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Anhang zu der ausführlichen Anleitung der ganzen Civil-Baukunst des J. Bar. de Vignola / welche von dem Sr. A. C. Daviler ... herausgegeben worden, welcher die Vermehrungen an Kupfern sowohl als der Erklärung derselben, die in der neuesten französischen Ausgabe dieses Buches angetrofen werden, enthält; aus dem Französischen übersezt
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Unglück, in Marseille zu Schiffe. Es stiessen Algierische Corsaren ihrerFelougueauf, grifen sie an, bemächtigten sich derstlben, und machtenalle die darauf waren, zu Sclaven. Unter diesen wäre auch der be-rühmte ^mihULriu8 box Vaillam, welcher, ob er gleich einen an-dern Geschmack hatte, doch ebenfalls nur um seine Einsichten zu erwei-tern, mitreisete. Sechzehen Monate verstrichen, ehe die Algiereretwas von einer Ranzion hören wollten, endlich wurde ein Tausch ge-troffen gegen Türken, welche durch die Franzosen gefangen worden,und ll'^viier mit feinen Gefährten käme aus der Sclaverey den 22.Februar im Jahr 1676.

Man kan sich leicht einbilden, wie gefährlich es für den ä'^vilerwäre, sich als einen Baumeister zu erkennen zu geben vor solchen Her-ren, welche, in Ansehung des Nuzens, den sie von ihrem Sclaven ha-ben konnten, nur mehrere Schwürigkeiten hätten machen können, ihnwieder frey zu geben. Allein die Liebe zu dieser Kunst erlaubte ihmnicht sich zu verbergen: und da er nicht lange müßig seyn konnte, sosuchte er sich eine Beschäftigung, und es ist glaublich, daß man sie ihmauch gäbe. Ich habe einen eigenhändigen Riß von ihm, welcher denGrundriß, und die Höhe einer vorstellet, die zu Tunis in der

grossen Strasse, welche zu der Vorstadt von Rabaluch führet, nachseinem Vorschlag hat sollen erbauet werden.

So bald ä'^viler frey worden, so säumte er nicht sich nach Romzu begeben, so wie er seine ganze Reife deswegen übernommen hatte.Während seinem fünfjährigen Aufenthalt daselbst studirte er mit austserordentlichem Eifer. Er machte sich Anmerkungen über alles wasDastlbst stiller Aufmerksamkeit würdig zu seyn schiene, und maße dieschönste alte und neuere Gebäude dieser so berühmten Stadt sorgfältigaus. Als er wieder nach Paris zurück käme, stzte er feine Studiennoch eine Zeitlang vor sich alleine fort; worauf ihn aber bald HerrManfart erster Baumeister des Königes, dem sein Verdienst nicht un-bekannt wäre, unter die Zahl derer aufnähme, die unter ihm in derBaukunst arbeiteten. Er bekäme daselbst gar bald eine der ersten Stellen,und da er nichts für den König machte, das nicht durch seine Händeaienge, so vermehrte er seine Einsichten sehr beträchtlich durch dieErfahrung.

Damals hatte er in seinen müssigen Stunden sich vorgenommen,eine Anleiturm zu der Baukunst zu verfertigen, welche alles enthielte,was man wtsstn muß, wenn man einen vollständigen Begrif von dieser

Kunst