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Die Küstenvermessung und ihre Verbindung mit der Berliner Grundlinie / ausgeführt von der trigonometrischen Abtheilung des Generalstabes ; hrsg. von J. J. Baeyer
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Sichtbarmachung der Dreiechspunhte.

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Höhe kaum ausführbar gewesen sein würden. Sobald der Wind so starkwurde, dafs die Erschütterungen einen nachtheiligen Einflufs befürchten Ue-lsen, wurden die Beobachtungen eingestellt.

Dadurch, dafs auf den hohen Signalen meist nur bei völliger Wind-stille beobachtet werden konnte, ging allerdings viel Zeit verloren, auf dieSicherheit der Messungen scheinen sie aber keinen bemerkbar nachtheiligenEinflufs gehabt zu haben.

Uber jedem Beobachtungspfeiler, so wie über den Beobachtungspfählender höheren Signale, wurde für die Dauer der Beobachtungen ein leichtesGerüst aufgeführt. Dasselbe bestand aus 4 Eckstangen, die drei bis vier Fufsüber den Pfeiler oder Pfahl hervorragten, und oben durch Latten unter sichund kreuzweise verbunden waren. Diese Vorrichtung diente dazu, um dasInstrument durch ausgespannte Leinwand gegen Wind und Sonne zu schützen,und ist einem eigentlichen Zelte vorzuziehen.

Bei der Aufstellung des Theodoliten mufs zwar das Centrum desselbenimmer senkrecht über den Dreieckspunkt gebracht werden, allein die Vor-sicht, mit der man dabei zu Werke gehen mufs, vergröfsert sich, wenn manvon kleinen Seiten auf gröfsere übergehen will, wie dies bei der Messungder Grundlinie der Fall war. Es sollen daher die Mittel näher angegebenwerden, deren man sich zur möglichst vollständigen Erreichung des Zweckesbediente. Die lothrechte Axe des Theodoliten, die unter dem Fufsgestelldesselben zum Vorschein kömmt, und die früher stumpf endigte, hatte Pistorzu einer Spitze abgedreht, und die oberen Flächen der Beobachtungspfeilerwaren bei ihrer Errichtung möglichst genau in eine horizontale Lage gebrachtworden. Nachdem der Theodolit näherungsweise über das Centrum gebrachtwar, wurde ein rechtwinkliges Dreieck mit einer Kathete auf die Fläche desPieilers so aufgesetzt, dafs die andere Kathete Iothrecht stand; längs der loth- frechten Kathete wurde nun nach dem Centrum visirt, und die Spitze derAxe des Theodoliten in diese Vertikalebene gebracht. Dasselbe Verfahrenwurde dann in einer um 90 H veränderten Richtung vorgenommen, und inbeiden Richtungen so lange wiederholt, bis die Spitze der Axe in beiden aufeinander senkrechten, und durch das Centrum der Station gehenden Vertikal-ebenen erschien.

Bei den Winkel beobacht ungen der ganzen Dreieckskette ist fast aus-scldiefslich Heliotropenlicht zur Sichtbarmachung der entfernten Stationen an-gewendet worden; nur in einigen wenigen Fällen, wo die Entfernungen nicht