch eine kleinere sähen. Mir war damals von ge
dem Satelliten nichts bekannt. Und dieses machte, dass ich nur ui:
antwortete, die kleinere Venus werde ein Sonnenflecken sein, der- vo
gleichen es oft gebe. Ich sah auch weiter nicht nach, weil ich ke
schon genug Sonnenflecken gesehen hatte, und nicht wusste, dass G<
sonst noch was zu suchen und zu beobachten war. Nun wünschte sc
ich freilich mehr darauf Achtung gegeben zu haben, wiewohl, da iil
die Wolken immer Zunahmen, der Beobachtungen aber nicht viele er
dürften gewesen sein.“ m
Obgleich es auffallend ist, dass ausser Scheuten keine an- flc
deren Beobachter den Venusmond auf der Sonnenscheibe gesehen ge
haben, so kann man dennoch keine andere Erklärung für diese si<
Wahrnehmung geben, als die Anger bei Gelegenheit des Mercur- sc
Vorübergangs vor 1832 bei Gelegenheit einer ähnlichen Erscheinung tic
gab, die wir Seite 135 mitgetheilt haben. Auch damals schien ein In
zweiter Planet oder ein zweiter Mercur, der wenig kleiner als der de
wirkliche sich zeigte und der ebenfalls ein Sonnenflecken war. at
Nach Anger’s Bemerkung war derselbe nicht so dunkel wie der ih
Planet, der im tiefsten Schwarz sich vor der hellen Sonnenscheibe be
absonderte. Auch sah Scheuten durch ein gemeines Fernrohr ei:
denselben in einem bedeutenden Durchmesser, welches nicht vor- D:
auszusetzen ist. th
Anders verhielt es sich mit der von Pingre beim Austritte ha
desselben Vorüberganges gesehenen Erscheinung, denn, wie bereits di
erwähnt, dieselbe stimmt vollkommen mit Montaigne’s Beobach- wi
tungen überein, die einen Monat früher angestellt sind. Nachdiesen fielen der auf- und niedersteigende Knoten der Satelliten-bahn beinahe in den verlängerten Visionsradius des Beobachtersoder die Bahn bildete eine so schmale Ellipse, dass sie fast dergeraden Linie nahe war. Nur wenig veränderte sich die Lage derKnotenlinie des Satelliten von den Beobachtungstagen des Mon-taigne bis zu dem des Vorüberganges, deshalb konnte dieserkleine Weltkörper während der damaligen ebengenannten Er-scheinung hinter der Scheibe seines Hauptplaneten sich befindenduns unsichtbar sein und nur dann erst über den Band desselbenhervorkommen, als der Austritt nahe war.
Die Bemerkung der Freunde Lambert’s, in jener Zeit einekleinere Venus gesehen zu haben, ist bedeutend wichtiger als die di
Wahrnehmung Sclieuten’s, welche hier durchaus mit keiner der m
früheren Venusmondsbeobachtungen übereinstimmt. Sowie aber ei