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Vorwort.

Drei Jahre sind nunmehr beinahe verflossen, seitdem der Verfasser das Versprechen ablegte, zu dendamals erschienenen Plänen des Nydeckbrückenbaues in Bälde den Tert nachzuliefern. Leider wurde erunmittelbar daraus durch die unglücklichen Verhältnisse seines Vaterlandes aus seiner Laufbahn herausgerissen,und war seither, bei seiner ohnehin schwächlichen Gesundheit, so sehr mit Geschäften überhäuft, daß er nurselten einen freien Augenblick fand, um ibn dieser Arbeit widmen zu können. Hiedurch wurde dieselbe nichtbloß sehr lange verschoben, sondern auch für den Verfasser sehr erschwert, da indessen manches seinemGedächtnisse entschwunden war, was ihm früher lebhaft vor Augen schwebte. Im Allgemeinen folgte er beiEntwerfung dieser Geschichte gewissenhaft dem Baujournal, indem er es für Pflicht erachtete, sich strengean die Wahrheit zu halten, ohne welche eine Baugeschichte kaum einigen Werth haben kann. Er darf Hiebeimit Beruhigung hoffen, daß ihm sowohl die Direktion als auch das Publikum von Bern, vor dessen Augender Bau aufgeführt wurde, das Zeugniß wahrer, ungeschminkter Darstellung zu geben im Falle sein werden.Da der Verfasser mehr eine Baugeschichte als eine ängstliche Darstellung des Baues geben wollte, so enthielter sich meistens, die Dimensionen der einzelnen Theile des Baues anzugeben, was ihm um so »«nöthigerschien, weil man dieselben aus den in ziemlich großem Maßstab beigegebenen Plänen zu entnehmen im Fallesein wird.

So wie der Verfasser für die unerwartet lange Verzögerung dieser Baugeschichte die gefällige Nachsichtder Herren Aktionäre sowohl, für welche dieses Werk eigentlich bestimmt ist, als auch des Publikums inAnspruch nehmen muß, so hofft er auch auf dieselbe bei Beurtheilung seiner Arbeit. Schließlich entledigtsich der Unternehmer einer angenehmen Pflicht, wenn er hiemit sowohl der Direktion des Baues, als auchvielen Herren Aktionären, besonders aber dem Burgerrathe und den Behörden der Stadt Bern seinen innigstenDank für die Unterstützung bezeugt, die ihm so häufig mit großer Bereitwilligkeit bei den vielen Schwierig-keiten zu Theil wurde, mit welchen die Ausführung des Baues verbunden war.

Luzern, im Jenner 1848.

Der Unternehmer des Nydeckbrückenbaues:

K. E. Müller,

Ingenieur.