Band 
Volumen VIII. Pars II.
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Vita Joannis Kepleri.

Wie in beyligenden Actis Zusehen, hatt vor vngefahr Zweyen Jahren diserSupplicant Johann Keppler vnderthenig gebetten, da von Ihrer Kay. Maytt. er seinerDienst erlassen werden sollt, Ihme alss einem noch obligirten Stipendiaten gnedig zu-bewilligen, bey andern Potentaten vmb dienst sich zubewerben. Darauf! Ihme der ge-stallten willfahrt worden, dass er seiner Obligation nit allerdings verlassen, sondern vffjedessmaln abfordern zuerscheinen, vnd Ihren F. G. zuedienen schuldig seyn solle.

Ob er nun wol an jezo seine gehorsame Dienst vnderthenig anbietten thutt, auchvon Herrn Obern Rhätten dahin geschlossen worden, Ihme vff die profession Matheseosbey der Vniversität Tübingen eine Expectantz zumachen were: Jedoch weiln er in yber-gebener seiner andern Supplication sich rund vernommen lassen, da er mit Dienstengnedig bedacht, der formulae concordiae nit anderst, alss conditionaliter, de non oppug-nanda vnd cum exceptione tractandae pacis zuvnderschreiben, in sonderlichem be-dencken, dass er auch sonnsten von Jugendt auff in articulo de coena nie befindenkönnen, dass einer, der Calvinischer meinung beygethun, von diser vngleichen mei-nung wegen nit sollte vnnser Bruder in Christo genennet oder gehalten werden: ausswelcher erclärung leichtlich abzunemmen, dass er ein verschlagener Calvinist seynmuoss, vnd da er zu einer profession verordnet, nit allein solch Calviuische gifft derJugendt nach vnd nach eingiessen, sonder andere mehr er in consequentiam ziehen,vndt ebener massen zu subscribiren sich vnderstehen, auch bey der Vniversität, weilner in philosophia ein opinionist, vil Vnrueh erwecken möchte: auss solchen hoch-bewegenden Vrsachen, sonderlich aber auch, weiln die statuta vnd nova ordinatioVniversitatis dess clarlichen Inhalts, dass gemeiner Vniversitet die electio professoris(der reiner Augspurgischer confession seyn, vnd formulae Concordiae categorice sub-scribiren solte), aber die confirmatio desselben Ihrer F. Gn. zugehürrig, können Sub-signirte keines wegs für rhattsam erachten, dass Ihme Kepplern mit obangedeutterExpectanz znwillfahren, sondern abzuweisen were: zweifflen auch gar nit, da die HerrnObern Rliätt seine erclerung de subscriptione formulae concordiae gewusst, Sie derVertröstung vf ein dienst einer anderer vnd vnderzeichneter meinung gewest seinwurden. Actum Stuttgarten 25. Aprilis anno 1611.

Johannes Magirns, Erasmus Grüning,

Tobias Lotter, Christoph Binder, Jo. Walch.

Ilis adscripsit princeps: Placet.

1612. Revolutio anni. Turbae cum ministerio. Discessi Praga, reliquiliberos in Cunstatt. Veni Lincium, revocatus sum in Cunstatt ad adducen-dos liberos.

In oratione funebri in obitum Ludovici Kepleri legimus: Caustadii in Moraviaa vidua Pauritschiana et anno subsequenti in civitate Welsensi a Jo. Seidenthalerocum sorore educabatur. — Imperator Rudolphus mortuus est 20. Januarii, Keplerus„conductus a successore Matthia*j de novo (18. Martii), permissum tamen ut exiret

*) Matthias, Rudulphi frater natu maximus, die 13. Junii Francofurti imperatorcreatus est. Keplerus celebravit diem solemnem hoc poemate.

Votum gratulator ium.

alludens ad Thema coeli, sub quo electus est in Regem Romanorum et Caesa-rem Serenissimus et Potentissimus Ungariae Bohemiaeque etc. Rex Matthias II.

Archidux Austriae etc.

Pauca loquar, non quae Nabathaei oracula vatesIndorumve genus genitali ex sidere firment: