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Ueber das Cataster [1] : erstes Buch. Geschichte des Catasters / von Benzenberg
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21 .

Ich habe vielleicht hier zu umständlich von di«scm Lehrbuche der praktischen Geometrie geredet.Allein der, welcher lange an der Spitze einer großenVermessung gestanden, weiß es, daß man nie zueinem erfreulichem Ziele kommt, wenn man nichtalle Sorgfalt auf die Bildung der Geometcr vc»wendet. Man rückt gar nicht aus der Stelle,sobald solche angestellt werden, die ihre Sache nichtverstehen, und wenn man auch ihre Arbeiten beider Verifikation verwirft, und es dadurch vermeidet,daß schlechte Arbeit bezahlt wird, so ist damit > im-mer nur noch wenig geholfen. Man zerrüttet dieVermögens - Umstände der Geometcr, ohne daß dieVermessung deswegen vorwärts schreitet.

Zn dem Mangel an geschickten Arbeitern liegtdie ganze Schwierigkeit des Geschäfts. Nicht in dergroßen Masse von Kcnn-nissen, so man bedarf. DerAufwand an Mathematik, der bei einer Landesver-messung nothwendig ist, ist sehr mäßig, obschon esgut ist, daß man etwas mehr hat, als man geradegebraucht, damit einem selber seine eigene Kenntnissenicht als groß erscheinen, und man dadurch zu unni-thigcn gelehrten Reden von spharischen Dreiecken,Gradvermessungcn und dergleichen verführt werde.