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Collectanea ex codicibus Pulkoviensibus.
gehabt, wie im dreissigisten Tag nach dem Newmond wieder einer zu gewar-ten, vnd zwey Monat vngefährlich 59 Tag machen. Wann es nun hierbeyverplieben, vnd des Monds Lauf! nit scherffer erkundigt worden wäre, so betteniemand kein Finsternus vorsagen künden, dardurch abermahl vil schönerVörtel vnd Behendigkeiten in Kriegsgewerben, von Griechen, Römern, Spa-niern vnd anderen gebraucht, hinterstellig verplieben wären. Hette der Athe-nienser Hauptmann Nicias in Sicilia gewust, waher ein Fünsternus des Mondskäme, so hett er sich nit darfiir entsetzet vnd hett sein stattliche Kriegsmachtvon vierzig tausenden nit so schändlich auffgeopffert, dardurch auch sich vndseine Herrschafft ins Verderben gebracht.
Im kuufftigen 1605. Jahr begibt sich ein völlige Finsternus an der Son-nen im hohen Mittag. Wann nun die Astronomia so scharff verpessert wirdtwerden, dass man gewisse Mahlstätt wiirdt ernennen khönden, an wöllichenes sinckhende Nacht werden soll: solt es nit möglich seyn einem Obristen,der es waist, ein Vestung zu ersteigen, vnderdessen die Besatzung bestürtzetvnd erschrockhen ist?
So man dann bisshero nichts weitteres in Astronomia hette studirenwollen, so wüsten wir heutiges Tags mit vnserer grossen Schmach vnd Schandnicht hundert Jahr richtig hiudersich zu rechnen, lebeten in diser vergeng-lichen Zeit, als weren wir gar nit daheimen, sonder fremmbd drinnen. Werwolt heuttiges Tags dem Menschlichen Geschlecht sageu, dass wir mit vnsermJulianischen Jahr in 1300 Jahren vmb zehen oder ailff Tag der Sonnen, vndmit dem alten Cyclo Paschali vm drey Tag des Monds verleideten? Ja werwürdte es mercken, wann es so lang anstünde, biss die Weihennächte gar inSommer vnd der vermeinte Newmond in den natürlichen Volmond kämen?Würde nit entlieh bey so mancherley Veränderungen gantzer Völcker ein Bar-barische Vnwissenheit vnd gefehrlicher Zweiffel vnder den Menschen entstehen,indem sie die Geschichten der Heiligen Schrifft nit mehr mit den Jahrszeitender Festtäge zu reimen wüsten? Gewisslich käm es letzlich dahin, dass wieder vnvernünfltige Fisch im Meer dahergehet vnd waist dessen kein End nit,also auch der Mensch in der Zeit lebete, vermeinend, sie war also mit samptder Welt von Ewigkeit hero, vnd kein Gott, der sie erschaffen hatte.
Damit ich nun auch ein wenig von dem andern Theil, nämlich Astro-logia divinatrice rede, so haben zwar die erste Menschen der Astrologiae vilzu dancken gehabt, dass sie gespüret, wie der Sommer mit Erhebung derSonnen, der Winter aber mit dero Ernidrigung entstehe, darnach sich sonder-lich der Feldbaw vnd das gantze Menschliche Leben richtet; als zum Exem-pel heit man diss für die beste Weinberge, wölliche gegen der Sonnen liegen,vnd würdt auff allen Feldern vil darnach gesehen, zu wüllicher Jahrszeit siedie Sonnen haben mögen. Es ist vil gewest, dass man entlieh ergriffen, wiealle Feuchtigkeiten in Früchten, Kreutern, Beumen vnd Holz mit dem Mondwachsen vnd schwiuden, wölliches des vralten poeten Hesiodi maiste Kunst ist.
In der Artzney ist es zu eim grossen Vortheil gerathen, dass vermercktworden, wie der Hundssterne böser gifftiger Art, vnd wa möglich mit Artze-neyen zu vbergehen seye, darauf! sich dan der Medicorum Patriarcha Hippo-crates sonderlich fundiret.
Vor vralten Zeiten ward diss vnserer Niderteutschen vnd Seestetterndie gröste Kunst, dass sie gelehrnet, wie der Ab- vnd Zulauf! des Meers sichnach dem Mond richte, vnd in 19 Jahren, gleich mit der Gulden Zahl oder