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Unterricht vora H. Sacraraent
euch, vnd ein gut thail schlaffen. Den so wir vns selbst richteten, so wür-den wir nicht gerichtet, wen wir aber gerichtet werden, so werden wir vondem Herren gezüchtiget, also das wir nit sampt der weit verdampt werden.
Wie soll ich diese Vermahnung verstehen ? Sie begreifft zwen punkten,der ein gehet das Nachtmahl selber an, der ander betrifft den gast der hin-zu gehet.
Was lehret uns S. Paulus in disen Worten von des Herren Nachtmahl?Vom Nachtmahl will er so vil sagen: Es sey uit ein gemeine zech, dieweiles eingesetzt sey zu einer Predig von dem unschuldigen leiden vnd sterbenChristi unsers Erlösers, welliehes khein Christenmensch so vnachtsamblichhalten solle, als wan es ein gemeine Histori wäre: Dan wer jm es nit lessetzu hertzen gehen, vnd wer nit bedencket, das er selber mit seinen eignenSünden habe Christo darzu vrsach geben, damit er also auss dem ewigen vet-derben errettet würde, sondern ohne alle andacht dahin gehet wie zu einergemeinen zech, der spottet des Herren leidens vnd macht sich theilhafftig derenerschröcklichen sündt vnd mordthatt, die die Jüden an Christo begangen haben.
Weitters soll das Abendmahl auch nit für gemein brot vnd wein ge-halten werden, dan es sey der leib und blut des Herren, wie er auch imvorigen Capittel darvon schreibet.
Sag mir auch diselbige wort S. Pauli, auss dem 10. Capitel. Alsoschreibt er: der gesegnete Kelch welchen wir segnen, ist der nit die gemein-schafft des Bluts Christi? das Brot das wir brechen, ist das nit die gemein-schafft des leibes Christi? den ein brot ist es, so seind wir vil ain leib, die-weil wir alle eines brots theilhafftig sindt.
Ifas ist das gesagt? Sanct Paulus will so vil sagen: Ihr wisset liebeChristen, das wir durch die rechtschaffene niessung des Heiligen Abentmahlsalle unter einander glider eines geistlichen leibs werden, wölliches leibs hauptist Christus. Nu khönte aber diss durch die niessung des Heiligen Abent-mahls nit geschehen, wan es nur ein gemein brot wäre, vnd nit zumahl auchdie gemeinschafft wäre des wahrhafftigen leibs Christi, vnd der Kelch die ge-meinschafft des wahrhafftigen bluts Christi, also das wir alle in gemein diseswarhafftigen leibs und bluts Christi im H. Nachtmahl theilhafftig würden: danwir vil khönen anderst nit eins werden durch das H. Abentmahl, dan alsodas wir alle darinnen den einigen leib Christi empfahen vnd zu vnserem ge-mainen haupt bekhommen.
Was lehret S. Paulus von den Gesten bei diesem Abendmahl? Erzaiget an, das Gott die unwürdige Geste von wegen der enthailigung disesHochwürdigisten Abendmahls schwerlich straffe, mit zeitlicher vnd ewigerstraaff, zeitlich zwar mit Pestilentz vnd andern kranckhaiten, vnd das er man-chen Jungen Menschen vor der zeit auss diser weit hinraffe: diss alles.dar-umb, das er nit ewig straffen dürffe; dan wan Gott Kranckhait schickt, sogehen die sündige Menschen in sich selber, vnd bekheren sich, vnd wan siedan also in rechtschaffener buss auss diser weit hingenommen werden, somachen sie ein end an jr ruchloses sündliches leben, fallen nit widerumb drein,erzürnen Gott nicht mehr, enthailigen das Abentmahl nit mehr. Darnebenzeiget er an, wie der Mensch disem schwären zorn Gottes entfliehen solle,damit er nit vnwürdig esse; Item, sich selbst richten solle, damit er nit vondem Herren gerichtet werde.
Was haist dan sich selbst prieffen? Prieffen haist so vil, das ein jedersoll in sein aigen gewissen gehen, sein verführtes leben, vnd was jme auch