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leeren Raum abgesorrdert, um Gelegenheit zu haben, anstatt eines Aufrisses zweydergleichen vorzulegen.
Die z i ste Kupferplatte stellet noch zwey andere Krönungen von Spiegel-Pfei-lern vor, welche nach eben dem Gcschmak verfertiget sind als die vorige, und dieman nicht nur zu den Pfeilern zwischen zwey Creuzftöken brauchen, sondern auchüber die Spiegel sezen kan, welche einem Camin gegenüber stehen. Man laßt sieentweder in das Täfelwerk einfassen, oder fezt sie neben die Tapeten, je nachdemder Ort ansgezieret ist.
Nachdeme nun von allen Arten des Täfelwerks geredet worden ist, so ist nichtsmehr übrig, als zu zeigen, wie man jezo die Abtritte, welche man ul'^nZloilenennet, anszieret. So viele Vorsicht man in Ansehung der kleinen Oerter, wel-che ehedem gewöhnlich waren, gebraucht hat, so hat man doch nicht verhindernkönnen, daß der üble Geruch sich nicht zuweilen bis in die Zimmer ausbreiten folte,besonders bey einer erfolgenden Veränderung des Wetters. Seitdem man aberdiese erfunden bat, von welchen hier die Rede ist, so har man dergleichen nichtmehr zu befürchten: Daher man auch keine Schwierigkeit mehr machet, sie an dieZimmer anzuhangen, und schön auszuzieren. Man macht einige, welche ganzmit Marmor eingelegt sind, andere wo ein Theil der Mauer mit viereektgten Plat-ten von kH^ence überzogen, lind das übrige samt der Decke en Zrow8We8 gemahltist. Fast alle aber sind getafelt, gleichwie auch des Königs und der Königin in demSchloß zu kern LourZ, die dabey außerordentlich prächtig sind. Man hat siebeschrieben in einem Band der Französischen Baukunst: Allein da wenigeLeute im Stande sind dieses Buch sich anzuschaffen, so hat man hier ein Beyspielvon einem solchen Abtritt 3 1 '^nZIoite, dessen Auszierung ganz schlecht, aber vongutem Geschmak ist, und welcher in einem Hause zu Paris sich findet, vor Augenlegen wollen. Der Aufriß, welcheraufdcr z 2sten Kupferplatte zu sehen ist, zei-get zwar von selbst das Nöthige; jedoch wollen wir, um nichts übrig zu lassen, soviel als möglich ist, eine genaue Beschreibung beyfügen. Der Sitz, welcher denvornehmsten Theil davorr ausmacht, istangebracht in der Vertiefung einer Blin-te, welche mit Holzwerk überzogen lst. Er ist von Marmor, und oben mit einemhölzernen Deckel geschlossen, welcher, so wie man es nöthig hat, aufgehet oderzufällt aus die Brille, welche gewöhnlicher Weise gefüttert, und mit Corduan-Le-der überzogen ist. Der ganze Sitz ist, wie bereits errinnert worden, von Mar-mor, weil dieser Stein viel glatter ist als die andere Steine, die man sonst dazugebraucht hat, und also sich nicht so leicht etwas anhängen kan. Dieser Sitz istder Länge nach hohl wie ein Trog, dessen Boden eine abhängige Fläche vorstellet,und so fortgehet bis zu dem nidrigsten Ort, wo ein Loch angebracht ist, das in dieRöhre des Abtrittes gehet. Dieses Loch ist sehr genau verschlossen, vermittelst ei-nes Deckels von Bley, welcher nicht aufgehet, als bis man es verlanget. Mandecket ihn alsdenn mit der einen Hand auf, und mit der andern drehet man einenHahnen, wo aus einer Röhre,' die vorne an diesem Trog angebracht worden, einWasserstrahl mit so grosser Heftigkeit heraus springet, daß der ganze Trog in ei-
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