in annum MDXCVIII.
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früer vnd kleiner, oder villeicht gar bedeckt erscheinen mag. Dem seynun wie jm wolle, so ist einmabl gewiss, dass in vnsern Landen mehr danin fünfftzig jaren kein grossere Verfinsterung an der ® gesehen worden:derowegen dan alle die kunst erfahrne ein schön, die vnwissende aber einschrücklich spectakel haben, vnd an hohem tag die stern am Himel, son-derlich Venerem vnd Mercurium nach der Son vnd Jovem im aufi'gang sehenwerden. Wa es sich aber begäbe, das (wie gehört) die Sonnen gantz be-deckhet, oder nur der Himmel mit wolcken vberzogen würde, so geben unssetliche vmbstände gewisse anzeigungen, das kein finsterere nacht im gantzenJahr gewest, alss finster derselbige Tag werden solle. Doch weret solchedicke Finsternuss nicht vber ein viertl stund, wiewol sich die ganze ver-dunckelung vor vnd nach in die zwo stund vnd ein viertl verziehet. Ihrewürckhung erstreckt sich nach Ptolomaei Lehr zwey Jahr vnd vier Monat,nämblich von Johannis des 98 isten, biss in herbst des 1600, vnd ist imJulio Augusto Septembri des 1599isten am hefftigisten.
Die dritte Finsternuss begibt sich an dem Mond den 16. Augusti im24. Grad des zzz beym Drachenhaupt: deren anfang sich abends umb halbsiben vhr vnder der erden befindet, ein viertl vor 8 vhr allerdings ver-lischt, als der Mond kaum herfür kommen, vnd bleibt also verdunckelt bissein halb viertl vor neün uhr: von da an sich das liecht widerumb alge-mach herfür thuen, und entlieh ein halb viertl nach 10 vhr völlich erschei-nen würdt. Ob aber alles dises sich spätter erzeigte; wäre solches, wiedroben gehört, der vergangenen Jahren vnd der erfahrung gemäss. Dem-nach aber die allein,.so besser gegen Orient wohnen, vnd nicht wir, dennanfang der finsternuss ersehen werden, als hebt sich ihre würckung, nachPtolomaei regul, gleich selbigen Tags an, vnd erstrecket sich biss in nachfol-genden November. Zu vermelden, weil beede Monds Finsternussen im auff-vnd nidergang der Sonn vnd des Monds geschehen: so werden abermahldie kunsterfahrne ein wunderlich spectakel haben. Dan weil ein Finster-nuss des Monds nichts anders ist, als einschatten von der Erd: derowegenfolgt notwendig, dass so bald das eine liecht sich vber die Erd erhebt,das ander in puncto vndergehen, vnd, keinsweges beede zu mahl in weren-der verduncklung gesehen werden solten. Es hat aber die nächtliche son-derlich aber die früe morgenlufft wassers oder Spiegels art: vnd kan zubeeden mahlen geschehen, dass durch den wässerigen dampff, so ob denbergen schwebt, beede liechter zumahl, als wären sie ob der erd, erschei-nen. Darauff nun achtung geben mag, wem es geliebet. Soviel von dendreyen Finsternussen aus Astronomischer kunst.
Das dritte Capitel.
Von Bedeüttung der Finsternussen vnd anderer Aspecten.
Es ist, geliebter leser, zweyerley, von Finsternussen, vnd von den an-dern Himmlischen Aspecten oder erscheinungen zu vrtheiln. Ein Finster-nuss hat in warheit zu reden von jrer natur gar keine, oder doch schlechtevnd geringe würckung, da es vnversehens nacht, und demnach kalt würdt.Pas sie aber nichts desto weniger etwas zu bedeütten, hat es das ansehen,als lasse Gott der Herr denen menschen jre lengst wolverdiente straffen solang anstehen, biss die natur ein Finsternuss gegeben, auf die er dan die