ad Röslinum. 541
seien , oder auss den imaginibus coelestibus , die doch heuttiges tagesgewichen, vnd den Namen hinder jnen gelassen.
D. Röslin: Ich wil nit alles refutirn, was Kepplerus hiervon mehrscrupulirt: dem die einfalt der Warheit lieb ist, wird alles bey sich W'olrefutirn können.
Ke pp ler: Ich aber will der Hoffnung sein, mit diser vbergehendenmeldung werde D. Röslin jhrer vil auffmundern, erst in mein Ruch zuschawen, vnd die Warheit neben mir zu betrachten.
D. Röslin: Keppler setzt das Fewer für das vierte Element.
Ke pp ler: Ich rede mit Aristotele, vnd doch also, das man mir keinsphaeram ignis darauss machen kan. Dann ich Cardano vor vilen Jahrenhierinnen beygefallen, das zwischen Himmel vnd Erden kein Fewer sey.
D. Röslin: Keppler wird den Himmel selbst für das vierdte Elementhalten, wie ich.
Keppler: Ich halt dasjenige Fewer für das vierte Element, das michbrennet, es sey auf dem Hert, im Ofen, oder vnder der Erden: dann esist ein Simplex corpus, differens ab aere, aqua et Terra. Kann aber darumbnit sagen, das es ein sollich Element sey, darauss andere Corpora, alsThier vnd Kreutter, quatenus corpora, gemacht seind. Dann die Werm indenselben ist nit jrer Cörper aigen, sondern von jrer Seel, die da erheltdas Leben im Leib. Es ist zwar auch das Leben selber im Hertzen wieein Fewer zu rechnen, wie ich in meiner Optica angezeigt: gehört aber nitzu der Substanz des Hertzens, sondern verzehret dieselbige endlich, so wolals das gemeine Fewer alle Corpora zu aschen macht. Vnd ob ich michwol noch nie resolvirt, alweil ich kein Chymicus bin, so wil mich dochgeduncken, das Fewer sey materialiter nichts anders, dann der Schwebel,sulphur in motu constitutum: sulphur aber ist ein Werck, opus, der Seelenim Leib, wie das Blut. Were also das Fewer formaliter ein accidens.Hingegen so bedenck ich, das dass Fewer ein Himmlisches accidens desLiechtes an sich neme, gedencke derowegen, Ob es materialiter der Sonnenverwandt, vnd derowegen ein jede Seel im Leib etwas Himmlisches auss-hecke, wie die Sonn in der grossen Welt ist.
Das der Himmel selber das viert Element, oder vnserm jrrdischenFewer verwand sey, kan ich nit glauben: allein wann D.-Röslin mit denTheophrastisten redet (wie ich weiss), die ein Element nennen, warinnenetliche Creaturen als in jrem approprijrten Corpore wohnen, so gewint derHimmel, vnd verleurt das Fewer. Sonsten kan ich den Himmel nit zu denvbrigen dreyen zehlen. Dann Erd, Wasser vnnd Lufft seind einander also ver-wandt, das sie einander corporali facultate anziehen, zusammen begehren, vnd ineinem globo aneinander hangen: das thut die Himmlische lufft gar nit: Wie dannD. Röslin auch erinnert, quod tota essentia differat. Es ist aber vbel gezehlt:Der Fisch, eins; die faiste, zwey; die schuppen, drey; das Meer, viere.
D. Röslin: Keppler heit vnrecht, der Lufft eigne qualitas sey dieWärme.
Keppler: Ich red ex sententia Aristotelis, vnd deren, die dise quali-teten vnder die Himmlische Zaichen aussgetheilet. Für mein Person haltich alle vnd jede Materialische Sachen, so fern sie von keiner Seel infor-miert oder aussgeheckt seind, actu et potentia kalt, tod vnd schwer, dar-auss folgt, das wo der materien mehr (als nemblich in der Erden, darnachim Wasser), das an vnd für sich selbst alda auch der kelte mehr, vnd also