Notae Editoris.
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Als wann einer gefragt wirdt, wammb ein kalt dunckel Wetter sey, und ein Astrologus zurAntwort gebe, dieweil Saturnus im ersten Grad des Wassermanns stillstehend ist. Oderwarumb einer auff diesen oder jenen Tag seye von einem Juden betrogen worden? Antwort:Dieweil er mit ihme gehandelt, da eine Zusammeufügung des Mons mit dem Saturno ge-wesen; möchte einer mit guten Fugen principium petiren und sprechen: Wer weis obs wahrist? Es were schier eben, alss wann ich ein Jauchzer thäte, und fiel einer darauff dieStiegen ein, man mir wolte die Schuld geben, als hette ich ilme die Stiegen eingeworffen.
39) p. 565. Livius (XLIV, 37) haec refert de C. Sulpicio Gallo „S: Gallus adconcionem militibus vocatis pronunciavit, nocte proxima, ne quis id pro portento acciperet,ab hora secunda usque ad quartam horam noctis Lunam defecturam esse. Id, quia naturaliordine statis temporibus fiat, et sciri ante et praedici posse Ac." „Nocte," pergit Livius,„quam pridie nonas Septembres insecuta est dies, edita hora Luna quum defecisset (4. Sept.168 a. Ch.), Romanis militibus Galli sapientia prope divina videri."
40) p. 566. Feselius: Dass aber solches (astrologorum sententia de coelestium lu-minum vi in Terram <fcc.) nicht seye, und dass sie neben und vber ihren natürlichen Lauffund Liecht dergleichen influentias nicht haben, ist auss des hochgelerten weitberümbten Phi-losophi Jacobi Zabarellae Büchern de calore coelesti et de Qualitatibus Elementorum auss-führlich zu vernehmen.
De Zabarella haec addimus: natus est Patavii anno 1533, ibique professoris Lo-gices munere fungebatur ab a. 1563. usque ad mortem (a. 1589). Varia edidit opera phi-losophica, commentatus est Aristotelem, et magna usus est apud illius aetatis homines auc-toritate. Ceterum astrologiae addictissimum Zabatellam refert Jücherus.
41) p. 569. Porta in Magia naturali XVII, 4. „Si nix in loco (speculi), ubi specta-bilis res locari debet, objiciatur, frigus reflectitur."
42) p. 570. Keplerum ante detectos tubos opticos volutionem corporis Solaris circaaxem suum spatio 3 dierum, ut planetarum motum servaret, verisimilem habuisse, constat.(Comm. de Mot. Martis III, 34).
43) p. 577. Feselius: Zum andern bestätiget solche Vnmöglichkeit (ob man ange-regte influentias und würckungen durch menschlichen Verstand vollkommen ergreiffen , die-selbige in ein gewisse scientiam einschliessen könne) auch der fürtreffliche Medicus Fran-ciscus Valeriola (f Augustae Taurinorum anno 1580) lib. 6. Enarrat. Medicinalium 2. mitdissen Worten: Abditissima profecto sunt et in naturae arcanis recessibus penitus intrusa,quae de siderum viribus nobis astrologi, nullis firmis demonstrationibus, nullis principiis innixaprodiderunt: atque ejusmodi, quae nec credi a nobis' debent, nec sciri possunt.
44) p. 580. Feselius producens „Proverb. cap. 11" pro Eccles. 11, 5, Keplerum,theologiae quondam studiosum Tubingensem, non perturbavit. Risum vero movit Kepleroomittens ea, quae „medicum" attinuerunt, „wie die Gebeine im Mutterleibe bereitet werden."
45) p. 581. Feselius: Es finden sich heutiges Tages.Astrologi, welche dafür halten,das der gantze Himmel ein einiges continuum spacium seye , und die Planeten zwar allemit einander in 24 Stunden herumb getrieben werden , und aber doch ein jeder Planet invermeltem spacio (gleichsam in einem theatro oder gemeinem Schawplatz) auch seinen ei-genen spatziergang habe, gleichwie in der vnderen Elementarischen Welt der Mensch unddie Thier auff Erden gehen: oder wie in einem vogelhauss, das entweders getragen odervber Land gefiihret wiird, gleichwol alle eingeschlossene Vögel zugleich an einen ort bewegtwerden, und doch nichts desto weniger ein jeder seinen sonderbaren flug hat etwan einerhöher als der ander.
46) p. 585. Feselius examinata sententia eorum qui unicum statuant coelum, ad-hibitis S. Scripturae pronunciatis, deinde astronomorum de numero „sphaerarum" et motuoctavae sphaerae dissensiones suum in usum vertens, Brahei calculum in dubium vocans,äddit: Was der unzahlbaren Menge von vnbekannten Sternen Verrichtung seye, und ob sievielleicht unnützer haussraht darumb herumber gehenckt seyen, das sie den Himmel und dieSphähren aussfüllen sollen, das stehet den Astrologis, als welche alles biss in den eüsserstenHimmel aussgespehet haben, zu erörtern. Biss nun einer kompt, der mir diese frag aufflöse,will ichs vnderdessen mit dem weysen Sirach halten &c.
47) p. 588. Feselius: Es müste auch Hiob vnrecht geredt haben, da er gesagt: Tuforsitan cum eo fabricatus es coelos, qui solidissimi, quasi speculum ex acre fusi sunt. Eskönte auch nach solcher Meinung der Himmel nicht sichtbar seyn, wann er kein solidumcorpus wer, sondern vil subtiler als der Luft, also das er hierin dem Luft weit vorginge,dann also könte das Gesicht keinen terminum oder Entschafft haben , darauff es hafften,viel weniger als im Luft Selbsten, welcher dieser Vrsachen halben auch vnsichtbar ist. Her-gegen aber niemands wiird leichtlich leugnen, das er den Himmel sehe, er were dann seinesgesichts beraubt oder wolte seinen eygenen Sinnen nicht mehr Glauben zustellen.