Band 
Volumen primum.
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Von Welthändlen, Fried vnd Vnfried.

1618 .

Weil die maiste Leser dessen fälschlich beredt seind, es sey ein laut-ter praedestinirtes ding, vnd müsse geschehen was der Himmel androhe,dardurch ist dieser Punct gefährlich worden, beydes wegen der Gemein,das ein Astrologus nit eine schädliche meinung vnter sie bringe, dann auchwegen der Obrigkeit, das ein Prognosticum von ihnen nit dahin verdachtwerde, vnd einen bösen Lohn darvon bringe. Wann aber der Leser, Ersey hoch oder nidern Standes, ihme den warhafften Natürlichen Grund ein-bilden Hesse, wie nemlich der Himmel mit allen seinen Influenzen nit anderstwürcke, dann wie sonsten ein jede Natürliche Ursach, wie er sich brauchenoder missbrauchen lasse, wie man ihme begegenen, nemen oder gebenköndte, nemlich also, das ein jeder seine vntergehene Gemaind, ja auchsein eigen Hertz vnd Muth regiere, vnd solche auff gewisse Zeiten wol inacht neme, damit er nicht Fewr ins Stro werffe, vnd der Himmel wie son-sten der Zorn oder der Wein, ihme oder den seinigen zu solchen vnthatengedeye, zu welchen ein jeder sonsten seiner Natur nach disponirt ist, oderim Gegenspiel, das ein Obrigkeit, ein Kriegs Obrister oder Feldherr seineanschläge wider den Feind oder vnruhige Ynderthanen auff solche Zeitenanstelle, da die Gemüther auch Himmels halben mutiger oder stiller zusein pflegen: So were dieser punct im Prognostico gar wol von Obrigkeitenvnd Privatpersonen zu einem Nutzen zu bringen.

Mit jetz erwehnter protestation, erinnerung vnd angehengter bitt, dasmich niemand wider mein lauter erclärung, vnd allzeit beständige mainungbeschwären oder mein prognosticon missbrauchen wolle: will ich jetzo meinAmpt getrewlich verrichten, vnd den ervolg Gott haim stellen. Vnd sage,das auff künftigen Früling nit allein das Wetter, sonder auch viel mehrder Lauff der Planeten manchem sonst frischem Hanen das Hertz blühenvnd einen kriegerischen Muth machen werde: das gehet nun also zu, (wiejener mein Landsman von der Sachen geredt) wenn man einander lang an-sihet, vnd nicht recht launig werden kan, so geräth es auch am liebstenbey solchen Constellationibus.

Denn es ist ein Natürlich ding, das aller Menschen gemüther, sonder-lich aber deren Potentaten oder auch gemeiner Leutte, welche ihrer Geburtoder Nativitet halben mit jeder solcher constellation gemeinschafft haben,sich vnverwarnter Weiss nach denselben richten, vnd je mehr die Planetenim Himmel harmonice verbunden, je mehr gesellen sich die Hertzen der

Kepleri Opera I. 31