IV. Astro! ogica.
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Der Jetzige Landsterben in Tirol, Schwaben, Eisass vnd anderen orten,seind ein gewonlich omen zu künfftigcm Krieg. Die Kriegspraeparation inBaiern vnd Salzburg mücht einem mehr verstendigen auch zimliche nachrich-tung geben, wa es hinauss wolle mit diser grossen Opposition.
Zwar wan der Fürsten Vnion dem Römischen Bapst zuwider, würt Ersolliche nit wol anderst trennen klüinden, dan so Er Bairn.. wider Oesterreich,mit seiner vnd Spanischer HülfF zur Cron beförderte: den da würd Er vonCatholischen Chur- vnd Fürsten mögliche assistenz haben. So er aber einenausländischen zur Cron befördern wolte, würde hierdurch der Pass durch dieGraupunter in Teütschland geöffnet; die unirte aber würden sich nit saumen,sondern an selbigen orten, da sie des^feinds gewärtig, die maiste fürsehungthuen wollen.
Vnd weil gleichwol die reformirte biss dato noch khain scheinbarlicheausred noch glegenhaitt nit haben, nach ainem haupt Irer religion zu trach-ten, so ist vermuthlich, das hauss Oesterreich sey der ainige weg vnd mitteldie Churfürsten vndereinander, auch mit den Vnirten Fürsten zu verainigen.Derhalben, ob wol anjetzo allerlay Vrsachen fürgewcndet werden möchten,warumb man zu khainer wähl greiffen solle, darunter auch diese eine, dasdie reformirte hierunter Irer besserer glegenhaitt erwarten werden wollen: Je-doch wan sie spüren werden, das der Römische stuel eintweder auff Bairn,oder auff einen Auslendischen potentaten gehe, werden sie sich des bessernbesinnen, vnd gewisslich denjenigen, der die Oesterreichische macht an sichhatt, herfürzichen. Da Ich der gentzlichen mainung bin, König Matthias werdehierüber innerhalb Teütschland einen Krieg ausstehen müessen, in wöllichemTirol, Bairn, Elsas vnd Schwaben sehr werden angefochten werden.
Die Astrologische Vrsachen seind dise: Anno 1612 den 14. Maji be-gibt sich eine Conjunctio Saturni et Martis in loco Solis Matthiae, die istIme eben so schädlich, als wie E. Kay. Mt. anno 1608 eine oppositio Saturniet Martis in loco Solis gewest. Vnd widerumb, anno 1612 vom 28. Aug.biss in 27. Septembris, wie auch im Novembri vnd Decembri geschieht dieandere oppositio maxima Saturni et Jovis in loco Solis Matthiae, et simul inloco Medii Coeli Regi Galliarum et Ferdinando Duci Styriae. Von diser Vr-sachen wegen würt alsdan der allärm erst recht angehen.
Es gibt zwar vermuthungen, weil Fcrdinandus vnd Matthias zumahlleiden, werde es einen general Türckhenzug bedeütten. Weil aber ich desTürckischen Kaysers Nativitet nit habe, so kan Ich nit kecklich dahin Votirn.Vilmehr behelff ich mich der Politischen Vrsachen. Nämlich ist der Türckhstill gesessen, alweil die Herrn aus dem hauss Oesterreich mit einander ge-zanckht, so würt er vil mehr still sitzen, wan der Zanckh etwas hingelegt.Oder hatt es der Türckh dahin gemaint, das Oesterreich sich mit sich selbsabmatten solle, so würt er auch fürohin dahin trachten, das wir vns zuvorvnder einander aufffressen. Derhalben würt Er öffentlich khain krieg führen,damit er vns nit Vrsacli gebe, vns vndereinander zu vereinigen. Er würt aberdem Bathori als einem reformirten haimliche Hiilff thun, damit Er die refor-mirten etwas mehr auff sein seitten bringe.
Weil aber König Matthias diss wol verstehet, vnd zu fürchten hatt, dassich nit die reformirte in Sibenbürgen, Vngarn, Steür, Slesien, Oesterreich,Mähren, Böheim verainigen wider Ine vnd die Römische religion, württ erlieber dem Bathori den Willen machen, damit Er in Sibenbürgen pleibe vndalso Matthias im reich seinen mehreren Sachen abzuwarten habe.
Kopien Opera VIII. 22