Band 
Volumen VIII. Pars I.
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Judicium matris Kepleri.

doch der Keplerin vnwissendt beschehen) für ein redliche anzeigung vnd Indidumoder dass er auff solche wider gesund worden sein solle, keines wegs zu halten.Cum indidum ad torturam suffidens tale esse debeat, quod Judex suo human > etnaturali judido apprehendere possit. D. Henr. Bocer, de quaest. et torturis reorum,cap. 3. n. 101.

Dass aber Fürstl. Anwald diss gantz vntaugenliche verneinte Indicium dirchdie in dem 16. vnd 17. probat, begriffne Vmbstend zu besterckhen vnderstanden, mitVorwenden, alss ob Beclagtin sich etlicher Trowort gegen dem Frickhen solte habenvernemmen lassen, ist hiehey insonderheit zu merckhen, dass gedachter Frickh dessenin seiner deposition kein meldung thut, sondern allererst in Confrontatione dergleichenVmbständ (vnzweiffel seinen gefasten vnrümblichen Aberglauben damit zu bementeln)vorgebracht. So künden sich auch fast alle Zeugen der Verborum formalium nit nehrerinnern. Hingegen wirdt von der Keplerin bestendig angezeigt, alss Frickh in ihremBeysein sich verlauten lassen, das vorgegangen grosse weter were von hexen vervr-sacht worden, welches die Keplerin (so dazumal von der Beinboldin starckh verschraitgewessen) auffgenommen, dass solches wider sie verstanden worden, vnd beneben «ichzuerinnern gehabt, dass auch ihr Encklin von des Frickhen kind desswegen aiss-gemacht worden, der Yrsachen, alss Frickh ihr begegnet, Sie ihme nichts anders zu-verstehen zu geben begert, dann dass solches ihro zu hertzen gange vnd nit so laldzuvergessen, vnd solle er an die seinige gedenckhen, welche auch mit hexerey stumpMrtwerden, dann sie ihne mit gleicher mintz bezalt zu haben vermeint, vnd solches durchdie Wort „wett gmacht“ verstanden.

Der 14. Clag Articul auch hierauf gezogne 18. 19. vnd 20. prohatoriales berueaenauff Barbara, Severini Stahls verstorbnen Eheweibs Aussag, welche mit concurrirendemZeugen Dit besterckt. auch von einer solchen geschieht, die vor 25 Jahren sich be-geben haben solte, (dazumahl dieselbige nit 7 Jahr alt gewessen) zu bekundtschaftensich vnderstanden. Quod autem testimonium de visis in pupillari aetate, quando miserat proximus infantiae, non valeat, sed necesse sit, ut quis deponat de iis, quae vditdum erat proximus pubertati, tradit Alberi de lege Julia 1. 3. n. 26, Clarus inpractic. crim. 9. 24, Viviani in comm. opiu., Mascardi de probat. 1. 3.

Wie dan gedachte Barbara nit anzeigen kan, dass Keplerin die Schwein je-mahlen beriiert, vnd Sie Beclagtin nachmahlen bestendig hierauff verhart, dass Siemit der Zeugin Vaters Knecht am weg geredt, welchem ein klein Schweinlin vnderdas rad kommen, daryber er gefahren, solches aber vor Meister vnd Frawen verhaken,vnd könte gleichwoln ihme Beltzen sonsten zu einer andern Zeit (so obernanter Barlaravmb etwas in gedächtnus, jedoch mit vnbegründten Vmbstenden, gebliben sein möclte)ein grosses Schwein gestorben sein, davon aber der Keplerin nichts bewust, wenigerdazumaln sich gegenwertig befunden.

Hienach zu dem 15. Articul zu schreiten (in welchem Peinl. Beclagtin beschä-digt wirdt, alss solte sie Anna Maria, weiland Johann Maisterlins, gewesten Pfarierszu Gebersheim ledige Dochter an dem Schenckheln schmertzen zugefüegt haben , isthiehey zu bedenckhen, dass selbiger allein auff berüerter Dochter (so in Rotulo secuidotestis 19) zweifenlicher. nichts gewiss schliessender deposition beruehe. Vnd neben cemdieselbige testis unica, in judicio civili producta, so sich an die damahlige vnbegrürdteheschrayung zu liederlichem argwöhn bewegen lassen, dessgleichen ein Weibsbild,deren aussag im Peinlichen Process vngiiltig, so thut sie auch yberdiss in itrerdeposition sehr variren: dan anfangs wirdt von ihr gemelt, alss Keplerin sie auff ihrenlinckhen luoss geschlagen, (welches schlagen starckh verneint vnd bestendig wicer-sprochen wirdt) seye sie Keplerin strackh davon gewichen, vnd dem Schlossblatz zu-gangen. Disem zuwider wirdt bald hernach von ihren aussgesagt, wie nach empfangremstreich sie Zeugin sich vmhgesehen, zuvernemmen, w r er solches gethan, da hete dieKeplerin mit ihr geredt, vnd gesprochen, ob sie schon wider zu Stutgardt seye »tc.So ist auch in primo examine von Catharina Benedict Wochels Eheweib, der 12. Zeugin,auff des 1. vnd 2. Articnls 33. Interrogatorium vermittelst Aydts respondirt worden,dass berüerter Barbara Muter ihro die sach vil anderst erzehlt vnd angezeigt, Keplcrinwere ihrer Dochter zu Stutgardt ybern Arm hinab gefahren, daryber derselbig armihr gar wehe gethan, wisse doch nit, woher der schmertz verursachet. (Testis „roiuliprimi“, quem desiderari in tabulario supra dictum est.)

Wan dan bev obiger Zeugin ietz angeregte defect sich befinden, welche auchbestendiglich nit anzaigen künde, dass berüerter schmertz von der Keplerin entstanden,vnd durch verrenckhung des Schenckhels, oder auss andern natürlichen Vrsaclenihro besagter schad leichtlich entstehen künden, so sich auch natürlicher weiss nach