Band 
Volumen VIII. Pars II.
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1626.

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Sultzbacli solang vffgehalten, biss von Ilochgedachtem Herrn Pfaltzgraven Augustoermclter junge Keppler (weill seine erlangte profectus nuhnmehr gravius studiorumgenus erfordere) de meliori nota verschriben, auch von S. F. G. zue erlangung derognedigen Bescbeidts, Er zue Fürstlicher Cantzley nach Stuttgarten in gnaden ge-wisen worden.

Wann dann, gnediger Fürst und Herr, gedachter Johann Keppler nicht alleinin diesem E. F. Gn. Hochlöblichem Ilertzogthumb Würtemberg erzogen und geporen,sondern auch bei E. F. G. Closter Schuelen und fürstlichem Theologischen Stipendioalhie zue Tübingen zue den studiis mit solchem getrewen Vleiss angehallten worden,dass endlichen E. F. G. in Gott ruhender geliebter Herr Vatter, Christmilten ange-denckhens, vff allergnedigstes begeren Herrn Rudolphi Rom. Ivay. Maytt. Hochlöb-lichster gedechtnuss, Ihne ad Professionem Mathematum gnedig dimittiert vnd be-willigt, dabey neben dessen Sohn zue fruchtbarer assequierung dess von E. F. G.vertrösteten gnedigen Bescheidts, vnns vmb gegenwärtige vnderthenige IntercessionInstendig ersucht, vnd wir vnns gehorsamblich erinnert, wass gestalt E. F. G. zuewürcklicher crhalltung der reinen wahren Religion, ohngeenderter AugspurgischerConfession, von Zeit E. F. G. angetrettener hochl. Regierung, biss Dato, vielen vnder-schidlichen Monachis vnd andern Ordensleutten (welche vom Pabstumb ab vnd zuevnserer Religion getretten) die nothwendige Vnderhaltung, in E. F. G. StipendioTheologico alhie, milltigklich widerfahren lassen: vnd aber dieser Ludovicus Kepp-lcrus in weittbeschwerlicheren Exilio versieren thuet, allss derselben kheiner niemalengewesen, weill Er ja bey seinem Vattern, ohne höchste gefahr seiner wahren Reli-gion vnd daher periclitierung seiner ewigen Seelensceligkheit nicht sein, noch sumptusnecessarios erlangen khan, dabeyneben von dem Allmechtigen mit einem solchenliberali ingenio begabet, dass ohngezweiffllete zueversicht zuefassen, Er werde vfferlangte gnedige Ililff seine studia zue gewünschtem glückhlichen endt bringen, vndsuccessu temporis viel gutes praestiren khönnen: alss haben wir Ihme die gebettenevnderthenige Intercession, perturbato hoc rerum statu, mit fuegen nicht verweigernkhönnen, noch sollen, sondern E. F. G. (zue gehorsamer Vollziehung hiebevor mehr-malen allegierten, den 7. Octobris längstverwichenen 1607. Jahrs vnns iiberschickh-ten, fürstlichen Recess Punctens) mehrgemelts Ludovici Kepplers nach Tübingen be-schehene Ankhunfft vnd in hoc vero exilio betrübten laidigen Zuestandts vnderthenigberichten wollen, gehorsambstes Vleiss bittendt, E. F. G. geruhen offtbenanntemKepplern die Vnderhaltung in dero fürstlichem Stipendio (E. F. G. gnedigem gefallennach) ad tempus in gnaden gedeyen, derentwegen auch, gehöriger Ortten, fürstlichenBevelch aussverttigen zuelassen, damit Er seine wol angefangene studia glückhlichcontinuiren vnd fruchtbarlich absolvieren möge. Wie nuhn E. F. G. hieran ein Iloch-rühmblich werckh der barmhertzigkheit erweisen: Allso haben E. F. G. darfiir nichtallein Gottes milltreichen Seegen, vnd wolerspriessliche belohnung ohnfelbahr zue-gewartten, sondern wirdt auch offtbenannter Keppler solche milltfürstliche gnad miteyverigem gebett vnd gehorsambwilligsten Diensten vnterthenigst zue verdienen Sichdie Tag seines lebens eusserster müglichkheit demütigst bevleissen, inmassen biss vffE. F. G. ervolgende gnedige Resolution wir Ihme Kepplern die Lieferung in demContubernio Academico zuereichen verordnet etc.

Datum den 6. Octobris Anno 1626.

E. F. G.

vndertheniger

gehorsamer

Rector, Cancell. DD. vnd Repentengemeiner Univ. zue Tübingen,