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Ruth und Federn versehen worden. Um daS Auswaschen des Lehmes bei den Stoßfugen der Wände zu vermeiden,wurden überall, wo zwei solche zusammenstießen, innerhalb der Wasserkammer Strohwische angebracht, und überdieselben vermittelst zweier Stöcke ein Stück Packtuch ausgebreitet. Nicht ohne große Mühe wurden die Wände auf-gestellt und durch eigens hiezu angebrachte Haken befestigt. Zur Anbringung der Schwellen, welche die beiden Wändeauf die früher beschriebene Art vermittelst eiserner Schrauben mit einander verbinden sollten, hoffte der Unternehmerauf einen halben Tag oder wenigstens auf einige Stunden die Erlaubniß zu erhalten, alle Schleußen in Thun zuschließen, um auf diese Art für die vorhabende Arbeit einen außerordentlich tiefen Wasserstand zu erhalten. Da erjedoch trotz aller Mühe diese Erlaubniß vom Baudepartement nicht erlangen konnte, so mußte notgedrungen aufdiese durch Schrauben mit einander verbundenen Schwellen verzichtet werden, was viele Unfälle und großen Zeitverlustnach sich zog. Bei einer Kälte von 6 9 Grad Reaumur mußte die Einfüllung der Spundwände vorgenommenwerden, wozu der Lehm der rechtscitigen Wasserkammer verwendet wurde, die auf diese Art allmälig entfernt wurde.Nachdem den 16. Februar die Einfüllung beinahe zu Ende war, bogen sich einzelne Wände in Folge der Weglassungder obbesagten Schwellen sehr stark auswärts, und drohten sammt den Eisenstangen zu brechen. Der Unternehmerließ deßhalb je nach der Lokalität die Anzahl der Bohrer vermehren, die innern Wände v, x, der Wasserkammcrmit den Streben r gegen einander verstellen, und außerhalb gegen den Fluß Schutt und Steine versenken, um soeine Böschung zur Bewirkung eines Gegendruckes zu erhalten; gegen den Stromstrich aber, wo außer ganz großenSteinen alles sofort weggespült wurde, ließ er trotz der empfindlichen Kälte mit der größten Anstrengung die An-bringung der besagten Schwellen und Schrauben zwei Fuß tief unter Wasser recht eigentlich erzwingen. Niemandwar zuerst zu dieser höchst unangenehmen Arbeit zu bewegen, indem sie die besten Arbeiter geradezu als unmöglicherklärten, bis sich endlich die beiden Bauausseher Herr Christen und Gefeiter entschlossen, derselben sich selbst zu unter-ziehen, worauf sich mehrere der vorzüglichsten Arbeiter mit edlem Wetteifer zu dieser lästigen, höchst ungesunden Arbeitdrängten, und sie unter beständiger Ablösung in einem halben Tage bewerkstelligten. Es zeigte sich bei diesem Anlasse,was ergebene, kräftige und muthige Bauaufseher in solchen entscheidenden Momenten zu vollbringen im Stande sind.

Nachdem diese Vorarbeiten vollendet, die Gerüste zur Zufuhr und zum Herablassen der Quader hergestellt undzwei Pumpen von 5'/? Zoll Kaliber angebracht waren, wurde das Auspumpen den 21. Februar um halb 8 UhrMorgens begonnen. Die in der Kammer befindliche Wassermasse betrug 4390 Kubikfuß, und wurde sammt demWasser, welches durch den Fangdamm durchzusickern vermochte, bis halb 1 Uhr vollständig ausgepumpt, als sich Plötzlichauf der rechten Seite der Wasserkammcr, da wo der Fangdamm am wenigsten gelitten hatte, zwischen dem Felsen unddem dortigen Damme eine bedeutende Quelle zeigte. Der Unternehmer ließ das Pumpen sogleich einstellen, und da erdie Ursache davon in dem zum Theil gefrornen Lehm suchte, welchen er noch nicht ganz aufgeweicht glaubte, so ließer vermittelst einer Handramme im Fangdamm Pfähle bis auf den Felsen treiben, sie wieder herausziehen, das Lochmit warmem Mist und wohl verarbeitetem Lehm füllen, und die gleiche Arbeit so oft wiederholen, bis die Oeffnungnach dem Herausziehen des Pfahles ganz trocken blieb, in welchem Fall sie dann ausgefüllt und fest zugeschlagenwurde. Gleichzeitig wurden noch zwei andere Pumpen vom gleichen Kaliber aufgestellt. Den 23. wurde das Pumpenum 6 Uhr Morgens wieder begonnen und um 8 Uhr lag der Felsen zu Tage. Als man sofort mit großer Thätigkeitdessen Abebnung vornahm, fand um 9 Uhr auf der linken Seite der Kammer wieder ein kleiner Durchbruch statt.Der Felsen hatte an der betreffenden Stelle eine quer durch den Fangdamm gehende starke Vertiefung, in welcher derKieS zurückgeblieben war, indem der Baggerrcchen nicht in dieselbe eindringen konnte. Durch diese Kiesschicht drangeine Quelle, welche sich stets mehrte, bei der großen Druckhöhe zuletzt die ganze in der Vertiefung befindliche Kies-masse plötzlich in die Wasserkammcr hineinschwemmtc und so dieselbe in wenigen Minuten wieder mit Wasser anfüllte.Durch den Durchbruch wurde die Ursache desselben, der in der Vertiefung zurückgebliebene Kies, aus derselben entfernt,weßhalb dieser Kanal auf gleiche Art durch Einschlagen von Pfählen in den Lehm, und durch solchartige Verdichtungdes Fangdammes wieder zugemacht werden konnte. Dieses Verfahren fand nun aber nicht bloß an der beschädigtenStelle, sondern ringsum am ganzen Fangdamm statt.

Den 25. Morgens wurde die Wasserkammer ebenfalls in zwei Stunden, nunmehr zum dritten Male, entleert.Doch zeigte sich an mehrern Orten eine ziemlich starke Filtration. Da man indessen dem Wasser hinlänglich Meisterblieb, so konnte man anfangen, die bedeutendem Vertiefungen des Felsens mit Ralliger-Bruchsteinen und hydraulischemMörtel erster Qualität auszumauern, während die vorstehenden Ecken des Felsens abgeschroten wurden. Sowohl amEnde von diesem, als hauptsächlich am folgenden Tage konnte die Arbeit bei stets sich mehrender Filtration nur unterfortwährender Kompression des Lehmes nach obbesagtcr Weise fortgesetzt werden. Die Ursache hievon lag unzweifelhaftdarin, daß der schnell fließende Strom an einigen Stellen Gelegenheit hatte, einen Theil des Lehmes am Boden derFangdämme wegzuspülen. Am 28. Februar war der Felsen vollständig abgeebnet und ausgeglichen, so daß mit demVersetzen der ersten Quaderschicht begonnen werden konnte, welche am folgenden Tage, den 1. März, vollendet wurde.

Bei starkem Südwind (Föhn) und Regen schwoll die Aare plötzlich über 2 Fuß an, und lief über die Wändeder Wasserkammcr, weßhalb die Arbeit einen Tag lang eingestellt werden mußte, aber schon den 3. konnte sie wiederaufgenommen werden, und die Wände zeigten sich jetzt wasserdichter als zuvor. Den 8. März ragte der Pfeiler überdie Wasserkammer und den mittlern Wasserstand hervor; die Fundation war also als vollendet und, wenn sie auchetwas mehr Mühe verursacht hatte, als man gewärtigte, als durchaus gelungen zu betrachten.

Inzwischen wurde die Ausbaggerung für den linkseitigen Mittelpfeiler vollendet, aber die Jahreszeit war indessenbedenklich vorgerückt. Die empfindliche Kälte, die früher die Arbeiten oft hinderte, war verschwunden und dagegen

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