Scheidemünze — Schiffpfund 299
Scheidemünze, kleine Münzen aus Gold (s. Fanon), Silber, Kupfer,Messing, Zinn, Blei, Eisen u. a., um damit im Kleinhandel zu bezahlen odergroße Summen auszugleichen (scheiden).
Schenkkanne, s. Schankmaß.
Scheepel, Schepel, Scheffel, Boisseau, niederländisches Ge-treidemaß. 1) Nach dem jetzigen Reichsmaß machen 10 Schepel eine Muddeoder Sack; ein Schepel enthalt 10 Kop oder 100 Maatje und ist 504^ par.Kubikzoll groß — 10 Litres — 2^ preuß. Metzen — 20^ wiener Becher. 2)Nach dem alten Getreidemaß hält der Schepel 4 Merdevats oder 32 Kops undZSchepels bilden einen Sack. Dieser Schepel ist in Amsterdam 1362^ par.Kubikzoll groß — 27 Litres — 7A preuß. Metze — 56j wiener Becher; inD elft 1343 par. Kubikzoll — 26^ Litte — 7H preuß. Metze — 55^ wienerBecher; in Gorkum 2840 par. Kubikzoll — 56^ Litte — 16^ preuß. Metze
— 122^- wiener Becher; in Groningen 1485 par. Kubikzoll — 29^ Litte
— 8^ preuß. Metzen — 61^ wiener Becher; in Rotterdam s. Achtendeel;und in Utrecht 1959H par. Kubikzoll — 38^ Litte 11^ preuß. Metze---80/^ wiener Becher.
Schcrefi, Scherif, Cherif, Sultanine, arabische, persische undtürkische Münze, aus 20karatigem Golde, 55^ Holland. Aß schwer, hat inPersien einen Werth von 8 Larin, in Aegypten den einer Gold-Zechine und inAlgier von 8j Patacas chicas. Nach unserm Gelde beträgt der Werth derMünze 1 thlr. 21 gr. 7^ pf. Gold.
Schicht. In Bergwerksrechnungen theilt man die Zeche oder den Er-trag eines Hochofens, einer Schmelzhütte u. a. in 4 Schichte und jede Schicht in8 Stämme oder 32 Kuxe.
Schiffguldcn nennt man in den Niederlanden die für die ostindifchenBesitzungen geprägten leichten Gulden, welche dahin mit den Schiffen gebrachtund zu 20 Stüver ausgegeben werden, aber ibrem innern Gehalt nach 18^ Stü-ver und seit dem Jahre 1802 nur 17-^ Stüver werth sind — 15 sgr. 1 ps.preuß. — 114 gr. Conv. --- 43 kr. -ß- pf. Eonv. fl. — 57 kr. 2H- pf. Rhein.
Schifflast, großes, bei Schiffsladungen gebräuchliches Handelsgewicht,das an den meisten Orten von der gewöhnlichen Last (s. d.) nicht verschieden ist.Im preußischen Staate ist gesetzlich die Schiffslast zu 4000 preuß. Pfundenfest bestimmt, doch rechnet man bei Verladungen noch sehr oft nach Lasten von12 Schiffpfunden oder 36 Centnern oder 3960 Pfund (s. Last zu Magdeburg),auch nach Lasten von 2000 Pfunden wie zu Stettin. In Hamburg unter-scheidet man Schifflast und Commerzlast; jene ist 4000 Pfund, diese 5000Pfund an Gewicht (s. Last und Tonne VII).
Schiffmünze, Schouwer. Diesen Namen gab man ehemals den imvormaligen spanischen Amerika geschlagenen Gold-, Silber- und Kupfermünzen,welche auf Schiffen nach Europa gebracht, auch wohl erst auf ihnen geprägt wur-den. Vorzüglich erhielten ihn die vierseitigen Doblonen, die mexikanischen Pia-ster und die Ochavos oder Doppel-Maravedis.
Schiffpfund, Händelsgewicht in Nvrddeutschland, in den Niederlanden,Dänemark, Rußland (s. Berkowitz) und Schweden, wird auf verschiedene Artgetheilt, hat auch nicht überall ein gleiches Gewicht, weil das an jedem Ort ge-bräuchliche Pfundgewicht zur Gewichts-Einhcit angenommen wird (s. Pfund).Auch unterscheidet man an einigen Orten, z. B. in Hamburg und Lübeck, dasSchiffpfund bei Landsrachten von dem Schiffpfunde der Schiffladungen.