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Vollständiges Handbuch der Münzen, Masse und Gewichte aller Länder der Erde : für Kaufleute, Banquiers, Geldwechsler, Münzsammler, Handlungsschulen, Staatsbeamte, Künstler, Reisende, Zeitungsleser, und Alle, welche sich mit Völker- und Länderkenntniss beschäftigen oder die in den Werken des Auslandes befindlichen Vorschriften auf Künste und Wissenschaften anwenden wollen / von D. Friedr. Alb. Niemann
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Schank-Maß Scheffel ^

Schank-Maß, Schänke-Maß, Schankkanne. 1) Hohlmaßim Königreich Baiern, s. Maßkanne. 2) Wcinmaß in Leipzig, Nürnbergu. a. (s. Kanne und Maß). 3) Hohlmaß im Großherzogchum Weimar. ImGetreidehandel machen 64 Schänkmaß oder Maßchen ein Malter (s. Mäßchcn);und im Weinhandel 80 Schänkmaß einen Eimer (s. Maß).

Scharafi, Dinar, Medkal-Aldegel, ägyptische Goldmünze von2 Dinar (s. d.).

Schaun, Sain, alte georgische Silbermünze in der russischen ProvinzKaukasien, von demselben Werth wie der persische Ehapet (s. d.).

Schatz ist im Elsaß ein Stück Weinbergsland, 30 Ruthen lang und 1Ruthe breit, oder der dritte Theil eines Jucharts.

Scheepel, s. Schepel.

Scheffel, Schäpel, Schepel. I. Scheffel Aussaat. Acker-maß in verschiedenen Gegenden Deutschlands, um die Größe des Ackerlandes nach ^der Körner-Einsaat zu bestimmen. Diese Größen-Angaben einer Ackerfläche sind >wenig genau, da auf gutem Ackerboden weniger Körner ausgesäet werden, als auf ^schlechtem. Auch ist die Einsaat für alle Getreidearten nicht gleich groß, sondernin der Gerste- und Hafer-Aussaat größer als in der Roggen- und Weizen-Aus-saat und in der Erbsen-Aussaat am kleinsten. Endlich ist auch der Scheffel nicht ^an allen Orten gleich, wie aus der nachstehenden Tabelle zu ersehen ist. Des-halb kann die Bestimmung der Größe der Ackerfläche nach Scheffel-Aussaat nur !als ungefähre Abschätzung angenommen werden. Um einige Beispiele anzuführen,werden auf einem preußischen Morgen von 180 rheinländ. Geviertruthen .Ackerland 1 Schffl. 1 bis 4 Wetzen Erbsen, 1 Schffl. 2 bis 6 Metzen Weizen,

1 Schffl. 2 bis 8 Metzen Roggen, 1 Schffl. 6 bis 8 Wetzen Gerste und 1 Schffl.

6 bis 10 Metzen Hafer ausgesäet, wonach zu einem Scheffel Aussaat 103 bis160 rheinländ. Geviertruthen gehören, Gewöhnlich werden auf einen ScheffelAussaat 140 solche Ruthen gerechnet. In Lübeck und Mecklenburg rech-net man 96 Scheffel-Aussaat auf eine Last-Aussaat, und zu einem Scheffel Aus-saat 60 bis 80 sechzehnfüßige Geviertruthen; in Minden in Westphalm wirdein Schffl. Saatland zu 120 Geviertruthen angenommen. II. Getreide-maß. Der Scheffel wird eingetheilt und ist groß wie folgt:

!

Pariser >

KubzU. j

Litres^

Preuß

Mtzen.

Wiener

Becher.

In Altenburg, FurNenthum; der Scheffel vdn 2 Vier-

tel oder 8 Metzen oder 82 Mätzchen oder 132Nötzel .... ...

7V8S

2S2j

(2 Scheffel sind 1 Malter.)

- Alton« ') in Holstein; dänischer Scheffel von tViertel . . . .

877

,7,as

36?

<8 Schffl. machen I seelandische Tonne.)

- Amsterdam, s. Schepel.

- Auclam in Pommern, alter Roggenscheffe! .

2258

18

93j

- Annaberg in Sachsen, der Scheffel .

l0009

198,"

58

L18

- Bahn in Pommern, alter Roggenscheffel

2655

52,61

109?

. - Haferscheffel

3988

78,"

28

161?

- Barern, wie München.

- Bautzen in Sachsen, alter Scheffel .

5505

l09,<>s

8I§

227?

- Beeskow in Brandenburg, alter Scheffel

2792

5.-."

164

11S'/s

» Belgrad in Pommern, alter Roggenscheffel

2578

SI,<"

106)

- Haferscheffel .

888t

76.-7

28?

r Berlin , Preußischer Reichsscheffel von 4 Vierteloder 16 Metzen oder 64 Maßchen

277»i

St."

16

111?7

') Dar Hamburger Getreidematz ffoird hier viel gebraucht.