Band 
Volumen VIII. Pars I.
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519
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Judicium matris Kepleri.

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Kepleri ejusque Bcribendi rationem referunt, ut sine ulla dubitatione confirmaveri-mus, integram hanc responsionem ab ipso Keplero adjuvante juris quodam peritocompositam esse. Eam ob rem opusculum hoc majoribus typis excudendum curavimus.

m. Conclusion SchrifFtan Statt Mundtlichen BeschlussesCatharina Kepplerin, Peinlich Beclagtincontra

Vnssers gnedigen Fürsten vnd Herrn Anwalden.

Judicialiter ybergeben den 22. Augusti anno 1621.

Ehrnvest etc. des Peinlichen Halsgerichts alhie zu Güglingen. Insondersgünstige Hern.

Es hete zwar die alhie in langwiriger Verhafftung ligende, vnd von demFürst 1. Herrn Anwald beclagte Catharina Keplerin, nach entlicher im verschinen23. Febr. beschehener publication der einkommenen Examinum vmb mehrer be-fürderung willen dises hochbeschwehrlichen Peinlichen Process nichts liebers ge-sehen, dan das der Herr Anwald gleichbald darauf! seiner vermeinten PeinlichenAnclag deductiones auss den publicirten Examinibus verfasset, gerichtlich ein-gereicht, vnd hiermit der vnschuldig Verhafften zu besserer vnd kürtzerer Stel-lung ihrer DefensionschrifTt den Weg gebahnet hete. Weil aber wider alles Ver-hoffen sie Peinlich Beclagtin zween gantzer Monat, vnd biss 12. Aprilis in derVngewissheit, wass Sie diss orts von Fürstl. Hern Anwald zugewarten, gelassen,vnd alss dan ererst verstendigt worden, dass sie keiner fernem deduction fürselbigesmahl nit zuerwarten, sondern eintweder per generalia submittirn, oderihre Gegen Noturfft (so auff 7. Maji hernach extra judicialiter beschehen) ein-bringen soll: alss hete sie sich doch zum wenigsten dessen versehen, es soltenuhmnehr ihrer mit nachgefolgter vnd jetz eingereichter dess Fürstl. Anwalds sehrweitleüffiger deduction, vnd bey derselben hinbringung abermahlen dreyerMonate, mitleidenlich verschonet worden sein: darumb hete man beides, auf!ihrer, so auch auff dess Richters seiten discr fernem Conclusionschrifft auf!den ersten oder andern weeg yberhoben bleiben khönden. An ietzo findet sichdise Yngelegenheit, dass der Beclagten Defension vorhergehet, dess ClagendenAnwalds Deduction aber allererst hernach folget. Derentwegen man auff derKeplerin seit nit vmbgehen künden, zum wenigisten kurtze andeiitung zu thuen,an welchem ort ihrer defension auff ieden Puncten der Anwaldischen deduc-tion allbereit geantwortet sey, dabey auch dasjenige, wass in Deductione meh-rere wider der Keplerin defensionschrifft vnd sonsten auff die Füesse gebracht,mit grund der Warheit widertreiben, vnd entliehen auff dess Fürstlich Anwaldtseingegebener schrifft andern hauptpuncten oder Confutation von der Beclagtinseit concludendo geantwortet werden muss. Da dan die Beclagtin gleichsfals^vnd sonderlich, weil der Fürstl. Anwaldt in conclusione verhartl alles wass indessen Deduction- vnd Confutationschrifft affirmando vel negando (oder auchzu denen Contentis ihrer der Keplerin defension- vnd Exceptionschrifft tacendoet praetereundo) ihr dienstlich sein mag, für Gerichtlich bekant angenommen,allem yberigen vnd widerigen aber protestando widersprochen haben will.

Belangend den 1. Hauptpuncten der auff Anwaldts seiten eingereichtenschrifft, hat in demselben Herr Anwald ihme eine Ordnung, alss weder in derClag, noch Additional-Articulis gehalten worden, belieben lassen, zumahl dieindicia praetensa vnd ybel angegebene facta in ein mehrere Anzal extendirt,