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Volumen primum.
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628
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Tertius

ein solcher Mensch sonsten in Gottes vberauss weytten hausshaltung dienst-lich seyn soll.

Diese Yrsach ist universalis vnd particularis, mit vnd wider die beydevorerzehlte. Dann Gott erhält die Natur in jlirer Ordnung, doch bricht ersie auch etwan zu Zeiten, wiewol nicht offt: Also erhält er den Menschenbey seinem freyen Willen vnd dessen Gebrauch, bricht jhme denselben auchofft, wann er allzuhart an will.

Wann aber gleich beydes Natur vnd dess Menschen Willkühr in jhrenterminis erhalten werden vnd Gott gar nichts extra ordinem darzu thut:So seynd aber doch noch der singularium fortuitorum so viel, dass es Gott-gar leicht ist, dieselbige dahin zu leyten, dass die oberzehlte Vrsachen,wann sie schon jhr bestes oder ärgstes gethan haben, dem Menschen zuGlück oder Vnglück vnd also zum W'iderspiel gedeyen müssen vnd dennochin eventu mit jlirer natürlichen oder willkührlichen Güte, auch im bösenZustandt, der dem Menschen von Gott auft'gesetzt, mögen erkennet werden.

Derhalben so wenig einer sündiget, der ein Tochter ausszusteuren hatvnd auss deren Gesellen, die sich anmelden, Art, Sitten, Geberden vndGestalt, jhme die Nachrechnung machet, wie es jhnen vnd seiner Tochtermit jhnen ergehen möchte, in betrachtung es gemeiniglich zutreffe, obschonetliche sich etwan mit mehrcrn Jahren bessern, auch Gott alles ändernkan, so wenig ist es auch vnrecht, auss einer Nativitet (weil die nunmehrnit der Himmel, sondern dess Menschen Natur selber ist) eine gleichmäs-sige vermuthung von dess Menschen künftigem Glück oder Vnglück zuschöpffen.

Thesis 105. Lassen also auch die Philosophi nicht weniger als dieAstrologi der Astrologorum grobe Lügen fahren, bleiben aber doch beydem einfältigen Verstandt, dass wie die Sterne Zeichen seynd, deren sichdie Schiffleute gebrauchen vnd sich darnach richten auff dem Meer, alsosie auch gleich so wol Zeichen seyn können der Witterung vnd der Ge-hörnen artung vnd natürlicher Geschicklichkeit, darauss dess Menschenszustandt in genere zum grossen theil her folget. Dann sie auch also sowol als bey den Schiffleuten, nit sonderliche Krafft vnd Wirckung habenzu demjenigen, so man auss jhnen vorsagt, sondern schier lauter blosseZeichen darzu gewest, indem die Natur dess Menschen selber jhr dencharacterem von diesen Zeichen abgenommen, jhr solchen eyngedruckt vnddreyn verwachsen.

Thesis 106. Ob die Finsternussen an Sonn vnd Mond, wie auch dieVersammlung der obern Planeten von Gott dahin angesehen vnd gebrauchtwerden, dass er seine langvervrsachte Straffen vnd Plagen biss dahin spare,wann solche im Himmel erscheinen, darmit sie also zu solchen PlagenGottes vorbotten werden: Welches hie auss D. Feselii anzug folgen wil:Das were von den Astrologis selbst viel gesagt vnd bedünckt mich einehohe nacbdenckliche Frage.

Andere werden sich finden, die da behaupten, die Finsternüssen vndgrosse coniunctiones haben dergleichen nichts zu bedeuten, sondern sietreffen also vngefehr mit allgemeinen Landtplagen vbereyn: Darmit werdensolche Gott den Schöpfer von dem Gestirn, als seinem Geschöpf, salvi-ren vnd jhme mit ausstheilung seiner Straffen seine Freyheit lassen wollen.

Ich hab mich in meinem Buch de stella serpentarii auff einen modumPhilosophicum erkläret vnd zu bedencken geben: Ob nicht die Natur die-