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Die Lehre vom Gyps als einem vorzüglich guten Dung zu allen Erd-Gewächsen auf Aeckern und Wiesen, Hopfen- und Weinbergen / beschrieben von Johann Friderich Mayer
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25
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A(N. 25

ſen

a-en⸗ E g 5 f

r Es bleibt allemal dem Gewiſſen eines ieden, der ſich mit Dingen be-ſchaͤfftiget, die eigentlich zu ſeinem beſondern Amte nicht gehören, uͤberlaſ-ſen, ob er dieſe, ohne jenes zu verabſaͤumen zu beſorgen, im Stande iſt.

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Iſt er im Stande, ſo wird es ihme der Billigdenkende niemal ver-wehren, ſich ein Geſchaͤft auſer ſeinem Amte zu wehlen, wobey er ſicherhohlet, ſeine Ergoͤzungen ſuchet, und ſich doch auch dabey zu demBeſten ſeiner Mit⸗Menſchen verwendet; fehlet ihme aber hiezu die Zeit,die ihme die Menge ſeiner Amts⸗Geſchaͤffte oder die noͤthigen Zuberei-kungen hinweg nehmen, arbeitet er langſam oder bedarf er zu ſeinen Ar-beiten mehrere Stunden, die ihn ſeinem Amte entzogen, ſo wuͤßte ichnicht, wie er ſich von ſeinem Berufe ohne Verantwortung entfernete, undſeine Muͤhe, die er nur dieſem vorzuͤglich verſprach, dadurch ohne Ruͤge

ſeines Gewiſſens auf andere Gegenſtaͤnde verwendete und alſo entweyhete.

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Cs iſt wahr, wir haben allgemeine Pflichten, und ſind ſchuldig:unſern Mit⸗Menſchen auf allen Seiten und in allen Ausſichten zu nu-zen; allein dieſe Pflichten heben die beſondern des Berufes, wozu wireigentlich beſtimmt ſind, nimmermehr auf. Es ſind andere, die dieſes,und wieder andere, die jenes beſorgen, indeme wir ein drittes zu ver-richten uͤbernehmen; wann nun jeder das ſeine mit Treue und Fleißebeſorget und ausrichtet, ſo wird ohne Nachtheil fuͤr das eine, das an-dere gethan, und das dritte wird niemal zuruck bleiben.

Dieſe Betrachtungen ſind ohne Zweifel dieienigen geweſen, welcheMaͤnner von den wichtigſten Aemtern veranlaßten, und ſie bis jetzt nochveranlaſſen, auſſer ihren Berufs⸗Arbeiten noch andere zu uͤbernehmen:der Rechtsgelehrte, wie der Arzt, muͤhet ſich oft mit den Arbeiten desGeiſtlich⸗Gelehrten, der N aber oͤffters mit jenen 99