Judicium matris Kepleri.
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Rotulo I., dass sie mit dem Process darum yber den 21. Oct. 1616 in-nengehalten, auff dass sie mehr Ynholden stuckh erfahren möchte, zu ver-stehen, mit vmblauffen, yber feld raissen, yber Nacht aussbleiben, zu Hoff-nung bey einer frawen (Apollonia Schmidin, Rot. II. der 21. Zeugin), lautderer Aussag, die man gern auch erpracticirt hete, vnd dem schein der Ver-späthung, da vnderdessen Sie Reinboldin die Statt mit gleissnerischen Wehe-klagen yber ihren Schmertz erfüllet, das einer meinen mögen, sie mit einemtritt von hauss zuthun, item mit Hin vnd herschickung des Provisors Hechten,ihres ausspähers, der die leütte herfürgelockhet, hernach der vnvorsichtigenKeplerin sich zum Zeug eingeschwäzt, zuvor aber die Materi zu den 33 Frag-stucken zusammen tragen helffen, damit sie wissen, worauff gefragt werdenkönne, oder wer sonsten zu fragen. Nun ist disser orthen meniglich vnver-borgen, das derjenige, so dem Richter dergleichen Sachen von einer Personwürcklich einbildet, solch einen peinlichen Process verursache.
Mit dem Fürst!. Bevelch ist practicirt worden, das ist denselbigen Be-velch Selbsten hat die Reinboldische Parthei verursacht, alss sie vilfältig zurCanzley supplicirt, fürgebend, ob wäre man mit Beweise viler Hexenstuckhewider die Keplerin gefasset, desshalben sie gegenwärtig beim Richter erscheinenmüesse, hernach als der Richter eine sententz erthailt, das vnangesehen derKeplerin abwesenhaitt im Rechten fortgefahren werden solle, sie von Fürst!.Bevelchen an das Fürstl. Consistorium zu Tübingen appellirt, demnach sieaber abgewisen, vnd sich jedoch zu Löwenberg zu respondirn vnd Zeugenverhörzugestatten nochmahlen beharlich widersetzet, der Keplerin abwesenhaitt prae-tendirend: als ist entlieh hierdurch die Fürstl. Cantzley zu hie ob angebnemetwas praejudicirlicbem Bevelch verursacht worden. Nach beriiertem Fürstl.Bevelch hat die Reinboldische Part ferner schädlich practicirt, das wie siegesehen, dass auss der Fürstl. Cantzley entlieh, nach Widerstellung der Kep-lerin, de dato 26. Nov. 1617 (Rotulo I. zu sehen) vorerwehnter Bevelch ge-miltert vnd anbefohlen worden, in bürgerlicher Sach biss zum beschluss zu-verfahren, vnd allso ihr in der ersten Sach gebrauchte ränckhe zu ihrem in-tent nit gelangen wollen, sie (5. Mart. 1618) eine andre Clag, wider dasLandrecht, eingeführt, bey dem Vogt, alss ihres Bruders guttem Brueder (vndwölcher sonsten ihrem starckhen Anhang wol verwant) so vil erhaltten, daszuwider dem ertheilten Consilio , auch zuwider einem fernem Fürstl. Befelch(15. Maji 1618), alda abermahlen befohlen worden, vngeacht der eingestreütenneüen Clag, in der Bürgerlichen Rechtssach fortzufahren, vnd wan der Richterder Vrtel bedenckens habe, bey der facultet zu consiliren: dissem allem zu-wider dise im Fürstl. Befelch gerüerte Erste Sach durch die vorerwehnte neüevermeinte. Reinboldische Clag widerrechtlicher gewaltthättiger weise suspendirtworden, inmassen dan solche noch auff disen tag zu Löwenberg vnerörtertanhängig verpleiben muss. Noch mehr hat die Reinboldische Part vnd ihrAnhang practicirt, indem erstlich der Vndervogt den lezten Fürstl. Bevelchhindangesezt vnd den ersten herfürgezogen, vnd anstatt dessen, dass man (lautdes jüngsten) zu endt hette verhandlen sollen, das verschlossen Examen vnderdem schein inverleibter Malefitzisch Sachen zur Cantzley geschickht. Auffwelches nunmehr vestgesetztes fundament allererst das rechte Meisterstuckhwol verdeckhter vnd mit dem schein der Maturirung Rechtens verklaideterpractic ervolgt, davon der Fürstl. Anwaldt meldung thut. Dann mit vnd nebender Reinboldischen Supplication vmb erledigung der eingeraichten Sachen auffdie captura getrungen worden, mit fürwendung, die Keplerin zur Flucht berait