Band 
Volumen VIII. Pars I.
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Iudicium matris Kepleri.

wa dür der Examination halben gegen Ihr Keplerin befolhen worden) ertheylen. Darangeschieht vnser Meinung. Datum Stuettgardten etc.

Landthofmeister Daniel Büwinghausen. V. CanzlerD. Broll, D. Daser, Schnepf. Sebast. Faber.

Hoc decreto non contentus Keinholdus iterum adiit consilium Stuttgartiense etprioribus repetitis haec addit: . . . Die Kepplerin, ob sie wol des gegebenen Trunkhsnit in Abred sein kündten, auch alhie von meniglichen schon vil und lange Jahr fürein Hexen im Verdacht vnd geschray gewest, lchain solche sein wollen: sondern der-halben mich super injurias alhie zue Leonberg mit Recht verclagt, darüber aber, alssKupplerin Geörgen Hallers Döckterlin alhie angegriffen (wie sie Ime zuvor dergleichenauch an einem Kind bewisen) vnd es gelämbdt, wölches der Vogt zur Fürstl. Cantz-ley vnderthenig berichtet, gnediger bevelch abgegangen, weiln sie flüchtigen Fuess ge-sötzt, wann vnd was Orten sy im Lannd betretten werd, sie gefennkhlich einzueziehen,inmittelst auch all Ir haab vnd gueth inventieren zuelassen. Darauf! auch der VogtIr behausung mit einem Schloss verwahrt. Es haben aber Ire Kinder vnd Tochter-mann mit suppliciern bevelch erlangt, das mann sie vff freyem fuess wider Ein- vndzum Rechten khommen lassen solle. Vnd weil die Käpplerin ein böses gewissen, vnddiser auch anderer mehr verliebten Ilexenstükhlin sich schuldig waist, allso derowegensich nit zu llauss lassen wollen, vnd noch, wollen mich Ire Pfleger vnd Kind zwingen,mit Inen im Rechten fürzuefahrn, vnd allss Ich dessen bedennckhens gehabt, sy der-halben verschiner tagen einen andern bevelch aussgebracht, vnd ob wol Ich mich des-selben nit vnzeitig vor dem Richter alhie zum höchsten beschwerth, vnd die sach zueeinem Spruch khommen, beyligende Sententz *) gestrigen Tags ergangen, dass es beyE. F. G. bevelch verbleibe, jedoch mir bevorsteen solle, einen andern bevelch auss-zubringen.

Wann dann Gnediger Fürst vnd Herr, die Sachen hievor vnd jetzt erzöhltermassen mit Wahrheit beschaffen, vnd mir gantz beschwerlich sein will, Inn einer sooffenbahren sach, da der Käpplerin Ilexenstükhlin am tag, vnd meniglich bewisst seind,in Irem Abwesen vnd aussreissen mit lrem Sohn, Tochtermann, vnd Kriegs Vögten,mit Rechten vil Costen anzuwenden, weil cs sonderlich ein Criminalsach, vnd mani-festi Juris, quod criminalis actio non transeat ad haeredes:

So gelangt demnach an E. F. G. nochmahleu mein ganntz Vnderthenig vndvmb Gottes Willen flehenliches Pidten, die wollen mich bey dem Ersten ergangnenFrstl. bevelch gnedig erhalten, also nochmalen gnedige Verordnung thun, das sy Käpp-lerin zur Hand vnd iun hafftung gebracht, auch Ir haab vnd guth alssbald inventirtwerde. Im fahl Ich aber je wider vnderthenig Verhoffen mit Ir der Kepplerin dasangefangen Recht aussfüeren müeste, gnedige Verordnung thun, das dem andern Fürstl.bevelch ein benügen beschehe, vnd nemblich sie sich in der Person zum Rechten, vfffreyem fuess einstölle, vnd dem Recht selbst abwarte, auch Ich ausser dessen mitweiterm Rechten nit beschwerth werd, dass, neben dem es an Ime Selbsten Recht vndbillich, will vmb E. F. G. Ich vnderthenig zu verdienen in khein Vergess Stollen etc.Dat. 28. Martii anno 617.

Pastor Binder et Clir. Keplerus haec interposuerunt: .... Demnach jüngstertagen diser gn. bevelch ervolgt, es solle der vorgeschlagene Commissarius mit demproductions tag, olmgeachtet des gegenthails einreden, es seye gleich vnser Schwiegervnd muetter zugegen oder nit, fiirderlich fortgeschritten werden, item es solle E. F. G.Vogt allhie, welcher in der Warheit ein Vrsächer diser Confusioni ist, vns abschrifftendes zuerst vor vns erthailten bevelchs ohn hinderstellung erthailen, so hat doch bisdato für eins khein andere Abschrift, als hie beygelegt, welche vnserm bedunckhennach gewisslich dem rechten Originali nit gleichlauttendt sein wirdt, vber vilfeltigesbitten vnd betten, ervolgen wellen. Ob nun dieselbe mit dem Concept vbereinstimmen,werden E. F. G. solches nach gegenhaltung des Concepts in gnaden vernemmenkünden.

*) Im Stritt zwischen J. Reinholdteu vnd C. Kepplerin sohn vnd dochtermann samptderselben geordneten Kriegs Vögten, angestelte Zeugen Verhör betreffendt, erkendt der Rich-ter allem gerichtlichem Vorbringen nach, dass allweil dieselb von vnserm gn. Fürsten vndHern durch ergangnen gnedigeu Bevelch vfferlegt vnnd anbevohleu, dass der Richter darheyverpleibe, es wolte dann beclagter J. Reinholdteu einen andern bevelch anssbringen, welchesIhme haimgestellt sein solle. Actum et publicatum vorm Stattgericht Leonberg den 27. Mar-tii 617.