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Die Küstenvermessung und ihre Verbindung mit der Berliner Grundlinie / ausgeführt von der trigonometrischen Abtheilung des Generalstabes ; hrsg. von J. J. Baeyer
Entstehung
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Erster Abschnitt.

Die Grundlinie.

A-^er Apparat, welcher zur Messung der Grundlinie gebraucht wurde, istderselbe, den Bessel in der Gradmessung in Ostpreufsen speciell beschriebenhat. Nachdem im Jahre 1834 die Grundlinie bei Königsberg damit gemessenworden war, wurden 1836 die Mefsstangen nebst dem dazu gehörigen Com-parateur nach Berlin gebracht. Im Frühjahr 1838 bat sich der DänischeConferenzrath Schumacher dieselben aus, um eine Verifications-Basis auf derInsel Amager zu messen, und im Sommer desselben Jahres wurden sie überStettin nach Kopenhagen geschickt, wo im Herbst die Messung der Grund-linie stattfand.

Die höchst einfache und sinnreiche Einrichtung, welche Bessel demApparat gegeben hatte, macht die Anwendung so sicher und leicht, dafs auchder Schwedische General Altrell die Benutzung desselben nachsuchte, undihn im Sommer 1839 per Dampfschiff nach Schweden holen liefs, wo im fol-genden Sommer die Grundlinie bei Upsala damit gemessen wurde. Im Som-mer 1841 gelangte der Apparat über Stettin wieder nach Berlin zurück.

Nachdem der Apparat auf diese Weise zur Messung dreier Grund-linien gedient, und so bedeutende Reisen gemacht hatte, konnte, bei einerneuen Anwendung desselben, die Unveränderlichkeit seiner einzelnen Theilenicht mehr vorausgesetzt werden, besonders da mehrere Stangen, der sorg-fältigsten Behandlung ungeachtet, deutliche Spuren des Gebrauchs an sichtrugen. Es konnten daher auch die alten Ermittelungen über die Länge derStangen, über die Angaben ihrer Metallthermometer und ihrer Wasserwagen,die in Königsberg theils von Bessel selbst, theils unter seiner Leitung vonmir gemacht worden waren, bei einer neuen Messung keine Anwendung mehrfinden, und mufsten deshalb sämmtlich wiederholt werden.

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