Judicium matris Kepleri.
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er weiter nichtzit verhandleu, dann was ihme anbevohlen wördt. Will auch denHerrn Schwager wegen obbesagter beschedigten Reinholdin (alss wellicbe mich dissschreiben abgehen zulassen gebetten) dinstlich ersucht haben , sich günstig zu bemiehen,damit die warheit ahn tag gebracht werden möchte. Solches gegen den H. Schwägernfür mein Person dienstlich zu recompensiren bin ich yederzeit willig vnnd geneigt. Thuden II. Schwager mich hiemit zu gunsten,' viult vnss allerseitz Gottes Allmacht treuw-lich bevelhen.
J. Keplertts his adiit principem Fridericum c. medium Augustum 1620:
Durchleiichtiger Hocbgeporner, Gnädiger Herr vnd Landsliirst. E. F. Gn.seind mein vnderthänige arme dienste bevor.
Gnädiger Fürst vnd Herr. Ich bin zwar seid der letzten wegen meinerMutter Katharina Kepplerin schwärer Rechtssach bey E. F. Gn. Cantzeleyeingeraichten supplication immerzu deren gutten Hoffnung gewest: eintwederwerde diese feündseligkaitt allerdings auffgehaben, oder doch die von mir vnder-thänig gebettene communicatio depositionis testium mir, als der ßezüchtigteneltistem Sohn, dem sollicbe von aller billigkhaitt wegen zu suchen gepüret,vor weitterer Yerfahrung gnädiglich gewilliget werden. In dessen Verplei-bung aber, vnd weil interim meine Mutter in khainerley Wege von Irer ge-wonlichen Stelle zu weichen nit zu bewegen gewest (ausser dessen, das SyTrem Tochterman, als wölcher Ir aussgebotten, nit vnder angesicht gehen sollen),bin Ich noch ferner dessen beredt gewest, das nit allain Sy Iro khainer vn-rechten zugemessenen Sachen bewust: sondern auch E. F. Gn. wegen deroLandsfürstliehen hoben Ampts, auss ermelter depositione testium khain erheb-liche Vrsach zu einiger praejudicirlichen Inquisition gefunden haben werden.
So khompt mir aber auff heutigen Tag nacher Lintz diso traurige Zeit-tung, das besagte meine Mutter auff' den 7. Augusti früe auff E. F. Gn. be-febl durch Dero geschickte zu Haimaden im Pfarhauss schlaffend yberfallen,auffgehebt. vnd gefenglich naclier Stutgarten geführet worden sein solle.
Nu hab ich mich zwar wol zubesinnen, das dergleichen manus injec-tiones nit alwege praejudicirlicb, sondern E. F. Gn. auss erheischendem Lands-fiirstlichem hohem Ampt, auch nur allain von etlicher starckher Vermuthungwegen, vngeaeht solche auch fälilen khönden, zu dergleichen befuegt, dar-nebens Sy niemanden in oder ausser derlay Verhafftungen Vnrecht geschehenlassen, sondern ordentliche processe nichts desto weniger gestatten:
Dieweil aber es dissmahls das anseben bey mir abwesenden hatt, alsob dise Verfahrung auff meiner Mutter Widerpartb vnauffhörliches anhaltenvnd zu dero Verantwortung entlieh bewilliget worden: vnd aber bey der-gleichen mchrmahlen grosse Arglist vnd Practiken verporgener weisse leicht—lieh mit vnderlauffen, vnd allerhand noch schwerere consequentien verursachen,das also manchem Vnschuldigen wider des Richters willen, ais dan Exemplaam Tag, zu kurtz geschieht: da dan mir auss Göttlicher vnd NatürlicherRechten aussag in alle woge zuestehen will, meiner Mutter in disen IrenNöthen gepiirliche Assistentz zulaisten, vnd ferners befahrtes Vnhail, wa müg-lich, zuverhüetten:
Alss kan Ich wegen so naher Bluet Verwantschafft in meinem Gewissen,ob Ich meiner schuld gnug gethon, anderst nit versichert sein, Ich wohne dandem bevorstehenden Rechten persönlich bey.
Hierumben gelangt an E. F. Gn. mein vnderthänig flehenliches bitten,Die geruhen der armen Verhafften, vmb Irer rechtlichen Notdurfft willen, wieauch mir, so weitt abwesenden, weil ich durch das jetzige Kriegswesen,wölches das Land ob der Ens vrplötzlich vnd allerdings yberschwemmet, an