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Tertius
halte, vnd mache»mir die Gedancken, dass, wie vorzeiten im Römischen nochbittenden Reich, theils auss erheblichen, theils aber auss scheinbarlichenoder auch ansehens halben angemasseten Vrsachen, Gesetze gemacht wor-den, die Mathematicos vnd Philosophos auss Rom oder auss Italia zu ver-weisen. Item wie man die Mathematicos vnd Maleficos straffen solle, Itemwie Plato die Poeten in seiner eingebildeten Republica nicht hat habenoder dulden wollen, also es auch heut zu Tag dahin kommen, vnd die Astro-logia in maass vnd terminis, wie sie jetzo von D. Feselio angegriffen, ver-boten werden möchte, darzu dann einen Regenten verursachen köndte diedahero erwachsende böse Gewonheit, auff nichtige dinge zu gehen: so auchder schädliche Fürwitz, welcher so starck vnd gross bey dem gemeinenMann, mit zusammenkauffung fünff, sechs vnd mehr Authorum, dass esgleichsam ein jährliche Schatzung verursacht, vnd nicht allein die Calender-schreiber in grosser Anzahl sich darbey wol befinden vnd drüber anderenützlichere Arbeyt oder Studia fahren lassen, sondern auch (welches mirim weltlichen Regiment mehr nachdenckens macht) viel gantze Truckereyendardurch erhalten vnd von newen auffgebracht werden, weil kein Buch vn-ter der Sonnen ist, dessen so viel Exemplaria verkauf!! vnd alle Jahr widererneuwert werden, als eben die Calendaria vnd Prognostica eines beschreye-ten Astrologi.
Dann wann ein Regent der grossen Anzahl der ärgerlichen Schmach-vnd Streitschriften vbel gewogen were, vnd zween Bräutigam mit einerBraut bestatten wolte, solte es wol nicht ein vnebens Mittel seyn, dieTruckereyen mit Entziehung dieses verderblichen vnd nichtigen Behelffs zueiner besseren Ordnung auch geringem Anzahl zu bringen: Dann wann derCalender ein gut new Jahr gebracht, so mag hernach der Trucker dasFeyren wol verschmertzen: Kömpt jhm aber hinzwischen von den vber-häufften authoribus eine Schrifft zu vervnrühigung dess gemeinen vnd Kir-chenwesens, so ist es jhme ein erwündschter Handel vnd lauter Gewinn:Der würde aber, als vngewiss, den Costen allein nicht ertragen, wann nichtder Calender das Fundament legete: Blieben also viel vnnöthiger Schriftenvngetrucket, vnd demnach auch vngeschrieben, vnd köndten die wenigereTruckereyen mit erbawlichen Materiis desto stattlicher belegt werden. Weilich dann die Müglichkeit eines solchen Gesetzes hiermit entworffen, alsmache ich mir darüber die Rechnung, es sey schon allbereyt im Werck,vnd sey die Astrologia schierist einer decisi vae sententiae von der Welt-lichen Obrigkeit gewärtig.
Ein gleiches ist auch wegen der Kirchen Censur eynzuwenden. Dannich in meinem Buch de stella nova serpentarii den Geistlichen probabilitergedrauwet, es möchte ihnen zu Erhaltung gebürlichen Ansehens dieses be-schreyete Handtwerck, Calender zu schreiben vnd Nativiteten zu stellen,nidergelegt werden: Welches ich nicht allein jhnen, sondern auch den Astro-logis, als welchen jhre ohne das Brodtlose Kunst durch diesen der w T ol-besoldeten Kirchendiener vnordentlichen Eyngriff verstümpelt vnd verderbtwirdt, hertzlich gern wündschen vnd gönnen wolte.
Wann aber diss sich also zutrüge vnd fürther kein Theologus mehrbey der Astfologia die Handt mit im Werck hette, durch welcher Exemplaandere jhre Collegae der Sachen mit einer Discretion nachzudencken vervr-sachet würden: Dörffte wol hernach auch den Astronomis, Wann Philo-sophia stillschwiege, die Astrologia gantz benommen, indiscriminatim ver-