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Zapfenlager und durch eine der zwei Fußschrauben, mit welchendie Libelle parallel lauft, verbessert werden.
Ob die optische Achse des Fernrohrs und die Drehungs-achse, auf der es ruht, einen rechten Winkel bilden, oder objenes beim Auf- und Niederbewegen eine Kegelflache beschreibt,was auf die Messung von Winkeln, deren Schenkel gegen denHorizont verschieden geneigt sind, einen nachkheiligen Einflußhat, findet man, wenn die Achsen des Fernrohrs in ihren Lagernverwechselt werden, (wenn solches umgeschlagen wird). Weichthierbei das Fadenkreuz vom ersten mit dem Instrument horizon-tal gelegenen Iielvbjecte ab, so muß man solches um die Hälftedes, durch die entgegengesetzte Bewegung nun verdoppeltenFehlers mittelst der im Fernrohre angebrachten Vorrichtung ver-schieben.
Wenn die Alhidade nicht vertical ist und eine geneigteLage hat, so findet man solches durch das Ueberschlagen des Fern-rohrs, wodurch das Objectivglas an die Stelle des Ocularglaseskommt, das Instrument also vor der zweiten Messung um r8o°gedreht werden muß und dadurch dessen schiefe Seite die ent-gegengesetzte Lage erhält. Durch das Ueberschlagen des Fern-rohrs findet man ebenfalls anch, wenn sich dieses, in Folge ei-ner ungleichen Höhe der Zapfenlager, nicht vertical bewegt.Der hierdurch gefundene (doppelte) Fehler kann durch die Cor->rectionsschraube an dem Zapfenlager verbessert werden.
Eine nicht vertikale Bewegung des Fernrohrs zeigt sich auchdaran, wenn das Fadenkreuz eine in dem Wasser oder in einemkünstlichen Horizont abgebildete Spitze eines Gegenstandes, z. B.eines Hauses, nicht eben so vollkommen schneidet, als dasObject selbst. Namentlich aber findet man eine durchweg ver-tikale Bewegung des Fernrohrs durch das Ueberschlagen undPointiren eines fernen Signals.
Wenn das im Brennraume des Fernrohrs befindliche Faden-kreuz ein vertikales Signal nicht durchaus gleich schneidet, oderbei einer kleinen Bewegung des Auges vor dem Ocularglase sichverrückt (eine Parallaxe hat), so kann dieß durch die im Fern-rohre angebrachte Vorrichtung verbessert werden. *)
F. Proß, pract. Geometrie S. >17 u. folg., wo auch Beispiele zur
Berechnung der Größe der Fehler des Instruments gegeben sind